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20. August 2009

Entwarnung bei Rucola

Nach einem Fund von Giftkraut in Rucola-Salat stehen die Zeichen wieder auf Entwarnung: Erzeuger- und Supermärkte haben Prüfungen auf Fremdpflanzen eingeführt oder verstärkt

Dadurch seien mögliche Verunreinigungen bei Rucola unter Kontrolle zu bekommen, sagte der Bonner Wissenschaftler Helmut Wiedenfeld am Donnerstag der dpa. «Rucola, der mit Eingangskontrollen geprüft wird, ist völlig ok.» Rucola-Salat kommt auch wieder in die Supermärkte, die ihn vorsorglich aus den Regalen genommen hatten.

 Bundesweit werde Rucola von nächster Woche an wieder schrittweise in das Sortiment der Plus- und Netto-Märkte genommen, sagte Plus- Sprecherin Christina Stylianou. Es seien inzwischen Qualitätskontrollen von unabhängigen Kontrollinstituten eingeführt worden. «Alle Untersuchungen sagen bisher das Gleiche: Es gibt keine Beanstandungen.»

Auch die Edeka-Gruppe werde Rucola von nächster Woche an schrittweise wieder ins Sortiment nehmen, sagte ein Sprecher in Hamburg. Es habe keine behördlichen Beanstandungen gegeben, was Voraussetzung für diese Entscheidung gewesen sei.

In verschiedenen Erzeugermärkten würden unabhängige Prüfer die Ware jetzt begutachten und Fremdpflanzen aussortieren, sagte Wiedenfeld. «Das halte ich für sicher.»

Wiedenfeld hatte vor rund einer Woche für Wirbel und Verunsicherung bei Verbrauchern gesorgt, als er nach eigenen Angaben das giftige Gemeine Greis- oder Kreuzkraut (Senecio vulgaris) in einer Packung Rucola-Salat nachwies, die ihm zugeschickt worden war und angeblich aus einem Supermarkt bei Hannover stammte.

Vom Verkaufsstopp der Supermärkte war vor allem Rheinland-Pfalz betroffen, wo sich etwa die Hälfte der deutschen Rucola-Anbaufläche befindet. In der Branche herrscht seither Krisenstimmung. Die Betriebe in Rheinland-Pfalz hätten mit Umsatzeinbußen von 500 000 Euro in der Woche zu kämpfen, sagte der Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Franz Schatt.

Wiedenfeld erneuerte seine Kritik an den zuständigen Behörden. Seit zwei Jahren sei bekannt, dass Giftpflanzen in Salatpackungen auftauchen könnten. Dass keine Kontrollen veranlasst worden seien, sei «ein Skandal», sagte Wiedenfeld. Damit sei ein Gesundheitsrisiko in Kauf genommen worden.