18. Februar 2009

Gastronomie auf Talfahrt

Im vergangenen Jahr haben Wirte, Caterer und Hoteliers 2,5 Prozent weniger als 2007 umgesetzt

Wie das Statistische Bundesamt berichtet, gelang es der Branche nur mit Preiserhöhungen, den Umsatz nominal nahezu konstant (+0,1 Prozent) zu halten. Besonders schlecht liefen die Geschäfte ab Oktober, als die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise immer deutlicher wurden.

Besonders hohe Rückgänge mussten die Kneipen hinnehmen, möglicherweise auch in der Folge der von den Ländern verhängten Rauchverbote. Die von den Statistikern sogenannte "getränkeorientierte Gastronomie" musste in konstanten Preisen das höchste Minus von 4,4 Prozent hinnehmen. Nominal landete 2,4 Prozent weniger Umsatz in den Kassen. Im Dezember betrug der Rückgang sogar 8,2 Prozent real beziehungsweise 6,3 Prozent nominal. Auch das Beherbungsgewerbe verzeichnete über das Gesamtjahr Umsatzrückgänge, während die Kantinen und Caterer zumindest nominal ein Plus von 2,4 Prozent erreichten.

Die realen Umsätze betrugen im Jahr 2008 nur noch 90,9 Prozent des Basiswertes von 2003. Die höheren Preise retteten den Wirten den Umsatz auf 98,9 Prozent des Niveaus fünf Jahre zuvor. Mit Ausnahme des Stagnationsjahrs 2006 sind die realen Umsätze seit der Einführung des Euro-Bargelds zum Jahreswechsel 2001/2002 in jedem Jahr gesunken.

"2008 begann für das Gastgewerbe hoffnungsvoll. Wäre das zweite Halbjahr so gelaufen wie das erste, wäre es ein gutes Jahr für unsere Branche geworden. Seit Oktober sind jedoch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich zu spüren", kommentierte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Ernst Fischer, die Zahlen.

Angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten blickten die Hoteliers und Gastronomen sorgenvoll in die Zukunft. "Die Prognosen für das laufende Jahr lassen nichts Gutes erwarten", so Fischer. Am stärksten litten das Veranstaltungsgeschäft und der Geschäftsreisetourismus unter der Krise. Eine im Vergleich positive Entwicklung machten hingegen Burger-Spezialisten und Imbissbetriebe sowie Pizza-Lieferdienste. Der Verband verlangte erneut die Einführung des vergünstigten Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie. (dpa)