17. März 2010

Export: Deutscher Wein schwächelt

Foto: DWI

Nach jahrelangem Aufwind haben die deutschen Winzer im Ausland einen Absatzeinbruch verbucht. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Exportumsatz der Branche um acht Prozent, die ausgeführte Weinmenge sank um sechs Prozent. Ungeachtet dessen wartet die ProWein mit Ausstellerrekord auf

Das gab das Deutsche Wein-Institut (DWI) im Vorfeld der Leitmesse ProWein bekannt. Gründe für den Rückgang seien der starke Euro und die weltweite Wirtschaftskrise. Dennoch bewege man sich mit einem Exportvolumen von rund 200 Millionen Litern Wein im Wert von 394 Millionen Euro noch immer auf dem Niveau von 2007, sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Auf den Hauptausfuhrmärkten USA und Großbritannien gab es für die Deutschen wenig zu gewinnen. In den USA sank der Wert der Einfuhren um 10 Prozent, auf dem britischen Markt waren es 22 Prozent. Gegen den Trend kauften die Niederländer mehr deutschen Wein: Auf dem drittwichtigsten Exportmarkt stieg der Umsatz um zwölf Prozent auf 50 Millionen Euro. In Irland legte deutscher Wein um 42 Prozent, in Polen um 29 Prozent zu.

Im Inland gab der deutsche Wein Marktanteile ab. Die Menge schrumpfte überproportional um 4,5 Prozent, insgesamt wurde in Deutschland im vergangenen Jahr 1,5 Prozent weniger Wein konsumiert.

Insbesondere die Spanier hätten den deutschen Markt angesichts der Kaufzurückhaltung im krisengeschüttelten Heimatmarkt mit preiswertem Wein überflutet. Fast jede zweite Flasche bringen in Deutschland inzwischen Discounter wie Lidl und Aldi an den Kunden.

Ungeachtet dessen wartet die ProWein am kommenden Sonntag mit einem Ausstellerrekord auf. Auf etwa 35 000 Fachbesucher warten 3300 Aussteller (plus sieben Prozent), angeführt von mehr als 800 deutschen Ausstellern, gefolgt von Italienern und Franzosen. In der zentralen Verkostungszone werden mehr als 1000 Weine ausgeschenkt. dpa