FOOD
24. Juli 2010

Erfrischende Sommerdrinks und Saft aus Früchten

Frische Früchte gehören zum Sommer wie Eis und Sonnenschein. Nicht nur auf dem Teller machen sie viel her: Püriert, passiert, halb gefroren, als Saft oder mit Joghurt vermischt, ergeben sie leichte und abwechslungsreiche Drinks, die schnell gemacht sind

Wenn es so richtig heiß ist, sind erfrischende Getränke gefragt. Immer nur Mineralwasser - selbst wenn ein Stück Zitrone darin schwimmt - wird da schnell langweilig. Leichte Sommerdrinks aus frischen Früchten sind dann genau das Richtige, nicht nur bei der Gartenparty, sondern auch im Alltag.    

«Erfrischung entsteht im Mund, wenn etwas sauer oder auch bitter und kühl ist», erklärt Laura Gross, Ernährungsberaterin bei der Verbraucher Initiative in Berlin. «Wenn dann noch ein leichtes Prickeln von Kohlensäure hinzu kommt - perfekt.» Zum sommerlichen Flair gehören außerdem Farben - leuchtendes Rot oder sonniges Gelb, saftiges Grün oder kräftiges Blau.    

Eine wunderbare Basis für solche Sommerdrinks sind farbenfrohe Früchte: Erdbeeren und Himbeeren, Pfirsiche, Aprikosen und Mango bringen sowohl leichte Säure als auch Farbe ins Spiel. Das frische Obst wird gesäubert oder geschält, entkernt und mit etwas Zucker und einem Schuss Zitronensaft im Mixer oder mit dem Pürierstab zerkleinert. Wer die kleinen Kerne im Beerenmousse nicht mag, seiht es noch durch. Dann wird wahlweise kalter Fruchtsaft oder auch ein Milchprodukt wie Buttermilch hinzugegeben - fertig ist der Fruchtsmoothie.    

Das Vorbereiten der Früchte kostet allerdings etwas Zeit. Praktisch ist eine kleine Vorratshaltung: Dann, wenn sie Saison haben, werden Früchte als Ganzes oder auch bereits püriert eingefroren. «Am besten wird das Fruchtmark in einem Gefrierbeutel flach gedrückt. Dann friert es schnell durch und taut auch schnell wieder auf», empfiehlt Gross. Denkbar ist auch die Portionierung im Eiswürfel-Beuteln oder -Schalen.    

Gefriergut hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist bereits kalt, die Zugabe von Eis zum Kühlen des Getränks ist nicht mehr nötig, und der Fruchtgeschmack ist dadurch intensiver. Wenn es allerdings mal ganz schnell gehen muss, ist Fruchtpüree aus der Flasche eine Alternative zum selbst gemachten. «Mittlerweile ist eine große Auswahl an sehr konzentriertem Fruchtpüree im Handel erhältlich», erläutert Christian Brannath von der Deutschen Barkeeper-Union in Hamburg. «Diese Variante ist besonders dann interessant, wenn Früchte die Hauptrolle übernehmen sollen, die nicht so leicht frisch zu haben sind wie die Passionsfrucht.» Oder wenn eine Party ansteht und entsprechend große Mengen benötigt werden.    

Eine prima Idee für die Gartenparty ist eine fruchtige Sommerbowle: «Bowlen lassen sich gut vorbereiten und besser kühl halten als einzelne Gläser», erklärt Uta Emunds, Barmixerin aus Frechen-Königsdorf (Nordrhein-Westfalen). Ob mit Kiwi, Orangensaft, Selters und Ginger Ale, mit Waldbeeren, Vanille und Zitronenlimo oder mit Pfirsichen und Apfelsaft - das spritzige Getränk in der Schale lockt garantiert zum Nachschöpfen. «Ich nehme eine Champagnerschale, fülle gestoßenes Eis hinein und setze das Bowlengefäß darauf. So bleibt der Inhalt lange kalt.»    

Ebenfalls gut vorbereiten lassen sich alle Variationen von kühlem Tee. «Klassische Pfefferminze ist durch ihren Mentholgehalt super erfrischend. Zur Abwechslung können natürlich auch andere Minzen zum Einsatz kommen», erläutert Gross. «Pure Hagebutte oder Hibiskus haben eine tolle Farbe und ebenfalls eine leichte Säure.» Ein Schuss Zitrone oder eine Scheibe Limette darf in diesem Alltags-Durstlöscher nicht fehlen. Wer mag, gibt auch noch etwas sprudelndes Mineralwasser hinzu. Auch Säfte sind erlaubt: Mit Himbeersaft oder Grenadinesirup wird der Hagebuttentee zum leuchtend roten Punsch. «Der Durst wird übrigens am besten gelöscht, wenn der Tee Raumtemperatur hat», ergänzt Gross. «Ein eisgekühltes Getränk muss der Körper nämlich aufwärmen. Dabei produziert er wiederum Abwärme.»    

Ein Eiswürfel im Glas kann dennoch nicht schaden - am besten nicht aus Wasser, sondern aus Orangen-, Ananas- oder Johannisbeersaft. Solche Würfel wirken nicht nur optisch gut, sondern bringen auch ein neues Aroma mit. Gut machen sich auch gefrorene Scheiben von unbehandelten Zitronen, Limonen, Orangen oder gar Kumquats.    

Für ganz besondere Anlässe sind besondere Drinks angebracht. «Mein Lieblingsdrink ist ein alkoholfreier Mojito», erläutert Uta Emunds. Frische Minze wird mit Rohrzucker, einer geachtelten Limette und etwas Mineralwasser gequetscht. Dann kommt frisches Himbeermousse dazu. Zum Schluss wird gestoßenes Eis hinzugegeben und zum Beispiel mit einer Holunderlimonade aufgefüllt.

«Sehr lecker ist auch ein klassischer Julep, der antialkoholisch umfrisiert wird», regt Brannath an. «Dazu wird einfach der Whiskey durch Apfeltee oder Apfelsaft ersetzt.» Bei solchen Kreationen ist eine Dekoration Pflicht - zum Beispiel eine angeschnittene Stern- oder Drachenfrucht am Glasrand. (Eva Neumann, dpa)   

Beeren-Vanille-Bowle nach Uta Emunds    

Der Saft von drei bis vier Zitronen wird zusammen mit drei bis vier Esslöffeln Rohrzucker, dem Mark einer Vanilleschote und der Schote selbst aufgekocht. Dann wird die Schote entfernt und der Sud abgekühlt. «Geben Sie beliebige Beeren in ein Bowlengefäß, übergießen Sie diese mit dem abgekühlten Sud und füllen Sie das Gefäß mit Zitronenlimonade auf», rät die Barmixerin Uta Emunds. Wer es alkoholisch mag, nimmt statt Limo Johannisbeersecco. Als Dekoration eignen sich ein frischer Minzezweig und eine halbe Vanilleschote.