WEIN
22. April 2014

Die Frostflieger von Niederkirchen

Der Einsatz von Hubschraubern gegen den Nachtfrost in Niederkirchen bei Deidesheim

Der Bericht über die Frostflieger vom Weingut Winterling:

In der Nacht auf Gründonnerstag gab es in den Senken rund um Niederkirchen, aber auch in den Lagen von Forst, Ellerstadt und Bad Dürkheim verbreitet heftigen Frost mit bis zu -4 Grad am Boden. Durch die warme Witterung waren die Reben schon weit ausgetrieben, was ohne Frostschutz zu verheerenden Schäden in den Weinbergen geführt hätte.

Die Niederkirchener Winzer erarbeiteten, zusammen mit der Luftfahrtagentur Frieß, zum dritten Mal in den letzten drei Jahren einen Schlachtplan gegen den drohenden Frost. Innerhalb von nur 24 Stunden wurden acht Arbeitshelikopter organisiert und zusammen mit der örtlichen Feuerwehr die nötigen Sicherungsmaßnahmen für den Einsatz erarbeitet.

Die Sicherheit im Einsatz hat oberste Priorität! Eine Kontrolle der Flugüberwachung war im vergangenen Jahr so angetan von den Sicherungsmaßnahmen vor Ort, dass die Niederkirchener für Ihre Hubschrauber eine Starterlaubnis von einer Stunde vor Sonnenaufgang, statt der obligatorischen halben Stunde bekamen. Dies war natürlich bei dem früh einsetzenden Nachtfrost sehr wichtig für den Erfolg.

Erfahrene Winzer in Meckenheim und Ruppertsberg, die ebenfalls einen Helikopter reserviert hatten, gingen in großer Solidarität zu den Niederkirchener Winzern das Risiko ein, ihre Hubschrauber ebenfalls in Niederkirchen fliegen zu lassen, da sie die Temperaturen in ihren Lagen für nicht ganz so dramatisch hielten.

Es wurden in Niederkirchener Lagen, bei teilweise -4 Grad am Boden und bis zu knapp -2 Grad in 2 Metern Höhe, 250 ha Reben überflogen und dabei die bodennahe Kaltluft in den Senken mit der wärmeren Luft aus etwa 7 Metern Höhe verwirbelt. Selbst in den Lagen mit den tiefsten Temperaturen gab es keine nennenswerten Schäden.

In den Nachbargemeinden Forst, Deidesheim, Ellerstadt und Bad Dürkheim sind jedoch in exponierten Lagen zum Teil große Schäden zu beklagen. Der Helikoptereinsatz zur Frostbekämpfung hat sich also zu 100 Prozent bewährt, weshalb die Niederkirchener jetzt auch viele Anfragen aus den benachbarten Gemeinden erhalten, die sich den Frosthubschraubern anschließen wollen.