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21. Juli 2009

Gespräch mit Reinhard Löwenstein

Nachdem Winzer und Gault Millau Weinguide ihren Streit beigelegt haben, spricht Reinhard Löwenstein als Wortführer der Winzer, die den Öffentlichen Brief unterzeichnet hatten, über den Kompromiss

Löwenstein sagte, nach dem Rücktritt Diels habe der Verlag weitere Zugeständnisse gemacht, und er empfehle seinen Kollegen, wieder kostenlos Weine zum Testen an die Redaktion zu schicken. «Klar ist, der Gault Millau braucht Geld, die kriegen das allein nicht gebacken», sagte Löwenstein. Eine «freiwillige» Gebühr für Marketingaktionen, wie die 195 Euro pro Winzer, zahle man aber nicht.

Die Winzer setzten sich auch mit dem Wunsch durch, dass ihre Weine künftig detaillierter beschrieben werden. Viele Winzer seien der Auffassung, dass ein Kulturgut wie Wein - ähnlich wie Literatur oder bildende Kunst - nicht mit Schulnoten bewertet werden könne, heißt es in einer Gesprächsnotiz des Verlages über das Treffen mit den Winzern. Auf das im «Gault Millau» übliche Punktesystem durch die Vergabe von bis zu fünf «Trauben» für Weingüter will der Führer aber nicht verzichten.

«Damit kann ich leben», sagte Löwenstein, der das Weingut Heymann-Löwenstein in Winningen an der Mosel führt. «Wir haben unsere Forderungen durchsetzen können.» Er wies den in der Weinszene erhobenen Vorwurf entschieden zurück, die Winzer wollten Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung des Führers nehmen. 

In der im Herbst erscheinenden nächsten Ausgabe des «Gault Millau WeinGuide» für 2010 werden die Änderungen noch nicht zum Tragen kommen. Auch die umstrittene Marketing-Aktion für die Ausgabe 2010 wird nicht gestoppt. dpa

Zu Kompromiss und Kommentar: Gault Millau Weinguide wird transparent