12. April 2008

Drinking Roederer Cristal 1999 and 2002 with Michel Janneau

Cristal Proof mit D. Sauter und M. Janneau. Fotos: Tommy Struck

Weinverkostung: Der Direkteur General von Champagne Louis Roederer lud zum Cristal-Dinner in den Brandenburger Hof. Quentin Tarantino hätte es gefallen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was für ein prickelnder Abend! Thomas Struck, Chef des Kulinarischen Kinos der Berlinale, erzählte Hotel-Inhaberin Daniela Sauter über seinen ersten Film, für den er einst auf den Straßen von New York die Beine der Frauen filmte und dabei dreimal von der Polizei arretiert wurde.

Das erinnerte mich doch sehr an die Beine der Mädchen in Quentin Tarantinos Death Proof. Auch Michel Janneau war amüsiert. Er erzählte daraufhin die Geschichte der russischen Zaren, die bekanntlich auf Champagne Roederer abfuhren, wie Tarantino auf die Füße der Frauen.

Einst wurde es den Zaren zu bunt, dass die Scharen von Kurtisanen den gleichen Champagner tranken wie sie selbst und das in großen Mengen, wie Janneau augenzwinkernd anmerkte. Also wurde, nur für die Zaren selbst, der Cristal erfunden.

Und gleich noch in der terrorsicheren Flasche. Durchsichtig und ohne die Wölbung im Flaschenboden, in der damals effektiv eine Sprengladung versteckt werden konnte. So fühlten sie sich sicher vor Anschlägen. Cristal als Champagner gegen den Terrorismus, wie süffisant und zeitgemäß.

Der 2002 ist fein, filigran, mit zarten Citrus-Aromen, passte hervorragend zum Tatar von Kamtschatka-Krabbe und Hummer-Carpaccio von Quadriga-Chef Bobby Bräuer. Wenn Bobby solch speziellen Sachen kreiert, ist er seinem 1-Sterne-Niveau immer ein weiteres voraus. Mindestens.

Der gereifte 99er aus der Doppelmagnum (eine von 15 Flaschen weltweit, die auf dem Markt sind, 4 Flaschen davon in Deutschland, Schröder hat eine und Putin, über den Besitz der 4. wurde geschwiegen) ging wunderbar zum soufflierten Steinbutt und dem gebratenen Kalbsbries.

Der 99er kam entspannt und frisch daher, geradezu leger, mit einem Hauch von Brioche und standesgemäßer Größe. Den würde ich in 10 Jahren gern noch einmal verkosten!

Der Chateau de Pez 1998 (gehört zu Roederer) war sehr ordentlich, aber Niko hätte auch weiter Champagner trinken können. Später ging es in die Newton Bar am Gendarmenmarkt, der einzige Tresen in Berlin, an dem Cristal glasweise ausgeschenkt wird.

Tarantino hätte der Ort mit den Big Nudes von Helmut Newton gefallen. Und einen weiteren Film über die Waffen der Frauen gedreht. Todsicher.

Grüße, Niko