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11. August 2010

Gesundheit und Wein: Tipps von der Kasse DKV

Bundesweite Studie der Krankenversicherung DKV und der Deutschen Sporthochschule Köln: Die 5 wichtigsten Ernährungs-Tipps - in diesen Bundesländern leben die Menschen gesund

"Lieber moppelig und fit als schlank und unfit" - so lautet das Motto von Ingo Froböse. Der Gesundheitsexperte von der Kölner Sporthochschule möchte die Deutschen zwar zu einer gesünderen Lebensweise bewegen, aber das richtige Gewicht sei nur die halbe Miete. Gesunde Ernährung nutze wenig ohne regelmäßige körperliche Aktivität: "Essen und trimmen - beides muss stimmen", betont Froböse. Angesichts einer neuen wissenschaftlichen Studie sieht der Forscher allerdings in beiden Bereichen erhebliche Defizite.

Im Auftrag der Krankenversicherung DKV hatte die Sporthochschule 2500 Deutsche zu ihren Lebensgewohnheiten befragt, und das Ergebnis ist ernüchternd: Lediglich 13,9 Prozent der Bundesbürger leben rundum gesund. Nur jeder Siebte erfüllt alle fünf Grundkriterien für eine gesunde Lebensweise: genug Bewegung, ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol, keine Zigaretten und kein Stress.

Doch die Hälfte der Deutschen ernährt sich noch nicht einmal richtig. Sie essen zu wenig Obst, Gemüse und Fisch, dafür zu viel Fleisch und Süßigkeiten. Am besten schneiden bei der Ernährung noch die Thüringer ab, gefolgt von mehreren norddeutschen Ländern, wo öfter frischer Fisch auf den Tisch kommt. Schlusslichter in dieser Statistik sind die - wie Froböse sie nennt - "Currywurst-Länder" Nordrhein-Westfalen und Berlin. Allerdings weist der Forscher auch darauf hin, dass die Currywurst per se nicht ungesund sei - sie dürfe nur nicht jeden Tag gegessen werden: "Die Dosis macht das Gift."

Auch bei der körperlichen Aktivität stellt die Studie den Deutschen kein gutes Zeugnis aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, sich an fünf Tagen in der Woche wenigstens eine halbe Stunde zu bewegen. Das müsse noch nicht einmal intensiver Sport sein, sondern es könne auch reichen, den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückzulegen, erklärte Froböse.

Doch viele erreichen noch nicht einmal diese Mindestkriterien. 37,2 Prozent der Befragten gaben an, dass sie niemals länger als zehn Minuten zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Während der durchschnittliche Mecklenburger pro Woche immerhin fast anderthalb Stunden zu Fuß oder per Rad unterwegs ist, bringen es die Menschen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gerade einmal auf insgesamt 45 Minuten. Dabei sterben nach WHO-Angaben in Europa jedes Jahr 600 000 Menschen als Folge von Bewegungsmangel.

Dass viele Deutsche lieber ins Auto steigen statt mit dem Rad zu fahren oder zu Fuß zu gehen, führt Froböse aber nicht nur auf Faulheit zurück, sondern auch auf die Verkehrssituation - vor allem in den Großstädten: "In Köln werde ich überfahren, wenn ich auf die Straße gehe." Deshalb gehören gut ausgebaute Radspuren, sichere Fußgängerwege und beleuchtete Joggingstrecken zu den umfangreichen Handlungsempfehlungen, die die Sporthochschule und die DKV gemeinsam mit der Studie präsentierten.

Zu den Empfehlungen gehören aber auch gesunde Mahlzeiten und Kochkurse in Kindergärten und Schulen, denn bei der jungen Generation sehen die Forscher besonders großen Nachholbedarf. Zwei Drittel der Unter-30-Jährigen ernährten sich ungesund, sagte Froböse und lieferte den Grund dafür gleich mit: Den meisten schmecke das Ungesunde einfach besser. (Axel Hofmann, dpa)

Gesundes Leben hat fünf Facetten

Zu einem gesunden Leben gehören nicht nur eine gesunde Ernährungsweise und ausreichend Bewegung. Auch der Verzicht auf das Rauchen, kein übermäßiger Alkoholkonsum und der richtige Umgang mit Stress zählen dazu. Darauf weisen die Krankenkassen DKV und die Deutsche Sporthochschule Köln hin, die gemeinsam den DKV-Report «Wie gesund lebt Deutschland?» vorgestellt haben. Demnach lebt nur jeder siebte Deutsche (13,9 Prozent) rundum gesund, weil er alle Mindestanforderungen in folgenden fünf Bereichen erfüllt. Befragt wurden mehr als 2500 Menschen.    

AKTIVITÄT: Die Mindestanforderung erfüllt, wer sich an fünf Tagen pro Woche 30 Minuten moderat bewegt, jeweils mindestens zehn Minuten am Stück. Das hilft, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Es reicht aber noch nicht aus, um körperlich richtig fit zu werden oder abzunehmen. Dazu muss man sich mehr und möglichst abwechslungsreich bewegen, betonen DKV und Sporthochschule.    

ERNÄHRUNG: Wer sich an zwei Drittel der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält, ernährt sich den Autoren des Reports zufolge gesund. Die DGE rät zu einer vollwertigen Ernährung mit Gemüse, Obst und Fisch. Es sollten nur wenig Fleisch, Süßigkeiten und Knabbereien auf dem Speiseplan stehen. Wichtig sind regelmäßige Mahlzeiten, die in Ruhe erfolgen.    

RAUCHEN: Raucher leben laut dem Report per se nicht gesund. Nur Nichtraucher erfüllen daher diese Mindestanforderung.    

ALKOHOL: In Maßen genossen, schadet Alkohol anders als Nikotin der Gesundheit nicht. Wer keinen Alkohol oder nicht mehr als 300 Milliliter Bier oder 200 Milliliter Wein pro Tag konsumiert, liegt damit im grünen Bereich - und lebt nicht ungesund.    

STRESS: Jeder empfindet Stress anders, daher wirkt er sich auch bei jedem anders auf die Gesundheit aus. Gesund lebt dem Report zufolge, wer keinen Stress empfindet oder ihn wirksam bekämpft. Dazu zählen zum Beispiel Bewegung, Entspannungsverfahren, ein Treffen mit Freunden, Musik und gute Bücher.

Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern - Sachsen-Anhalt Schlusslicht

Um als rundum gesund zu gelten, mussten die 2500 befragten Deutschen in fünf Bereichen Mindeststandards erfüllen: Körperliche Aktivität, gesunde Ernährung sowie Vermeidung von Stress, Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum. Nach Bundesländern aufgespalten ergibt sich folgendes Ranking:

1. Mecklenburg-Vorpommern 19,8 %

2. Niedersachsen & Bremen 19,5 %

3. Sachsen 17,2 %

4. Bayern 16,5 %

5. Hessen 14,7 %

6. Thüringen 13,9 %

7. Schleswig-Holstein 13,6 %

8. Berlin 12,3 %

9. Nordrhein-Westfalen und Hamburg 12,0 %

11. Baden-Württemberg 11,3 %

12. Rheinland-Pfalz/Saarland und Brandenburg 9,4 %

14. Sachsen-Anhalt 7,9 %