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25. November 2009

Greenpeace: Karpfen, Forelle und Pangasius unbedenklich

Fischliebhaber können nach Einschätzung von Greenpeace nur noch bei Karpfen, Forelle und Pangasius ohne Reue zugreifen

Für alle anderen Fischarten gelten Einschränkungen oder sie sollten gar nicht auf den Teller kommen, empfiehlt die Umweltschutzorganisation in ihrem neuen Fischratgeber.    

Der in Deutschland sehr beliebte Hering sollte demnach nicht aus dem Nordostatlantik oder der Nordsee kommen. Auch Fänge in verschiedenen Teilen von Ostsee und im Atlantik seien nicht vertretbar. Ähnliche Einschränkungen, die sich auf das Fanggebiet oder die Fangmethode beziehen, gelten laut Greenpeace-Angaben zum Beispiel für Makrele, Sardine und Zander. Die Finger ganz lassen sollten Verbraucher zum Beispiel von Dornhai, der auch als Seeaal oder Schillerlocke angeboten wird, Rotbarsch, Scholle, Seeteufel, Steinbeißer oder Wittling. «Die Lage der Fischbestände ist weltweit nach wie vor dramatisch», sagt Greenpeace-Fisch-Expertin Iris Menn.    

Den stark zurückgegangenen Beständen des in Deutschland besonders gern gekauften Alaska-Seelachs' droht nach Menns Einschätzung sogar der Zusammenbruch. Eine ähnliche Entwicklung hatte es Anfang der 90er Jahre beim Kabeljau vor Kanada gegeben. Greenpeace rät beim Alaska- Seelachs sogar von Produkten ab, die das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) tragen, das für nachhaltige Fischerei steht. Alaska-Seelachs (Polock) wird zum Beispiel zu Fischstäbchen verarbeitet.    

Jeder Deutsche isst im Jahr durchschnittlich 15,6 Kilogramm Fisch. Alaska-Seelachs, Hering und Lachs stehen dabei ganz oben auf dem Einkaufszettel. Dabei bevorzugen die Kunden tiefgekühlten Fisch (36 Prozent). Auf den Plätzen folgen Dosen und Marinaden mit 31 Prozent sowie Frischfisch mit 8 Prozent. 86 Prozent der Ware wird importiert. dpa