04. Juni 2009

Gastgewerbe in Deutschland sieht schwarz

Nach einer Umfrage der Dehoga haben über 50 Prozent aller Hotelliers und Gastronomen in Deutschland deutliche Umsatzeinbußen

Dem Gastgewerbe macht die Wirtschaftsflaute weiter zu schaffen. Für diesen Sommer erwartet mehr als jedes zweite Unternehmen schlechtere Umsätze als im Vorjahreszeitraum, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mitteilte. Bereits im zurückliegenden Winterhalbjahr hätten laut einer Umfrage 54,5 Prozent der Hoteliers und 58,6 Prozent der Gastwirte Einbußen gehabt.

Aussicht auf eine Besserung in diesem Jahr gebe es kaum. Rutschen die Erlöse weiter ab, seien 100.000 Arbeitsplätze in der Branche mit einer Million Beschäftigten bedroht. Der Dehoga bekräftigte daher die Forderung nach einer Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent für das Gastgewerbe.

Die Hotellerie leide vor allem unter einem Rückgang bei Geschäftsreisen und im Tagungstourismus. Häuser in den Großstädten sowie Luxussegment seien am stärksten betroffen, sagte Dehoga-Präsident Ernst Fischer. In der Gastronomie ließen weniger Firmenveranstaltungen und Geschäftsessen die Umsätze schrumpfen. «Auf Talfahrt befindet sich auch der Umsatz der Kantinen und Caterer». Als weitere Gründe nannte Fischer auch Produktionsstopps und Kurzarbeit. Hamburger-Restaurants, Bäckereicafés oder Pizzalieferdienste hätten sich hingegen als krisenfest erwiesen.

Die Dehoga-Konjunkturumfrage unter 4000 Betrieben bestätige Daten des Statistischen Bundesamtes, wonach das Gastgewerbe im ersten Quartal ein Umsatzminus von 4,7 Prozent verzeichnete, sagte Fischer. Leider gebe es kaum Anzeichen für eine Besserung im laufenden Jahr. «Die Hoteliers und Gastronomen blicken mit großer Sorge auf die kommenden Monate». Drei Prozent der Gastronomen und vier Prozent der Hoteliers dächten sogar an eine Geschäftsaufgabe, wenn sich die Krise verschärfe.

Wichtiger denn je sei daher die «längst überfällige» Senkung der Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe. Sieben Prozent Mehrwertsteuer würden für «eine riesige Investitionswelle, Flexibilität an der Preisfront und Spielräume bei der Entlohnung der Mitarbeiter» sorgen, sagte der Dehoga-Präsident. dpa