03. April 2010

Golfen an Südafrikas Kap

Die besten Golfplätze und Golfclubs in der Provinz Western Cape mit Ausblick auf Tafelberg und Weinberge

Wer in Südafrika die anderen Rasenplätze abseits der Stadien besucht, darf in der Provinz Western Cape nicht nur den traumhaften Ausblick auf Tafelberg, Weinberge und Atlantik genießen, sondern auch eine Betreuung, die zu Hause Profis vorbehalten ist.    

Rund 150 Rand - umgerechnet etwa 15 Euro - kostet es, sich eine Runde lang wie Tiger Woods oder Ernie Els zu fühlen: Dafür trägt der Caddy die Tasche, berechnet die Entfernung zum Grün und zeigt die optimale Puttlinie. Viele Gäste können dabei noch einiges lernen. Denn die Caddies haben meist einstellige Handicaps.    

Einer der Caddies ist Fredi. Der 40-Jährige ist seit mehr als 20 Jahren auf den Grüns zu Hause. Seit einiger Zeit arbeitet er im Golfclub Strand, etwa 40 Kilometer von Kapstadt entfernt. Sein Handicap ist 4 - doch das verrät er höchstens auf Nachfrage. «Ich will die Spieler, die ich begleite, nicht verunsichern», sagt Fredi. «Aber ich gebe ihnen gerne Tipps.» In der Hauptsaison kommt er in der Woche auf zwei bis vier Runden. In der Nebensaison hat er Zeit, um viele eigene Runden zu gehen und an seinem Handicap zu feilen.    

In Südafrika spielt man zügig, aber Hektik und Drängeln sind fehl am Platz. Spaß und Geselligkeit zählen. Und nach neun gespielten Löchern ist erst mal «Halbzeit» - 10 bis 15 Minuten ist Halfway-Pause und Zeit für einen kleinen Snack, ein kaltes Getränk oder einen Kaffee. Alle Clubs haben dafür extra sogenannte Halfway-Houses, in denen eine schnelle Bedienung garantiert ist.

Die Golfplätze in und um Kapstadt sowie in der Weinregion bei Stellenbosch, rund 50 Kilometer entfernt, sind sehr unterschiedlich. Rund 20 Plätze lassen sich von Kapstadt aus innerhalb von 90 Minuten erreichen. Die Bandbreite reicht von flachen Spielbahnen bis hin zu sogenannten Bergziegenplätzen. Auch die Greenfee-Preise klaffen weit auseinander: Von 300 bis mehr als 1000 Rand, umgerechnet etwa 30 bis 100 Euro.    

Spitzenpreise verlangen allerdings nur wenige neue Resorts, die sich durch Exklusivität und Plätze in einem Topzustand auszeichnen. Gepflegte Plätze in schönem Ambiente kann man auch zu günstigeren Preisen spielen.

Hier eine kleine Auswahl:    

De Zalze Golfclub bei Stellenbosch: Der Meisterschaftskurs bietet 18 abwechslungsreiche Bahnen. Der Spieler schlägt vor einer Bergkulisse ab, umgeben von Weinbergen. Bei guter Sicht kann man sogar Kapstadts Tafelberg von hinten erspähen. Der Kurs ist gespickt mit vielen Wasserhindernissen. Spektakulär ist das Loch 13 - ein PAR 4. Für die Herren-Abschläge wurden extra Inseln in einen großen Teich gebaut. Der Golfclub de Zalze ist ein typischer moderner Resortplatz. Die zahlreichen Häuser stehen alle in ausreichendem Abstand oder fernab der Fairways. Das Greenfee beträgt 551 Rand.    

Atlantic Beach Golf Estate bei Kapstadt: Der 18-Loch-Platz ist ein typischer Links-Kurs an der Atlantik-Küste. Von vielen Spielbahnen blickt man über das Meer auf den Tafelberg. Auch Robben Island ist zu sehen, wo Nelson Mandela einige Jahre gefangen gehalten wurde. Heute ist das Gefängnis geschlossen. In die typische Dünenlandschaft, bewachsen mit Fynbos, passen sich gut die 850 Privathäuser ein. Eine Attraktion sind auch die Springböcke, die wie selbstverständlich über die Fairways laufen. Viele Spielbahnen sind vom Abschlag nicht einsehbar. Sie fordern bei Wind auch Spielern mit niedrigem Handicap ihr ganzes Können ab. Das Greenfee liegt bei 400 Rand.    

Strand Golfclub im Badeort Strand nahe Somerset West: Der 18-Loch-Platz wurde 1994 am langen, weißen Strand der False Bay eröffnet. Die ebenen Spielbahnen bieten zahlreiche Wasserhindernisse und Bunker. Zur Eröffnung wurden 2500 Bäume gepflanzt, die inzwischen auf vielen Bahnen ins Spiel kommen. Der Platz bietet schöne Aussichten auf die Hottentot Hollands Berge und auf die Skyline der Strand-Promenade. Oft weht der Wind scharf über die False Bay. Dann wird das Spiel anspruchsvoll - und viele Bälle werden vom Winde verweht. Es werden 440 Rand Greenfee fällig.    

Golfclub King David: Der Platz liegt nahe am Flughafen von Kapstadt. Die Parklandschaft mit vielen großen Bäumen, Sträuchern und Blumen ähnelt den Golfplätzen in Deutschland. Die 18 Bahnen sind abwechslungsreich, einige bieten erhöhte Grüns. Spektakulär sind die Ausblicke zwischen Bäumen hindurch auf den Tafelberg. Das Greenfee beträgt 410 Rand.    

Auffällig ist in allen Golfclubs rund um Kapstadt die Freundlichkeit in den Proshops - ob am Telefon beim Buchen oder beim Einchecken vor dem Start. Der Golfer hat stets das Gefühl, willkommen zu sein. Und er ist es auch: «Die Golfer vom anderen Ende der Welt sind sehr wichtig, denn sie bringen ein weiteres Einkommen für den Club», sagt Strand-Clubmanager Cornie Blom. Viele «Overseas» haben längst Mitgliedschaften. Ein Viertel der rund 900 vollzahlenden Mitglieder im Club weilt laut Blom nur einige Wochen oder Monate pro Jahr in Südafrika. Vielleicht sind es nach der Fußball-WM ein paar mehr. dpa

Zum Südafrika-Report 2010