01. Juni 2010

Gastgewerbe hofft auf WM-Sommer

Gastgewerbe hofft auf leichte Belebung im WM-Sommer

Das deutsche Gastgewerbe setzt nach einem unterkühlten Start ins Jahr auf eine Geschäftsbelebung im WM-Sommer. Mit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft (11. Juni) und bei gutem Wetter hoffen vor allem Kneipen und Bars auf mehr Besucher, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mitteilte.

Für die Gesamtbranche sei in diesem Jahr nach Einbußen wegen des langen Winters und kühler Frühjahrswochen aber nur mit einem stagnierenden Umsatz zu rechnen. Die Erwartungen für den Sommer hellten sich im Vergleich zum Vorjahr auf. Der Verband warnte vor Überlegungen in der Politik, die Mehrwertsteuersenkung für Hotels infrage zu stellen.

«Dieses zarte Pflänzchen Aufschwung darf jetzt nicht kaputt gemacht werden», sagte Dehoga-Präsident Ernst Fischer. Nach der Senkung des Mehrwertsteuersatzes für das Hotelgewerbe von 19 auf sieben Prozent zu Jahresbeginn seien bereits Handwerkeraufträge vergeben und Kredite beantragt worden. Vor allem mittelständischen Betrieben seien so Luft zum Atmen und Spielraum für Investitionen gegeben worden. «Die Hoteliers brauchen Planungssicherheit.»

Der relativ kalte und nasse Frühling schlug bei zahlreichen Unternehmen hart ins Kontor. Außenterrassen und Biergärten seien an Wochenenden und den traditionell umsatzstarken Feiertagen über Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten leer geblieben, sagte Fischer. Dabei wichen Gäste teils nicht einmal auf Innenräume von Restaurants aus, sondern sie kamen gar nicht.

Für den Sommer keimt in der Branche nach einer Befragung von rund 4000 Unternehmen dennoch etwas Optimismus, wie der Dehoga mitteilte. So rechnet nun fast jeder dritte Hotelier (31,2 Prozent) mit einem Umsatzzuwachs, nachdem es ein Jahr zuvor 18,2 Prozent waren. Beim Ertrag erwarten nun 28,7 Prozent Verbesserungen und 32,8 Prozent eine schlechtere Entwicklung. In der Gastronomie setzen 30,8 Prozent auf höhere Sommer-Erlöse (Vorjahr: 18,5 Prozent). Beim Ertrag zeichnet sich für 40,8 Prozent eine Abnahme und für 21,5 Prozent ein Plus ab. dpa