FOOD
26. April 2010

Die perfekte Hochzeitstorte planen

Selbst gemacht oder vom Profi: Die perfekte Hochzeitstorte

Marzipanröschen, Pistazienkrümel und Zuckerglasuren: Hochzeitstorten sollen Brautpaar und Gästen nicht nur schmecken, sondern auch als besonderes Highlight die Festtafel schmücken. «Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt», sagt die vom Schlemmer-Atlas zur Patissière des Jahres gekürte Alexandra Lang vom Hotel Residenz in Meersburg am Bodensee.    

Der Weg zur perfekten Torte führt über manch' eine Entscheidung. Davon ist die erste und wichtigste: selber machen oder beim Fachmann bestellen? «Wer die Hochzeitstorte selber macht, kann seine eigenen Ideen einbringen», sagt die Backbuch-Autorin Anne von Blomberg hervor. Das heißt aber auch: «Man muss etwas davon verstehen. Ein totaler Laie wird mit den Rezepten nicht zurechtkommen.»    

Auch Lang warnt vor zu viel Optimismus. «So einfach, wie es sich die Leute vorstellen, ist das nicht.» Sie rät deshalb, das Naschwerk der Wahl vor der Hochzeit Probe zu backen. «Falls dann etwas schief geht oder nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, kann man noch etwas ändern.» Sonst könne es passieren, dass die Torte auch im Ergebnis aussieht, als hätte sich ein Laie an ihr versucht.    

Wer sich selbst an die Backbleche wagt, steht schon vor der nächsten Entscheidung. Welche Torte soll es sein? Ob klassisch, romantisch oder modern: Hochzeitstorten gibt es in jeder nur erdenklichen Variation. «Viele tendieren in die leichte Richtung, also zu Torten auf Fruchtbasis, gar nicht mehr mit der üblichen Buttercreme», sagt die Patissière aus Meersburg.    

Eine dieser Fruchttorten, die auch optisch zur Hochzeitsdekoration beiträgt, ist das Erdbeerherz. «Das Herz ist nicht so schwer zuzubereiten. Es besteht nur aus einer Tortenunterlage, Pudding, frischen Erdbeeren und Zuckerglasur», erläutert von Blomberg.    

Bei vielen anderen Torten lohnt es sich, mit den Dekorationen einige Tage zuvor anzufangen. «Marzipanrosen zum Beispiel kann man vormachen und lagern. Sie werden mit Lack angesprüht und halten dann einige Tage», erklärt Lang. Bis zum Hochzeitstag trocknen die Rosen so zwar leicht aus. «Aber die Deko ist ohnehin nicht unbedingt zum Essen gedacht.»    

Für andere Schmuckelemente ist es sogar unverzichtbar, rechtzeitig mit der Vorbereitung anzufangen. «Zuckerherzen müssen mindestens vier Tage lang trocknen», sagt von Blomberg. In jedem Fall spart sich der Amateur-Bäcker auf diese Weise Zeit und Stress, wenn schließlich Hand an die eigentliche Torte gelegt wird. Um jedem Gast die Chance zu geben, ein Stück des süßen Kunstwerks zu probieren, ist die richtige Dosierung der Zutaten wichtig. Die meisten Rezepte vermerken, auf wie viele Gäste sie ausgelegt sind. Das könne man dann auf die tatsächliche Gästezahl hochrechnen, sagt von Blomberg.    

Sollte es sich doch als zu schwierig oder zeitaufwendig herausstellen, die Torte aus eigener Hand anzufertigen, springt der Fachmann ein. Dann steigen allerdings auch die Kosten. «Die sind sehr individuell und lassen sich schwer pauschalisieren», heißt es vom Deutschen Konditorenbund in Mönchengladbach. Bei einer dreistöckigen Torte müsse jedoch mit mehreren Hundert Euro gerechnet werden.    

Mindestens zwei Wochen vorher sollten sich die Brautleute mit dem Konditor zusammensetzen, um ihre Vorstellungen zu besprechen. «Lieber noch etwas früher, weil sich erfahrungsgemäß nicht direkt entschieden wird», empfiehlt der Konditorenbund. An «Schnapsdaten» wie dem 10.10.2010 oder dem 11.11.2011 ist eine frühzeitige Bestellung besonders wichtig, da sich an diesen Tagen besonders viele heiratswillige Paare zusammenfinden.    

Was die Möglichkeiten der Laien vielleicht überstiegen hätte, kann der Konditor umsetzen: «Die Torten können zum Beispiel persönlich gestaltet werden. Bei einer Hochzeit eines Architekten und einer Lehrerin habe ich der Torte einmal einen Kran aus Gelatine und eine Schultafel aus Schokolade aufgesetzt», erinnert sich Alexandra Lang. Auch ein Foto des Brautpaares lässt sich auf Lebensmittelpapier auf die Süßware bringen. Und bleibt von der Torte nach der Feier noch etwas übrig, lassen sich Reste in der Regel einfrieren und später genießen. (Lea Sibbel, dpa)   

Freunde in die Planung einbeziehen    

Wer die Vorteile von selbst gebackener und Konditoren-Torte verbinden möchte, der sollte seine Freunde in die Planung einbeziehen. «Die Hochzeitstorte wird oft von Freundinnen gemacht, die sich zusammentun, um der Braut etwas Schönes zu schenken», sagt die Backbuch-Autorin Anne von Blomberg. Auf diese Weise spart das Brautpaar zugleich Zeit und Kosten.