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04. März 2009

Foodwatch für Schwarze Liste von Ekel-Restaurants

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch ist für eine deutschlandweite Schwarze Liste von sogenannten Schmuddel- und Ekel-Kneipen nach dem Vorbild des Bezirkes Pankow

"Es gibt flächendeckende Missstände in der deutschen Restaurant-Landschaft, schwarze Schafe sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel", sagte der Geschäftsführer von Foodwatch, Thilo Bode, der Welt.

Es sei logisch, dass der Verbraucher erfahren müsse, ob ein Restaurant hygienische Prüfungen bestehe. "Wenn seit zehn Jahren irgendwo Ratten in der Küche rumlaufen, dann sollen das die Leute wissen", sagte Bode. Was der Berliner Bezirk Pankow mit der Veröffentlichung von Verstößen mache, sei mutig. Etwaige Klagen von Gaststättenbetreibern seien wünschenswert. "Es ist gut, dass das vor Gericht mal ausgefochten wird", sagte Bode.

Der Bezirk Pankow hatte am Montag eine Liste mit 39 Kneipen, die Kontrolleuren negativ aufgefallen waren, im Internet veröffentlicht. An diesem Freitag treffen sich die Bezirksstadträte der Hauptstadt, um eine Veröffentlichung von Negativlisten für ganz Berlin zu diskutieren. Berlins Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) unterstützt nach Angaben ihrer Sprecherin das Pankower Modell.

Wie in Berlin sollten auch in Brandenburg unsaubere Gaststätten oder Lebensmittelläden nach Meinung der SPD-Politikerin Kerstin Kircheis öffentlich benannt werden. Was rechtlich möglich ist, sollte in märkischen Gemeinden gemacht werden, hieß es in einer Mitteilung der verbraucherpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion in Potsdam.

Das Pilotprojekt müsse ausgewertet und juristisch nochmals genau abgeklopft werden, meinte Kircheis. Das Vorgehen sei durch das neue Verbraucherinformationsgesetz möglich. In Brandenburg seien für den Verbraucherschutz die Kreise und kreisfreien Städte zuständig. dpa