Wein
01. Juni 2007

Die größten trockenen Rieslinge

Eine gelungene Ostersause mit Spitzenrieslingen und Martin, Fedor, Panos, David und anderen Weinnasen

Nach einer schönen Einstimmung mit einer Krug Grand Cuvee (der neuen) gab es deutsche Top-Rieslinge (Niko trank selten so viele trockene Spitzengewächse auf einer Probe, Danke Martin)

1 Dönnhoff Hermannshöhle Spätlese trocken 02: etwas schwach auf der Brust, schlank, Litschi, mineralisch, kein Vergleich zu der monumentalen 03er oder der geschliffenen 04er, 88/89

2 Van Volxem Altenberg Alte Reben 04: Pfirsich-Kern, deutliche Restsüße (passte nicht ganz in die Serie), etwas Kompott; cremig, barockes Kraftpaket, mir fehlte etwas Komplexität und Frische an dem Abend 90+

3 Keller Kirchspiel 04: Kalkboden, frische Energie, offen, zart und verspielt, kräuterige Mineralität, wunderbarer Riesling 92+

4 Keller G-Max 04, Birne in der Nase, mineralische Kühle, Distanz, grauer Fels, Mineral ohne Ende (?flüssiges Gestein?), großer Wein aus der Lage Moorstein, sehr langer Nachhall 94/95+

5 Wittmann Moorstein 01: wunderbar gereift, cremig, komplex, Grapefruit, weniger Spiel als Kelller, erdiger 91/92

6 Breuer Nonnenberg 03 KORK

7 Emrich-Schönleber Halenberg Auslese tr. 01: etwas Petrol, Stoff und Druck, steinige Strahlkraft, Tiefe 93+

8 Köhler-Ruprecht, Saumagen, Auslese tr. 98er R: (Holzfuder, Spontanvergärung) herrlicher Riesling, frisch und elegant, Kraft und Raffinesse, Tabak, wird später allerdings etwas breit (14 % Alk, wie ein großer Burgunder), trotzdem ein Monument 96/97+ (für David Schildknecht, Parkers Deutschlandexperten, ?genau die richtige Perspektive?)

9 Das Gleiche als 90er R, die Legende: saudumm, KORK

10 Heymann-Löwenstein, Uhlen R, 05: Babyspeck, mineralisch, ?Looping im Mund?, strahlig, perfektes Süße-Säure-Spiel (viel eleganter und etwas trockener als beim Van Volxem), 94/95+

Ein paar Rote gab es auch:

1 Spätburgunder R *** 01 von Schneider/Baden: überholzt, trocken, astringierend, Asphalt, Leder, 88

2 Duijn 01 SD: Kork

3 Becker Res. Spätburgunder 03: säurebetont, scharf, präsentiert sich nicht harmonisch 86-88

4 Volnay, Rossignol-Boillot 1970: hell-wässrige Farbe, etwas Frische, etwas Himbeere, braucht niemand mehr

5 Canon 82: frische Nase, Tabak, Laub, angenehm zu trinken, 88+

6 Chateau Musar 85er: Pflaume, rosiniert, Alkohol und Süße, wer?s mag ?

7 Cote Rotie, Jamet, 1999: metallisch kühl, schwer zu trinken, sollte erst noch 5 Jahre im Keller verschwinden 91+

8 Metairies du Clos, Pic Saint Loup, 01: schwarze Beeren, auch Blaubeere, Bitterschoko (85 %), kühl, terroirbetont, 92/93

9 Terra di Lavoro 03, Campanien: tolle vibrierende Nase, am Gaumen total verschlossen, mineralisch, Fedor sprach von flüssiger Lava, tanninbetont, Bitterschoko (100 %), knochentrocken 90-93?

10 Turley Fofanelli Vineyard Zinfandel 03: trotz 16 % fein mineralisch, nicht marmeladig, Brombeere, portweinähnlich, Tabak, dunkler Nougat 93/94+

11 Beaujolais Fleurie 1928: die Überraschung des Abends von Uwe Bende, weder auf das Alter noch die Herkunft wäre jemand gekommen, der Wein war noch voll da, Speck und Wurst, Kräuter, Rauch, Unterholz, burgunderähnlich, Frische und Körper und ein Hauch von Schoko, erstaunlich jung wirkender Wein, verblüffend 90+

Trotzdem, Jungs: Wir hätten bei Riesling bleiben sollen!

Grüße, Niko

Hier die Notizen von Panos:

dat.erobertparker.com/bboard/showthread.php