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08. August 2014

Gitschberg Jochtal Per E-Bike durch Südtirol

Gitschberg Jochtal | Per E-Bike durch Südtirol

Über 30 Almen, Neuigkeiten vom Bergdoktor und ein Bunker voller Käse

Mit der kostenlosen "Almencard plus", einem Zusatzbonbon von den Beherbergungsbetrieben, in Zusammenarbeit mit dem Touristikverband Gitschberg Jochtal, geht es mit dem Nahverkehrszug von Mühlbach nach Bruneck. Die E-Bikes werden startklar gemacht und eine Fahrt von etwa 30 Kilometern Länge, entlang des Flusses Rienz, dabei rauf und runter und quer feldein, ist der ideale Einstieg, um einen Gesamteindruck von dieser abwechslungsreichen Region zu erhalten.

Die Region ist nach dem 2510 m hohen Gitschberg und dem Jochtal, einer Gebirgseinkerbung, die über 2000 Meter hoch liegt - und für Wanderer wie Skifahrer gleichermaßen begehrt ist, benannt. Seit 2011/2012 sind die beiden Skigebiete Gitschberg und Jochtal über eine neue Bahn miteinander verbunden.

Dieses Südtiroler Gebiet liegt zwischen Eisacktal und Pustertal, quasi an der Schnittstelle und kann mit Bilderbuch-Ortschaften wie Vals, Mühlbach, Meransen, Rodeneck, Spinges, Weitental, Vintl und dem Pfunderer Tal aufwarten. Wir radeln Richtung Mühlbach und besuchen schon früh morgens eine Brennerei in Obervintl, bei der uns Jürgen Theiner seine selbstgebrannten Destillate vorstellt. "Über 100 kg Himbeeren braucht es, um 1,5 Liter Himbeerbrand zu bekommen", erläutert Theiner und lässt uns die Nase tief in den Brand stecken. Etwa 10.000 Flaschen von verschiedensten Edelbränden verkauft er in seiner Region und ist stolz, dass er dafür schon einige Auszeichnungen erhalten hat.

Capra – die Ziege
Leicht parfümiert geht es weiter nach Vintl, um die neue Feinkäserei Capriz zu besuchen. Hier dreht sich fast alles um die Ziege, auf Italienisch heißt sie "Capra" und aus ihrer Milch werden handgeschöpfte Käse hergestellt. Kuhmilch aus der Region ist natürlich auch beteiligt, wenn Köstlichkeiten wie "Hofer´s Alptraum", ein Weichkäse mit Schüttelbrotkruste und einem Hauch Cognacaroma oder ein Schnittkäse namens "Kasus", der fünf Monate im Käsekeller reift, geschmacklich überzeugen. "Frommelier" Unterleitner zeigt uns die Käseschätze und erzählt, dass in dieser Manufaktur nur zwischen 600 und 1000 Liter Milch pro Tag, vor allem zu Weichkäse verarbeitet wird. Das Bistro, das Geschäft mit Vinothek - und vor allem im Keller die Erlebniswelt, sind absolut einen Besuch wert, veranschaulichen sie doch die Verbindung der Moderne mit der Tradition.
www.capriz.bz

Neuigkeiten vom Bergdoktor
Über 30 Almen rund um den Gitschberg locken zu abwechslungsreichen Wanderungen und vor allem zum gemütlichen Einkehren ein. Die bekannteste Alm ist die Fanealm, ein Almendorf, bestehend aus einer Kirche, Heuhütten und einem Ensemble aus über 10 Almhütten, auf 1739 m wunderschön gelegen. Hier wird der berühmte Käse "Valler Gold" noch ursprünglich, wie in vergangenen Zeiten, hergestellt.

Man gelangt von der Ortschaft Vals, weitgehend entlang am Valser Bach, inmitten einer wildromantischen Klamm auf dieses Bergplateau. Das schönste Almendorf Südtirols wurde vergangenen Winter für über 4 Wochen für die TV-Serie "Der Bergdoktor" in Beschlag genommen. Das TV-Special wird im Winter 2014 beim ZDF ausgestrahlt. Es wird erzählt, dass sich der Schauspieler Hans Sigl, der Bergdoktor Martin Gruber, hier in Vals ziemlich wohl gefühlt hat.

Wir wohnen im selben 4-Sterne Hotel, dem Valserhof, geführt von der Familie Erlacher, und können das nachvollziehen, denn hoher Hotelstandard, Ambiente, Küchen und Weinkeller, Wellness und die neu gebauten Suiten machen dieses Hotel zum einmaligen Erlebnis.
www.valserhof.com

Ein Bunker mit Käse
"Der Bunker wurde so gelassen, wie wir ihn vorgefunden haben. Er wurde früher nie benutzt. Wir bringen unsere Käse zum Reifen hierher", sagt Guiseppe und beginnt mit einer Käse-Tour in den Bunker, der von Mussolini kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges gebaut wurde. Der bekannteste Affineur Italiens, Hansi Baumgartner, fertigt ausschließlich regionalen handgefertigten Käse und veredelt diese mit Trester, Kräutern, Gewürzen, Weinen und Destillaten. Im Normalfall lagern in dem Hochbunker etwa 5500 Käselaibe auf 2 Etagen. "Unser Heu in den Whiskeyfässern stammt aus über 2000 m Höhe", erzählt Guiseppe und hebt bei einigen Fässern den Deckel, damit wir die eingewickelten Käse sehen können. Über 70 verschiedene Sorten, große und kleine Laibe, lagern hier und werden nach entsprechenden Reifezeiten von der Manufaktur Degust aus der Ortschaft Vahrn, nordwestlich von Brixen, weltweit exportiert.
www.degust.com

Anreise zum Gitschberg-Jochtal
Die Brennerautobahn A22 bei Brixen-Nord verlassen und weiter Richtung Pustertal/Bruneck fahren. www.gitschberg-jochtal.com

Eure

Rose Marie Donhauser