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18. Oktober 2008

Gault Millau Schweiz 2009: Koch des Jahres Dominique Gauthier

Die besten Hotels der Schweiz rüsten kulinarisch auf. Kein Zufall also, dass auch der neue Koch des Jahres in einem Fünfsternehaus zaubert: Dominique Gauthier, Chef im Hôtel Beau-Rivage in Genf. Er verdient Titel und den 18. Punkt. Alle Sieger des Gault Millau Schweiz 2009

Die Spitze des GaultMillau-Klassements ist unverändert: Sieben Schweizer Köche werden mit 19 Punkten ausgezeichnet, die meisten von ihnen sind in der Romandie am Werk. Philippe Rochat (Crissier), Gérard Rabaey (Brent) und Bernard Ravet (Vufflens-le-Château) bilden rund um Lausanne gewissermassen das kulinarische Epizentrum der Schweiz. Philippe Chevrier (Genf Satigny) und Didier de Courten (Sierre) verstärken mit viel Power die welsche Fraktion. In der Deutschschweiz sind Horst Petermann (Küsnacht ZH) und André Jaeger (Schaffhausen) GaultMillau Leuchttürme. Im internationalen Vergleich fällt zweierlei auf: Alle sieben halten mit den Besten in den Nachbarländern locker mit und sie bieten ein ausgezeichnetes Preis-Genuss-Verhältnis.

Zur aktuellen Ausgabe 2011

Auf dem zweithöchsten Treppchen hingegen hat sich einiges bewegt. Neben dem Koch des Jahres Dominique Gauthier (Gauthier teilt sich den Erfolg mit der Familie Mayer, die das noble Hotel Beau-Rivage in Genf seit 150 Jahren führt und mit seiner 25-köpfigen Brigade) steigt auch Peter Knogl vom Basler Luxushotel Les Trois Rois eine Liga höher. Er überzeugt in seinem Vorzeigerestaurant Cheval Blanc mit einer exzellenten, intelligenten Küche; eine der besten Servicebrigaden der Schweiz sorgt für zusätzlichen Glanz. Knogl ist Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz. Daniel Bumann vom Chesa Pirani in La Punt GR kehrt nach einjährigem Durchhänger in die 18-Punkte-Liga zurück.

Vier neue Namen bei den 17-Punkte-Köchen: Jean-Yves Drevet vom Maison du Prussien in Neuenburg beherrscht die traditionelle Küche, taucht gleichzeitig geschickt in molekulare Sphären ein. Er ist unser Aufsteiger des Jahres in der Romandie. Den Namen Sandro Steingruber muss man sich ebenfalls merken: Der junge Tessiner glänzt im Waldhaus Flims Mountain Resort & Spa, führt dort mit wachsendem Erfolg das neue Restaurant Epoca. Walter Klose ist Gastgeber im Gupf Rehetobel, auch er legt einen Punkt zu. Vierter Neuling im Kreis der 17-Punkte-Chefs ist Heiko Nieder, der im Dolder Grand seine Klasse vom ersten Tag an souverän ausspielte.

Käthi Fässler, die Köchin des Jahres

 Einen Titel vergibt der GaultMillau nur selten, aber jetzt klappt es wieder einmal: Käthi Fässler ist seit 1996 Chefin im sehr erfolgreichen Hotel Hof Weissbad. Die Appenzellerin führt energisch eine 30-köpfige Brigade, glänzt vor allem in ihrem modernen Restaurant Flickflauder (16 Punkte). Die letzte Frau, die diese Auszeichnung holte, war 2006 Tanja Grandits. Die zierliche Chefin wechselte vor ein paar Monaten ins berühmte Stucki nach Basel; der Start ist ihr geglückt, und bei 16 Punkten wird es wohl nicht bleiben.

Gefeiert wird noch in drei anderen Restaurants: Frank Oerthle vom Arté in Lugano ist der Aufsteiger des Jahres im Tessin (16 Punkte). Tobias Buholzer verblüfft im unscheinbaren Sankt Meinrad in Zürich und ist Entdeckung des Jahres in der Deutschschweiz (15 Punkte). David Tarnowski eröffnete in Chardonne VD sein eigenes Restaurant (Le Montagne) und startet ebenfalls gleich mit 15 Punkten, er ist die Entdeckung des Jahres in der Romandie.

Sommeliers, Hoteliers und ein CigarMan of the Year

Der GaultMillau fahndet jedes Jahr nach überragenden Weinexperten und wurde diesmal gleich doppelt fündig: Sergio Bassi (Eden Roc, Ascona) und der junge Xavier Debloch (Domaine de Châteauvieux, Genf Satigny) kennen die Küche ihrer Chefs, stimmen die Weine exzellent zu den einzelnen Gängen ab und entkorken auf Wunsch nicht nur Edeletiketten, sondern echte Geheimtipps; die beiden sind Sommeliers des Jahres

Das Hotel des Jahres wurde zusammen mit Titelsponsor Carl F. Bucherer bereits im August ausgezeichnet: Grand Hotel Kronenhof, Pontresina GR. Die Hoteliers Heinz und Jenny Hunkeler, vor allem aber auch Küchenchef Bernd Schützelhofer (neu 16 Punkte) teilen sich die Ehre.

Schweizer Star im Ausland ist der Davoser Peter Caprez. Er ist General Manager im JW Marriott in Bangkok. Sein Five-Star-Business-Hotel ist längst eine überragende Gourmetadresse.

Der CigarMan of the Year, gewählt von GaultMillau und ausgezeichnet von Davidoff, ist im Casale in Wetzikon ZH am Werk: Antonio Colaianni ist ein hervorragender Chef (16 Punkte). Sein Humidor, aufgestellt in einer abgetrennten Smoker's Lounge, ist erstklassig bestückt.

Im GaultMillau Schweiz 2009 sind 811 Restaurants aufgeführt, 17 mehr als im Vorjahr. Die 45 Testerinnen und Tester haben nach über 1000 Besuchen bei 67 Köchen die Note erhöht und 83 neue Adressen entdeckt. 32 Restaurants sind tiefer eingestuft, 63 Adressen wurden gestrichen.

Gault Millau Schweiz 2009, 560 Seiten, 30 Euro, Ringier