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13. Oktober 2017

Frankenwein Gute Ernte

Ein turbulentes Weinjahr hat den bayerischen Winzern eine bessere Ernte beschert als gedacht. Gleichzeitig haben sie mit guten Erntemengen einen Großteil der Konkurrenz abgehängt. Nun hoffen sie auf höhere Einnahmen.

Enorme Trockenheit, Spätfrost, nasser Sommer, Mäuse, Wildschweine, Kirschessigfliegen - Wetterkapriolen und tierische Plagen haben die fränkischen Winzer viel Nerven und Arbeit gekostet. Trotzdem ist der Wein-Jahrgang 2017 besser geworden als zunächst angenommen. Das betreffe sowohl die Qualität als auch die Erntemenge, sagte Hermann Kolesch, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), in Würzburg.

Die fränkischen Winzer können demzufolge mit einem durchschnittlichen Ertrag von etwa 81 Hektoliter Most pro Hektar rechnen. Der Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre liegt der LWG zufolge bei 73 Hektolitern pro Hektar.

Damit ist die Menge der eingefahrenen Trauben in etwa vergleichbar mit der aus dem Vorjahr. Der Großteil der Konkurrenz in Deutschland und Europa habe dagegen enorme Ernteeinbußen hinnehmen müssen, hieß es. Dem Deutschen Weininstitut zufolge verzeichnen die deutschen Winzer heuer beim Ertrag ein durchschnittliches Minus von 18 Prozent. Bei den europäischen Weinländern wie Italien, Spanien und Frankreich sehe das mit durchschnittlich minus 14,4 Prozent ähnlich aus, so Kolesch weiter. Grund dafür waren Hagel, Frostschäden und Fäulnis. «Das ist für uns eine verdammt gute Wettbewerbssituation.»

Dazu passen die Weine, die der Jahrgang 2017 mit sich bringt. Den Experten zufolge sind sie aromatisch, leicht und haben dennoch eine leichte Säure. «Die Weine sind keine Alkoholbomben, sondern Weine mit ausgeglichenem Charakter», sagte Hermann Mengler von der Fachberatung für Kellerwirtschaft und -technik des Bezirkes Unterfranken dazu. Die Weine würden die herausragenden Jahrgänge 2015 und 2016 als gute Trinkweine hervorragend ergänzen.

Trockene Winter, frühe Blüte, Spätfröste und nasse Sommer - auf diese Wetterbedingungen müssten sich Frankens Winzer auch in Zukunft einstellen. Deshalb seien vermehrt Investitionen in den Frostschutz, die Kellertechnik und die landwirtschaftlichen Geräte nötig, sagte Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes. «Das wird sich auf die Preise niederschlagen müssen.» Wie viel teurer die Weine aus Franken im kommenden Jahr werden, konnte er nicht sagen.

In Bayern gibt es drei Anbaugebiete für Wein - insgesamt gut 6300 Hektar. Fünf Hektar davon liegen bei Regensburg, fast 70 Hektar am Bodensee, der Rest in Franken. Insgesamt haben die Bayern einen Anteil von sechs Prozent an der Weinanbaufläche in Deutschland. In Bayern sind mehr als 80 Prozent der angebauten Rebstöcke Weißweinsorten. dpa