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06. März 2017

Drohnen und Roboter im Weinberg Digitale Technik erreicht Winzer

Drohnen und Roboter im Weinberg | Digitale Technik erreicht Winzer, Foto © Fotolia / Jag cz

Handarbeit gehört in den fränkischen Weinbergen zum Alltag. Weil viele Lagen sehr steil sind, haben Maschinen dort kaum eine Chance. Nun aber könnte der Einsatz digitaler Geräte den Winzern die Arbeit erleichtern.

Bayerische Winzer könnten in den Weinbergen bald neue Begleiter haben - in Form von Drohnen und Robotern. Davon ist der Präsident der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Hermann Kolesch, überzeugt. "Wir stehen an einer Zeitenwende, die eine Technisierung des Weinbaus einleiten wird", sagte Kolesch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Ackerbau sei mit seinen GPS-gesteuerten Maschinen da schon viel weiter. Nun schwappe der Schub aus der Robotik auch in die Weinberge.

Rund 600 Winzer informieren sich am Dienstag und Mittwoch in Veitshöchheim über den aktuellen Stand der Technik. "Der Einsatz von Robotern und Drohnen wird unseren Winzern vor allem für die Steillagen einen riesigen Schub bringen. So könnten sie weiter effektiv und günstig bewirtschaftet werden", erläuterte Kolesch. Mit den Drohnen könne sich der Winzer die teure und langwierige Handarbeit beispielsweise beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sparen.

Messungen der Feuchtigkeit im Boden oder dem Zustand und der Reife der Pflanze könnten die aus der Ferne gesteuerten Maschinen ebenfalls übernehmen. "Das kann schon eine wahnsinnige Arbeitserleichterung sein." Vor allem in den trockenen Hitzesommern könnten die Maschinen schnell verlässliche Daten liefern, akuten Wassermangel erkennen oder den Winzern den besten Erntezeitpunkt verraten.

Zahlreiche Drohnen über den Weinbergen wird es in diesem Jahr aber noch nicht geben. Die LWG testet die neuen Systeme zunächst und wird aus den Erfahrungen dann Empfehlungen für die Winzer ableiten.

Bei den 59. Veitshöchheimer Weinbautagen in dieser Woche kommen neben der Digitalisierung im Weinberg auch die Entwicklung auf dem deutschen Weinmarkt und die Erfahrungen mit dem neu gestalteten Bocksbeutel zur Sprache.

In Bayern bauen etwa 3700 Klein- und Großbetriebe auf etwa 6000 Hektar Wein an. Der Großteil der Weinberge steht in Franken, ein kleiner Teil am Bodensee und bei Regensburg. Mit etwa 80 Prozent dominiert der Weißwein. dpa