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12. November 2007

Gault Millau 2008: Sieger und Verlierer, Ergebnisse

Klaus Erfort aus Saarbrücken ist der „Koch des Jahres 2008“. Dieter Müller, Juan Amador und Kolja Kleeberg wurden abgewertet ... Die Ergebnisse

Der Restaurantführer „Gault Millau“ ehrte das „Gästehaus Erfort“ am Montag als eines der weltbesten Restaurants und verlieh ihm 19 von 20 möglichen Punkten. Zu den Spezialitäten von Klaus Erfort gehören Gänsestopfleber im gepfefferten Ananasmantel oder mit Langustinen gefüllte Ravioli aus Milchhaut in grünem Gazpacho.

19 oder mehr „Gault Millau“-Punkte haben jetzt sieben Köche in Deutschland, an ihrer Spitze mit 19,5 Helmut Thieltges (Dreis in der Südeifel), Joachim Wissler (Bergisch Gladbach) und Harald Wohlfahrt (Baiersbronn).

Altmeister Dieter Müller stieg aus der Top-Gruppe auf 19 Punkte ab. Die Tester des Führers erlebten in seinem Restaurant in Bergisch Gladbach „Geschmackswunder“, aber auch Enttäuschungen wie „verhunzte Meeresfrüchtesülze“.

Abgewertet wurde auch Kolja Kleeberg vom „Vau“ in Berlin, der nur noch 16 Punkte bekam. „Die häufigen Auszeiten des TV-bekannten Starkochs haben offenbar dazu geführt, dass er selbst nicht mehr an der Entwicklung seiner Küche arbeitet“, schrieb „Gault Millau“-Chefredakteur Manfred Kohnke.

An Juan Amador aus Langen bei Frankfurt, dem herausragenden Vertreter der spanischen Avantgarde- oder „Molekular“-Küche in Deutschland, bemängelten die Tester zu viele Spielereien und gaben ihm 17 statt bisher 18 Punkte. Es gehe manchmal zu wie beim Kindergeburtstag, wenn Sushi/Ingwer-Lollipops serviert würden oder mit Essig gefüllte Zuckerwatte mit Olivenöl aus einer Pipette.

Als Aufsteiger des Jahres zeichnete der Guide Michael Kempf vom „Facil“ in Berlin aus, der arabisch und indisch würzt. „Ob er traditionell, modern, exotisch oder kosmopolitisch aufkocht, sei jedem Küchenchef unbenommen“, sagt Kohnke. „Wir möchten nur, dass er eine kreative persönliche Küche bietet.“

Küchenchef Andreas Aumer vom Restaurant „Seven Seas“ auf dem Süllberg in Blankenese ist für den Gastronomieführer „Gault Millau“ der kulinarische Aufsteiger des Jahres in Hamburg. Er rückte in der Deutschlandausgabe 2008 unter die fünf besten Köche der Stadt.

Als beste Köche Hessens kürte der Gault Millau zwei Aufsteiger aus Frankfurt: 18 von 20 möglichen Punkten bekamen Alfred Friedrich vom „Zarges“ und Mario Lohninger vom „Silk“. Der Titel „Restaurateur des Jahres“ ging an Klaus Peter Kofler, der unter anderem in Frankfurt die „Villa Merton“ betreibt.

Zwei von Heinz Winklers Ex-Küchenchefs, Christian Jürgens vom „Kastell“ in Wernberg-Köblitz und Paul Urchs von der „Alpenstube“ in Bayrischzell, kürte der Gastronomieführer zu den kulinarischen Aufsteigern des Jahres in Bayern. Dass in Bayern nicht nur vortrefflich gekocht, sondern auch gastfreundlich bewirtet wird, zeige die Ehrung Stéphane Thuriots vom „Königshof“ in München als „Sommelier des Jahres“.

Kulinarischer Aufsteiger im Südwesten ist für den „Gault Millau“ Markus Nagy vom Restaurant „Zum Löwen“ in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe. Nagy kochte sich mit 17 Punkten in der Ausgabe 2008 unter die 20 besten Köche in Baden-Württemberg.

In NRW setzten sich hinter den beiden Bergisch Gladbacher Köchen Jean-Claude Bourgueil („Schiffchen“, Düsseldorf), Dieter Kaufmann („Traube“, Grevenbroich), Eric Menchon („Le Moissonnier“, Köln) und Bernd Stollenwerk („Gut Lärchenhof“, Puhlheim) bei den Kritikern durch ­ sie wurden allesamt mit 18 Punkten bewertet.

Die Köche Stefan Hermann vom „Bean & Beluga“ Dresden und Peter Niemann vom „Allee“ in Leipzig gehören für den Gault Millau zu den kulinarischen Aufsteigern des Jahres in Sachsen. Sie kochten sich laut der Deutschlandausgabe 2008 des französischen Gastronomieführers „in die kleine Klasse der Kochkünstler“.

Das Dresdner „Caroussel“ mit Dirk Schroer und der „Stadtpfeiffer“ in Leipzig mit Detlef Schlegel sind mit je 17 Punkten die besten Restaurants im Freistaat. Die Tester lobten Hermanns Kreationen als Meisterstücke, die für einen hohen Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität stünden.

Allee“-Küchenchef Niemann in Leipzig überzeugte mit seinem steten Bemühen um beste Produkte aus möglichst naher Umgebung. Positiv bewertet wurden auch das „Gourmet-Restaurant Pattis“ in Dresden, das „Falco“ in Leipzig (je 16 Punkte), das „St. Andreas“ in Aue, „Pavillon“ in Hartenstein, „Schlemmerzimmer“ in Kirschau sowie „La Cachette“ und „Medici“ in Leipzig (15 Punkte).

Auf den Spitzenplätzen landeten in Niedersachsen das „La Vie“ in Osnabrück (19 Punkte) sowie das „Aqua“ in Wolfsburg (18 Punkte). Fünf weitere Lokale wurden mit 17 Punkten ausgezeichnet.

Jörg Müller aus Westerland auf Sylt führt weiterhin die Garde der Spitzenköche in Schleswig-Holstein an. Der Gastronomieführer „Gault Millau“ verlieh ihm in der Deutschlandausgabe 2008 erneut 18 von 20 möglichen Punkten. Dahinter rangieren mit je 17 Punkten mit dem „Fährhaus“ in Munkmarsch, dem „Dorint Söl'ring Hof“ in Rantum und „Bodendorf's“ in Tinnum drei weitere Sylter Restaurants.

 Die besten Noten erhielten in BremenGrashoff's Bristo“ und „L'Orchidée“ im Ratskeller (beide 16 Punkte).

 Eins auf die Mütze bekamen Starköche wie Christian Scharrer (Restaurant Imperial) vom Schlosshotel Bühlerhöhe bei Baden-Baden. Er serviere auf dem ehemaligen Flaggschiff der deutschen Luxushotellerie, das wie ein schlingernder Passagierdampfer in seichten Gewässern erscheint, auch geschmacksarme Sparsamkeit, begründeten die Tester die Abwertung von 18 auf 17 Punkte. Scharrer war 2005 noch als „Koch des Jahres“ gefeiert worden.

Armin Karrer vom „Hirschen“ in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) fiel ebenso auf 16 Punkte wie Thomas Balensiefer von der „Villa Hammerschmiede“ in Pfinztal (Kreis Karlsruhe). Auf 15 Punkte abgestuft wurden Manfred Schwarz (Heidelberg), Frank Oehler vom „Erbprinzen“ in Ettlingen (Kreis Karlsruhe) und Bernd Werner in Gernsbach (Kreis Rastatt). Die Tester monierten, in Deutschland gebe es „zu viele Schaumschläger in der Küche“.

Thüringens bestes Restaurant ist nach Meinung der Testkoster des Restaurantführers „Gault Millau“ das Anna Amalia in Weimar. Das Hotelrestaurant in der Klassikerstadt kam auf 17 von 20 möglichen Punkten und gehört damit zur Spitzenklasse in Deutschland.

Harald Rüssel, der bereits vom Feinschmecker aufgewertet worden war, darf sich mit jetzt 18 Punkten im Gault Millau Aufsteiger in Rheinland-Pfalz nennen.

In Postdam bekam Alexander Dressel 16 Punkte ...

Niko gratuliert allen!

http://www.gaultmillau.de/

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