FOOD
03. August 2010

Frozen Yogurt - die neuen Joghurtsorten

Joghurt-Klacks mit Kekskrümeln oder Erdbeeren: Nach Bio-Eis, Smoothie und Co kommt der neue Trend aus dem Kühlfach

Nach Brownies, Cup Cakes, Smoothies und Turbokaffeesorten («Tall-Latte-Macchiato-Decaf-To-Go») schwappt jetzt der nächste Trend aus Amerika nach Deutschland: Frozen Yogurt, gefrorener Joghurt, sieht aus wie Softeis, schmeckt aber anders. Die Läden heißen «Yoli», «Yobarca» oder wie in Köln «Foxberry». Neu in Berlin ist jetzt eine mobile Variante.    

Matthias Schwach (35) hat einen italienischen Piaggio-Dreirad- Wagen zur mintgrünen Eisdiele, pardon: Frozen-Yogurt-Diele, umgebaut. Damit stellt er sich zum Beispiel vor die Mensa der Humboldt- Universität oder in den Monbijoupark nahe der Museumsinsel. Der Stromgenerator dröhnt. Bis zu 170 Portionen verkauft er am Tag, wenn es heiß ist. Es ist ein Knochenjob mit einer Sieben-Tage-Woche, der ihm Spaß macht. Die Idee hat er aus Los Angeles, wo er sich von «Pinkberry» inspirieren ließ. Was der Jungunternehmer im Winter machen wird, weiß er noch nicht.    

Zur Arbeit bei «Yo'Munchy» kann er in Shorts, Strandlatschen und mit Dreitagebart erscheinen. Das sei «das Tollste», findet er. Im früheren Leben war er Fernsehproduzent beim Finanznachrichtendienst Bloomberg, so erzählt er. Heute beschäftigt sich der Ex-BWL-Student nicht mehr mit Fonds und Anlagetipps, sondern mit «Toppings». So heißen die Häufchen von Kekskrümeln, Smarties oder Obststücken, die auf dem Joghurt-Klacks landen.    

Den Frozen Yogurt bereitet er morgens in seinem Lager zu, aus Magermilchjoghurt, Zucker und entrahmter Milch. Anders als bei Eis kommt keine Sahne hinein, deswegen ist es auch weniger fett, sagt Schwach. Wie viele Kalorien eine Portion (2 Euro) hat, weiß er aber nicht. Gerade sind Erdbeeren gefragt, die süßen Marshmallows weniger.    

Besonders bei Ostdeutschen dürfte die Portion aus der Softeismaschine Kindheitserinnerungen wecken. «Es hat mit Softeis überhaupt nichts zu tun.» Nur die Produktionsweise sei ähnlich. Frozen Yogurt schmeckt säuerlich, wie cremiger Joghurt aus dem Eisfach. Der Name «Yo'Munchy» setzt sich aus «Yogurt» und «Munchy» (Heißhunger) zusammen.    

Joghurt ist somit ein ganz einfaches Produkt, das unversehens in die Lifestyle-Ecke gerutscht ist. Bereits 1981 wurde in Little Rock, Arkansas, die Kette TCBY («This Can't Be Yogurt» - jetzt: «The Country's Best Yogurt») gegründet. Heute sind dagegen wieder Kalorienbomben wie die der Kette «Cold Stone» an der US-Ostküste populär. Ein neuer Trend ist Frozen Yogurt in den USA also nicht mehr. Auch in Deutschland kennen nicht nur Globetrotter die Süßigkeit schon länger. Gefrorener Joghurt lässt sich gut selbst herstellen.    

Nostalgische Eiswagen fahren in Amerika immer noch durch die Straßen. Jeder hat seine eigene Melodie, so dass die Kinder im Haus genau erkennen, welcher Wagen mit welchem Eis- oder Joghurtangebot gerade durch ihre Nachbarschaft kurvt. Auch Matthias Schwach wollte sich zuerst einen Lautsprecher mit Musik zulegen. Er habe aber auch so genug zu tun, sagt er. (Caroline Bock, dpa)

Frozen Yogurt selbst herstellen

Gefrorenes Joghurteis kann jeder ganz einfach zu Hause selbst machen. «Das ist ganz simpel, wenn man sich nicht vorgenommen hat, den Joghurt auch noch selbst herzustellen», sagte Laura Gross von der Verbraucher Initiative in Berlin. Man muss sich nur vorher entscheiden, wie cremig das Eis sein und welchen Geschmack es haben soll.    

Für das Herstellen der kalorienarmen Leckerei eignet sich normaler Joghurt, den es im Supermarkt zu kaufen gibt. Die Form des Eises entscheidet sich bereits bei der Zubereitung. «Man kann die Masse zum Beispiel in Mini-Muffinformen füllen, in eine flache Schüssel oder auch in dafür gemachte Eis-am-Stiel-Behälter», sagt Ökotrophologin Gross. Es dauert etwa vier Stunden, bis aus dem Joghurt Eis geworden ist.    

Je cremiger das Eis werden soll, desto öfter muss es umgerührt werden. «Das ist mit den kleinen Behältern natürlich schwieriger.» Durch das Umrühren wird die Kristallbildung beim Gefrieren unterbrochen. «Dadurch sind die Kristalle im Eis wesentlich kleiner und deshalb fühlt sich das Eis im Mund cremiger an.» Die Ernährungswissenschaftlerin rät, das Eis dafür etwa einmal in der Stunde umzurühren.    

Fuchtig, süß, sauer, exotisch, scharf, knallbunt, laktosefrei - der Kreativität sind beim Joghurteis-Herstellen keine Grenzen gesetzt. Zum Süßen empfiehlt Gross Honig oder Puderzucker. «Puderzucker löst sich schneller auf als Kristallzucker und verleiht dem Joghurt gleichzeitig eine angenehme Süße.» Um dem Joghurt mehr Farbe zu geben, eignen sich Fruchtsäfte.    

Früchte im Ganzen sollten jedoch nicht unbedingt den Weg ins Joghurteis finden. «Es ist besser, Fruchtmus herzustellen und dieses der Masse unterzumischen.»

Für alle, die es süß und bunt mögen: Kleine bunte Schokolinsen oder andere Süßigkeiten können natürlich auch eingerührt werden. «Dann muss man nur bedenken, dass diese schweren Teilchen auf den Boden des Behälters sinken, wenn man nicht regelmäßig umrührt», erklärt Gross.