30. Juli 2009

Feigen haben Hochsaison

In der Pfalz hat die Feigenernte begonnen. Die Früchte werden in Restaurants und am heimischen Herd verarbeitet oder einfach so gegessen. Mehrere Restaurants der Region beteiligen sich an den Pfälzer Feigenwochen

Ob Frankreich, Belgien und Luxemburg für den kulinarischen Einfluss in der Pfalz zuständig sind? Nicht nur, denn das Klima spielt auch eine große Rolle. Das zweite größte Weinanbaugebiet, welches sich 80 Kilometer lang von Worms bis zur Grenze des Elsass erstreckt, wird vor allen Dingen im Süden von einem mediterranen Klima verwöhnt, welches in Deutschland einzigartig ist.

Hier reifen nicht nur erstklassische Weine heran. Die Temperaturen und Niederschlagsmengen sorgen für eine üppige Auswahl an verschiedenen südländischen Gewächsen. Mandelbäume, die sich im Frühjahr zu einem rosa Meer verwandeln, verschiedene Arten von Zitrusgewächsen, Oliven und Feigen. Fast alles ist hier inzwischen heimisch geworden.

Über die Grenzen der Pfalz hinweg ist die Feige inzwischen ein kleiner Geheimtipp geworden. Zwischen Juli und Ende September werden die grünlich-violetten, etwa 80 Gramm schweren Früchte geerntet. Schätzungsweise wachsen hier 50.000 Bäume mit einem Ertrag von 80 Tonnen. Einen offiziellen Handel gibt es leider nicht. Deshalb haben Liebhaber dieser Früchte es außerhalb der Pfalz schwierig an diese Köstlichkeiten heran zu kommen, das liegt wohl daran das sich kein Obsthändler mit dieser schnell verderblichen Ware beschäftigt.

Geschmacklich unterscheiden sich die Pfälzer Feigen zu ihren südländischen "Konkurrenten" ein wenig. Die Aromen verhalten sich etwas milder, leicht grasig und der Fruchtzuckergehalt ist auch nicht ganz so hoch, wie bei ihren Vertretern aus Südeuropa. Ob geschält und eingelegt in schwarzen Johannesbeerpüree und als Dessertkomponente verwendet oder als Beilage zu diversen Wildgeflügelgerichten, aber auch Kompositionen aus heimischen Krustentieren machen diese Frucht zu einem universellen Begleiter in der Küche.

Hier gibt es für alle Feigenfreunde dann doch noch eine Möglichkeit, diese köstlichen Früchte zu kaufen, in der Feigenbörse: www.pfalz.de

Kulinarische Grüße

Jan-Göran Barth