BEER & BRAU
26. Juli 2015

German Barbecue Association Deutsche Grillmeisterschaft 2015

Foto: Pitopia

Grillen wie die Weltmeister: Experten geben Tipps rund ums Grillen und verraten Tricks für Lebensmittel, die viele bislang nicht unbedingt vom Grill kannten

Die besten Grilleure der Republik treten heute in Hennef bei Bonn zur Deutschen Grill- und BBQ-Meisterschaft an. Aufgetischt werden unter anderem Bratwurst, Schweinelachs und Beef Ribs. Auch vegetarisches BBQ sowie gegrilltes Dessert soll von den Juroren bewertet werden.

Insgesamt brutzeln rund 40 Teams um den Titel und 10 000 Euro. Der amtierende Deutsche Grillmeister, Michael Hoffmann aus Rösrath, tritt ebenfalls wieder mit seinem Team an. Er sicherte sich die Auszeichnung bereits dreimal in Folge.

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Experten geben Tipps rund ums Grillen

- Laubholz ergibt gute Holzkohle. Sie ist besonders fest, brennt daher lange und erzeugt viel Wärme, erklärt die Initiative HolzProKlima. Grundsätzlich gilt: Qualitativ hochwertige Holzkohle ist feinporig und besteht aus möglichst vielen gleich großen Stücken. Schmeißt man ein Stück gegen einen harten Gegenstand, zerbricht sie. Ertönt ein heller Ton, ist das Material weitgehend frei von Säuren und Teer.

- Liegen Grillfleisch, -gemüse oder -fisch zu nah an der Hitzequelle, kann das langfristig ungesund sein. Daher sollte der Rost immer mindestens eine Handbreit Abstand zur Kohle haben. Darauf weisen die Lebensmittelexperten vom Tüv Süd hin. Der Grund: Tropfen Fett oder Öle in die Hitzequelle, entstehen krebserregende Stoffe. Sie steigen im Rauch auf und gelangen so an das Grillgut.

- Fischfilets, die leicht zerfallen, kommen am besten in einem Päckchen aus Alufolie auf den Grill. Wer noch etwas Wein oder Fischfond dazu gibt, verleiht dem Fisch zusätzlichen Geschmack und hält ihn saftig. Wichtig sei, die Folie vorher zu fetten, rät das Fisch-Informationszentrum in Hamburg. Wer Knoblauch mag, kann die Folie auch mit einer halben Knoblauchzehe einreiben.

- Auch Weichkäse kann auf den Rost. Darauf weist die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft hin. Dafür wird der Weichkäse ebenfalls einfach in Alufolie gepackt - und mit weiteren Zutaten aufgepeppt. So lässt sich die Käsesorte Romadur mit vorgegarten Kartoffelhälften verpacken. Ein weiterer Tipp der Experten: Blauschimmelkäse mit Fenchel und Birne im Alupäckchen grillen.

- Beim Smoken wird das Fleisch im Raucharoma in einer Kammer gegart. Wer einen Holzkohlegrill mit Abdeckhaube besitzt, kann es selbst ausprobieren, sagt Adam Ramirez, Pit Master aus Berlin - so heißen die Smoke-Profis in den USA. In einem Holzkohlehalter wird die vorgeheizte Holzkohle gegenüber der Lüftungsklappe platziert. Doch wie kommt das typisch rauchige Aroma ans Fleisch? Dafür sorgen feuchte Holzspäne, die zur Kohle dazugegeben werden. Eine Aluminiumschale mit Wasser, die direkt neben der Hitzequelle steht, sorgt für die nötige Feuchtigkeit im Smoker. Durch das Wasser ändert sich die Temperatur nur langsam, was für das Fleisch wichtig ist. Im Smoker sollte es etwa 110 Grad heiß sein, sagt Ramirez. Die Temperatur lässt sich über die Abdeckhaube des Grills regulieren: Beim Öffnen der Klappe entweicht Hitze, und die Temperatur wird niedriger. Vollkommen schließen sollte man die Klappe nicht. Dann schmeckt das Fleisch nach abgestandenem Rauch, erklärt Ramirez.

- Wer grillt, sollte dabei unbedingt auf die Hygiene achten. So muss rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden, wie der Tüv Rheinland rät. Denn bei Kontakt können Keime vom Fleisch auf schon verzehrfertige Lebensmittel übergehen. Besonders an heißen Tagen ist es außerdem wichtig, Fleisch und Beilagen die ganze Zeit zu kühlen. Der Tüv rät dazu, bei Salaten und Co. auf Mayonnaise, Eier und Milchprodukte zu verzichten. Beispielsweise bei Kartoffel- und Nudelsalaten eignen sich an heißen Tagen Dressings aus Öl und Essig oder Zitrone.

- Der Grillrost ist am besten aus Gusseisen oder Edelstahl, empfiehlt Ebbo Christ, Geschäftsführer der German Barbecue Association. «Der Rost sollte möglichst dick sein», erklärt der Grillexperte. «Bei den Stäben ist ein Durchmesser von sechs Millimetern ratsam.»

- Grillen ohne Fleisch und andere tierische Produkte muss keinesfalls öde sein. So können beispielsweise Auberginen, Zucchini und Paprika in Scheiben auf den Grill. Pepp bekommt das Gemüse mit einer Marinade aus Margarine, abgeriebener Orangenschale und Chili. dpa