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08. Februar 2017

Frankenwein-Bilanz 2015 war guter Jahrgang

Frankens Winzer können mit dem Jahrgang 2015 zufrieden sein - Weinregion Franken vor allem für gehobene Zielgruppen interessant.

Den Winzern sei es «ausnehmend gut gelungen», «aus dem Jahrgang 2015 hochwertige Weine zu erzeugen», bilanzierte die Regierung von Unterfranken am Mittwoch das Ergebnis der amtlichen Weinprüfung. 96 Prozent der geprüften Weine erhielten die amtliche Genehmigung, als Qualitäts- oder Prädikatsweine vermarktet zu werden.

2015 waren rund 42 Millionen Liter Frankenwein hergestellt worden, gut drei Viertel davon durchliefen das amtliche Prüfverfahren, den sogenannten «Wein-TÜV».

Immer mehr Weine davon wurden demnach «fränkisch-trocken» ausgebaut - das heißt: noch trockener als in anderen Weinbaugebieten. Ihr Anteil stieg von 18,2 Prozent im Vorjahr auf 20,7 Prozent. Die am meisten zur Prüfung vorgestellte Rebsorte war wie im Vorjahr der Silvaner. Er hatte im Jahr 2009 den zuvor führenden Müller-Thurgau überholt, der auch 2015 wieder auf Platz zwei kam.

Zudem wird der Bocksbeutel beliebter: Knapp ein Drittel der geprüften Weine werde in der traditionellen Flasche verkauft (Vorjahr: 29%). Dieser Anstieg könne an der Einführung des neuen, moderner gestalteten Typs «Bocksbeutel PS» liegen, hieß es. dpa

Weinregion Franken vor allem für gehobene Zielgruppen interessant

Franken ist das zweitbekannteste Ziel für Weintourismus in Deutschland. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von Konsumenten hervor, welche die fränkischen Wein- und Tourismusverbände im unterfränkischen Iphofen vorstellten. 44 Prozent aller Befragten kannten demnach Franken als Ziel für Weintourismus. Bekannter war nur die Region Rheinhessen (55 Prozent). Auf dem dritten Platz folgte die Mosel (42 Prozent). Für die Studie befragte das Heidelberger Sinus-Institut 2000 Verbraucher.

Mehr als die Hälfte der Befragten hatten ein positives Bild der Weinregion Franken. Knapp ein Viertel (22 Prozent) waren schon in Franken zu Gast und könnten sich vorstellen wiederzukommen. Weitere 36 Prozent waren noch nicht da, könnten es sich aber sehr gut vorstellen.

Vor zehn Jahren hatten die fränkischen Verbände die Marke «Franken - Wein.Schöner.Land!» ins Leben gerufen, um Reisen zum Frankenwein attraktiv zu machen. «Uns war das Thema Qualität sehr wichtig», sagte der Geschäftsführer des Weinbauverbands, Hermann Schmitt. Ziel des im Vergleich hochpreisigen Frankenweins sei es, Menschen anzusprechen, «die bereit sind, für Qualität auch entsprechendes Geld auszugeben.»

Als strategische Zielgruppen für den Frankenwein-Tourismus identifizierten die Macher der Studie dementsprechend «Lifestyle-Fokussierte» und «Kulturbeflissene» mit überdurchschnittlichem Einkommen und Interesse an Qualität. Diese beiden Gruppen liebten einerseits den Wein und reisten andererseits überdurchschnittlich oft.

«Es mag so einfach klingen, aber es ist ein ganz entscheidender Punkt: Qualität gewinnt», sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zum Jubiläum der Marke am Donnerstag. «Es geht um wirtschaftliche Fakten, aber auch um das Image einer ganzen Region.»