WEIN
28. Februar 2015

Falstaff Gala Wein Trophy 2015

Fotos: Falstaff/Alois Müller

Falstaff Deutschland wählte Carolin Spanier-Gillot zur Winzerin des Jahres

Wie in den Vorjahren bot das Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig den würdigen Rahmen für die »Oscar-Nacht« der Weinszene. Carolin Spanier-Gillot vom Weingut Kühling-Gillot (Rheinhessen) wurde von Falstaff Deutschland zur »Winzerin des Jahres« gekürt. Dass mit Tobias Knewitz ein weiterer Winzer aus Rheinhessen zum »Newcomer des Jahres« gewählt wurde, ist sicher kein Zufall: Der Motor aus Enthusiasmus und Tatendrang läuft in Deutschlands größtem Anbaugebiet nach wie vor wie geschmiert.

Die Gewinner (v.l.): Heinrich Wirsching (Lebenswerk), Carolin Spanier Gillot (Winzerin des Jahres), Tobias Knewitz (Newcomer des Jahres), Michael Noack (Sommelier des Jahres) Foto: Falstaff/Alois Müller

Über den Titel »Sommelier des Jahres« durfte sich ein Altmeister seines Faches freuen: Dabei verschließt sich Michael Noack vom »Restaurant Victorian« in Düsseldorf keineswegs einer modernen Weinwelt, doch die Art und Weise wie er sie als »Elder Statesman des Weins« seinen Gästen nahebringt, ist ebenso unprätentiös-klassisch wie selten geworden.

Heinrich Wirsching (Franken) erhielt die Wein Trophy 2015 für sein Lebenswerk, das für den hellwachen 81-Jährigen mit dieser Ehrung aber sicher noch lange nicht beendet sein wird.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Falstaff-Herausgeber Christoph Teuner. Die Redaktion des Falstaff nominierte pro Kategorie jeweils drei Kandidaten. Bundesweit wurde eine Experten-Jury eingeladen, in geheimer Wahl jeweils einen Sieger zu ermitteln. Die fachkundigen Juroren sendeten ihre Stimmzettel an den Notar Dr. Udo Heinrich. Dieser ermittelte aus den Nominierten die Sieger der Trophy:

Winzerin des Jahres: Carolin Spanier Gillot, Rheinhesssen

24 Jahre jung war die studierte Önologin, als sie 2002 die gesamte Verantwortung für das elterliche Weingut Kühling-Gillot übertragen bekam. Die Herausforderung, in einer männerdominierten Weinwelt zu bestehen, nahm sie nicht nur an, sondern meisterte sie von Anbeginn mit Bravour. Heute bildet sie gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Oliver Spanier (Weingut BattenfeldSpanier) das dialektische Dreamteam in der deutschen Weinszene.

Zur Winzerküche der Carolin Spanier

Newcomer des Jahres: Tobias Knewitz, Rheinhessen

Wer Enthusiasmus und Überzeugung eines Tobias Knewitz einmal erlebt hat, wird sich verwundert die Augen reiben, wenn er das Alter dieses leidenschaftlichen Winzers aus Rheinhessens Norden erfährt. Gerade 24 Jahre Lenze zählt er - und sorgt mit seinen Rieslingen aus der enorm kalkhaltigen Lage Hundertgulden bereits für Aufsehen. Der Mann lebt Wein und liebt ihn, das schmeckt man. Der Beginn einer großen Karriere?

Sommelier des Jahres: Michael Noack, »Restaurant Victorian«

In einer Weinwelt, in der sich manche Sommeliers wie Popstars präsentieren, tun Grandseigneurs wie Michael Noack der Weinseele gut. So darf man es »Alte Schule« nennen, wenn der Maître und Sommelier im Düsseldorfer Restaurant »Victorian« seine Gäste mit Stil, Charme und vinophiler Empathie umsorgt. Sein über viele Jahrzehnte angesammeltes Weinwissen gibt er weiter - und nicht damit an. Das hat Geradlinigkeit und Klasse.

Heinrich Wirsching (Lebenswerk)

Seine Dissertation habe er nur geschrieben, weil er mit einer Banklaufbahn gerechnet habe, sagt Wirsching. Doch es kam zum Glück anders. Als sich sein Vater 1964 zurückzog, übernahm er mit seinem Bruder die Geschicke des elterlichen Betriebs in Iphofen. So wuchs das Weingut »Hans Wirsching« von damals zwölf nicht nur auf heute stattliche 75 Hektar, sondern ist zudem eine Chiffre großartiger fränkischer Weinbaukultur geworden. Kein Grund zum Ausruhen aber, wenn selbst in einem reifen Lebensalter solche Jugendlichkeit möglich ist - bei den Weinen des berühmten Iphöfer Julius-Echter-Berg ebenso wie bei einem außergewöhnlichen Winzer.

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2014

Lebenswerk: Michael Graf Adelmann Winzer des Jahres: Markus Molitor, Mosel Newcomer des Jahres: Josten & Klein, Ahr/Mittelrhein Sommelier des Jahres: Peter H. Müller, »Gourmetrestaurant Lerbach – Nils Henkel«, Bergisch-Gladbach

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2013

Lebenswerk: Fritz Keller, »Weingut Franz Keller - Schwarzer Adler«, Oberbergen am Kaiserstuhl Winzer des Jahres: Hansjörg Rebholz, Weingut Ökonomierat Rebholz, Pfalz Newcomer des Jahres: Eva Fricke, Weingut Eva Fricke in Kiedrich/Rheingau Sommelier des Jahres: Jens Pietzonka vom Restaurant »bean & beluga«, Dresden

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2012

Lebenswerk: Dr. Manfred Prüm, Weingut J.J. Prüm, Mosel Winzer des Jahres: Roman Niewodniczanski, Weingut Van Volxem, Saar Newcomer des Jahres: Christian Stahl, Winzerhof Stahl, Franken Sommelier des Jahres: Sebastian Bordthäuser, Steinheuers Restaurant »Zur Alten Post«, Bad Neuenahr

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2011

Lebenswerk: Werner Näkel, Weingut Meyer-Näkel, Ahr Winzer des Jahres: Horst Sauer, Weingut Horst Sauer, Franken Newcomer des Jahres: Stefan Attmann, Weingut von Winning, Pfalz Sommelier des Jahres: Billy Wagner, Weinbar Rutz, Berlin