Wein
05. Juli 2009

Gault Millau Weinguide antwortet

Winzer contra Gault Millau: Der Christian Verlag, der den Gault Millau herausbringt, hat den 14 Unterzeichnern des Offenen Briefes gestern Abend in einer Mail geantwortet. Das Friedens-Angebot:

Sehr geehrte(r)

den auch von Ihnen unterzeichneten Offenen Brief vom 1. Juli habe ich mit Interesse, aber auch großer Überraschung gelesen, weil ich die dahinter stehende Motivation zunächst nicht recht verstand. Nachdem sich einige der Unterzeichner über die Medien nochmals zu Wort gemeldet haben und ich eine Reihe von Gesprächen mit Winzern führen konnte, wird mir nun manches klarer.

Offensichtlich bot mein Schreiben vom 8. Juni in einem Punkt "Interpretationsspielraum" und wurde von Ihnen so verstanden, dass die Aufnahme von Betrieben und deren Bewertung im GAULT MILLAU WeinGuide von der Buchung des angebotenen Marketing-Pakets abhingen.

Lassen Sie mich bitte klarstellen: Dem ist selbstverständlich nicht so! Die Aufnahme von Weingütern und deren Bewertung im GAULT MILLAU WeinGuide ist völlig unabhängig von der Buchung des offerierten Marketingpakets. Die Redaktion des GAULT MILLAU WeinGuide ist gänzlich frei in der Auswahl und Bewertung der Weingüter und der vorgestellten Weine. Es ist sogar sichergestellt, dass die Redaktion nicht einmal erfährt, welcher Betrieb das Marketingpaket bestellt hat und welcher nicht.

Die saubere Trennung von Redaktion auf der einen Seite und Vertriebs- und Anzeigengeschäft auf der anderen gehört für den Christian Verlag zu den journalistischen und verlegerischen Prinzipien. Das war für mich so selbstverständlich, dass ich es leichtsinnigerweise unterlassen habe, in meinem Brief ausdrücklich darauf hinzuweisen und von einem "freiwilligen Beitrag" schrieb. Bitte verzeihen Sie diese mangelnde Präzision!

Jedenfalls habe ich mich sehr über die am Ende Ihres Briefes zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für den WeinGuide gefreut, wo Sie von "vielen positiven Beiträgen zum Marketing deutscher Weine im In- und Ausland" sprachen. Ich hoffe zugleich, dass mit dieser Klarstellung einer weiteren gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem GAULT MILLAU WeinGuide nichts im Wege steht.

Sollten Sie noch weiteren Gesprächs- oder Erläuterungsbedarf sehen, so zögern Sie bitte nicht, mich anzusprechen.

Mit den allerbesten Grüßen aus München

Christian Verlag GmbH

Ihr Clemens Hahn

Programmleiter | Publishing Director | GAULT MILLAU

 

Niko meint: Das scheint ein ehrlich gemeintes Friedensangebot zu sein, das zur Klärung der Situation und zur Entspannung beitragen könnte. Bei vielen Winzern scheint aber seit längerem schon eine Grenze überschritten zu sein und es ist fraglich ob der Gault Millau diese Winzer wieder einfangen kann. Ich würde dem Gault Millau raten, dass er den Brief an die Winzer (s.u.) komplett zurückzieht und einen neuen, besseren Vorschlag präsentiert.

Zum Artikel: Winzer contra Gault Millau Weinguide