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11. November 2011

Gaga, Bieber und Lafer beim Bambi in Wiesbaden

Lady Gaga und Justin Bieber begeistern die Massen, Gottschalk lässt sich feiern, Bushido erregt seine Kritiker, Helmut Schmidt und Johann Lafer stehen im Rampenlicht. Hohe Promi-Dichte bei der Bambi-Verleihung in Wiesbaden

Von Imke Hendrich und Jürgen Ruf

Promi-Andrang auf dem roten Teppich, Glanz und Blitzlichtgewitter bei der Verleihung des Medienpreises Bambi. Zur Gala des ältesten deutschen Medienpreises hat sich die Show-, Film- und Fernsehbranche am Donnerstagabend in Wiesbaden selbst gefeiert.

Mit Pop-Ikone Lady Gaga und Teenie-Schwarm Justin Bieber sprach der Preis in diesem Jahr ein besonders junges Publikum an. Die beiden internationalen Stars wurden begeistert empfangen, kreischende Teenies bestimmten das Bild.

«Justin, ich will ein Kind von Dir», klang es dem 17 Jahre alten Popstar aus Kanada entgegen, als er vor der Halle aus der Limousine stieg. Bieber, der derzeit wegen Vaterschaftsvorwürfen in den Schlagzeilen ist, gab vereinzelt Autogramme und winkte den jubelnden Fans zu. «Ich freue mich, dass so viele Menschen hier meine Musik mögen und mich unterstützen», sagte er.

Bieber war eines der Hauptthemen des Abends. «Er ist jung, er ist süß und er ist nett», sagte Schauspielerin Maria Furtwängler über den Teenie-Star. Im Blitzlichtgewitter stand auch Hollywood-Star und Bambi-Preisträgerin Gwyneth Paltrow. «Es ist eine große Ehre, hier zu sein und einen Bambi zu erhalten», sagte sie.

Auf große Show setzte, wie erwartet, Lady Gaga. Die schrille Sängerin stolzierte in extrem hochhackigen Schuhen zur Bambi-Gala, zeigte viel Bein und zog einen langen schwarzen Schleier hinter sich her. «Es ist großartig, hier zu sein», sagte sie. Moderatorin Barbara Schöneberger freute sich auf Lady Gaga am meisten. «Sie ist eine extreme Frau, sie zelebriert ihre Auftritte und deshalb ist es toll, dass sie hier ist. Und ich kenne noch nicht einmal eines ihrer Lieder», sagte Schöneberger.

Fernsehkoch Johann Lafer wurde vom Kreisch-Alarm vor der Halle überrascht. «So ein Lärm - das bin ich gar nicht gewohnt», sagte Lafer, der mit seiner Tochter zur Bambi-Verleihung kam.

Rapper Bushido freute sich am meisten auf seinen Bambi. «Diesen Preis wollte ich schon lange haben.» Und er wollte unbedingt Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt sehen, ebenfalls Bambi-Preisträger in diesem Jahr. «Ich mag den, ich höre ihm gerne zu», sagte der Gangster-Rapper über den Polit-Pensionär. «Auch wenn ich nicht viel mit ihm gemein habe. Er ist Raucher, ich Nichtraucher.»

Bushido gab sich zur Bambi-Gala betont charmant. Seine Wahl war im Vorfeld auf Kritik gestoßen. Bei Twitter und Facebook gab es einige Protestaufrufe, weil Bushidos Texte sexistisch und schwulenfeindlich seien. Auch einige Politiker kritisierten die Wahl scharf. Vor der Halle mischten sich bei der Ankunft Bushidos Pfiffe in den Applaus.

Newcomer Tim Bendzko («Nur noch kurz die Welt retten») will seinen Bambi auf der Toilette platzieren. «Da habe ich so eine Ablage und da ist ein Platz reserviert.»

Thomas Gottschalk, dem die Jury den Bambi in der Kategorie «TV-Ereignis des Jahres» zuerkannte, stellte sich den Fotografen. Auf Fragen nach der Zukunft der Show «Wetten, dass..?» ging er aber nicht ein - ebenso wie «Wetten, dass..?»-Erfinder Frank Elstner.

Die TV- und Showbranche feierte sich selbst, statt Zukunftssorgen zu debattieren. «Es ist wie ein Familientreffen», sagte die Schauspielerin Veronica Ferres. «Wir sehen uns einmal im Jahr und freuen uns, dass wir einen fröhlichen und bewegenden Abend miteinander verbringen.» dpa