WEIN
19. Januar 2010

Great Wine Capitals vergeben Stipendium

Wein-Netzwerk vergibt Stipendium an Studenten

Ihre Magisterarbeit über rheinhessischen Weintourismus vor Experten in Neuseeland vorstellen - davon träumt die Mainzer Geografiestudentin Claudia Pendleder. Die 28-Jährige hat sich für ein Stipendium beworben, ausgelobt vom internationalen Netzwerk «Great Wine Capitals».

Zur Gemeinschaft der großen Weinhauptstädte wie etwa Bordeaux und Kapstadt gehört seit zwei Jahren auch Mainz. Mit zwei Stipendien, zu denen jeweils neben einem Reisezuschuss für den Trip nach Neuseeland 4500 Euro gehören, sollen Studenten gefördert werden, die sich in ihrer Abschlussarbeit mit Weintourismus, Weinmarketing oder Nachhaltigkeit im Weinbau beschäftigen.

«Es ist ziemlich schwierig für rheinhessische Weingüter, Weintourismus von sich aus anzubieten», sagt Pendleder. «Die meisten sind Familienbetriebe und einfach zu klein dafür.» Sich selbst sieht die 28-Jährige, die aus dem Bayerischen Wald stammt, als Prototyp des Weintouristen, der gerne zu Weinproben geht und durch die rheinhessischen Weinberge wandert. Bei der Literaturrecherche stieß sie auf die Internetseite der Great Wine Capitals und die Auslobung für das Stipendium.

In Deutschland sind Studenten der Fachhochschule Worms, der Johannes-Gutenberg Universität Mainz und der Fachhochschule Geisenheim im Rheingau dazu aufgerufen, sich zu bewerben. Der beste unter den Anwärtern muss sich auf internationaler Ebene dann gegen die Sieger aus den anderen Weinhauptstädten durchsetzen. Die zwei Gewinner dürfen im November bei der Jahreshauptversammlung der Great Wine Capitals in Neuseeland ihre Arbeiten vorstellen.

Elke Höllein von der Stadt Mainz koordiniert als Geschäftsführerin die Arbeit der Weinhauptstädte in Rheinhessen. Sie wünscht sich, dass mit Hilfe der Studenten neue Konzepte entstehen, an denen sich die rheinhessischen Weinbaubetriebe in Zukunft orientieren können. «Es geht um Qualitätssteigerung, darum, international an der Spitze zu stehen und eine führende Weinregion zu sein», sagt sie.

Bereits im vergangenen Jahr hat sich Catharina Coridaß für das Stipendium der Great Wine Capitals beworben. In ihrer Abschlussarbeit beschäftigte sich die 25-Jährige mit der historischen Entwicklung von Mainz als «Weinstadt» bis hin zum Great Wine Capital. «Ich dachte vorher gar nicht, dass mein Thema relevant für den Wettbewerb ist», erzählt die junge Frau. «Ich kann deshalb nur allen, die sich nicht sicher sind, raten, einfach mal selbstbewusst zu sein und sich zu bewerben.»

Zurückblickend sei die Teilnahme am Wettbewerb auch eine großartige Motivation für ihre Examensarbeit gewesen, sagt Coridaß - auch wenn sie letztlich nicht gewonnen hat. «Ich hatte das Gefühl, es wird gewürdigt, was ich hier tue, und das hat mich sehr angespornt, mich noch mehr anzustrengen.»

Auch Geschäftsführerin Höllein betont die Vorteile, die das Programm abgesehen vom Preisgeld birgt. «Das Stipendium ermöglicht es den Bewerbern, sich eine erste wissenschaftliche Reputation auf internationaler Ebene aufzubauen», sagt sie.

Außerdem sei es eine Hilfe bei der beruflichen Orientierung und eine gute Möglichkeit, um weltweit Kontakte zu knüpfen und sich einen fachkundigen Unterstützerkreis aufzubauen. (Franziska von Tiesenhausen, dpa)

(Bewerbungsschluss ist am 8. Februar 2010. Bis dahin müssen Bewerber ein 15-seitiges Exposé auf Englisch einreichen, in dem sie ihr Thema vorstellen.)

dpaq.de/stipendium