Wein
05. Februar 2011

Georg Prinz zur Lippe bleibt auf Weingut Schloss Proschwitz

Nach dem Scheitern seiner Kaufpläne für die Ordensburg Liebstedt (Kreis Weimarer Land) muss der sächsische Winzer Georg Prinz zur Lippe den Wein von seinen Thüringer Rebflächen vorerst weiter in Sachsen keltern

update: zur Lippe will an Vertrag festhalten

Der Jahrgang 2011 werde im Weingut Schloss Proschwitz in Meißen verarbeitet, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Liebstedter Gemeinderat hatte in dieser Woche beschlossen, das Vorkaufsrecht der Kommune für die mittelalterliche Burg wahrzunehmen, die die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) bereits für 150 000 Euro an den Winzer verkauft hatte.

Die LEG will deshalb nun nach einem Bericht des MDR Thüringen vom Samstag mehrere Zehntausend Euro Schulden von dem Verein einfordern, der die Ordensburg verwaltet hat. Der Verein habe über Jahre keine Betriebskosten gezahlt, erklärte LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmar. Die Außenstände beliefen sich auf 30 000 Euro. Diese Summe werde die LEG nun einfordern. Außerdem werde sie ihre monatlichen Zahlungen einstellen. Der Verein habe für den Unterhalt der Burg monatlich 500 Euro erhalten, sagte Krätzschmar.

Zur Lippe (Foto), der seit einigen Jahren in Kromsdorf bei Weimar Wein anbaut und im vergangenen Jahr erstmals erntete, wollte eine Weinkellerei in der Burg einrichten. Die LEG hatte ihn mit Zustimmung des Landtages vertraglich zu Investitionen von drei Millionen Euro und zur Schaffung von 25 Arbeitsplätzen verpflichtet, nach eigenen Angaben aber zugleich auch weitgehende Nutzungsrechte für die Gemeinde und den Verein Ordensburg Gilde vereinbart: Die Burg hätte weiter als Museum für Touristen und für Veranstaltungen offen gestanden.

«Fakt ist, in Liebstedt möchte man das nicht», sagte der Sprecher des Weingutes, das jetzt die Vertragslage prüft. Die Gemeinde hatte ihre Kaufabsichten mit dem Schutz des Denkmals Ordensburg begründet, das bei einem Verkauf an einen Privatmann bedroht sei. Auch die aus Sicht der LEG unberechtigte Furcht, dass die Burg nicht mehr öffentlich zugänglich sein könnte, spielte eine Rolle. Nachbarn hatten zudem Lärmbelästigung durch Flaschenabfüllung, Transporte und Besucher der Weinkellerei gefürchtet.

Die LEG vertritt die Auffassung, dass nun die Gemeinde in die Investitionsverpflichtungen über drei Millionen Euro und 25 Arbeitsplätze einsteigen muss. Der sächsische Winzer hatte im Vorjahr bereits versucht, im Schloss Kromsdorf ein Weingut einzurichten, war aber wegen «unterschiedlicher Vorstellungen von der Gründung einer Stiftung» an der Gemeinde gescheitert, wie sein Sprecher sagte. dpa 

Niko meint: Eine Kommune mit Angst vor einem Weingut? Wie lächerlich! Das hätte Arbeitsplätze und Renomme für den Ort bedeutet - Gute Nacht, Liebstedt!

Foto: Schloss Proschwitz/VDP