20. April 2009

Großbritannien führt den Euro durch die Hintertür ein

Die beiden Ferienorte Poole und Bournemouth in England akzeptieren die europäische Gemeinschaftswährung

Damit wollen die Städte Poole und Bournemouth an der Südküste Englands in der Wirtschaftskrise den Tourismus ankurbeln. Rechtzeitig zur Hochsaison werde das Leben so "einfacher", sagte der Tourismusdirektor in Bournemouth, Mark Smith, der Zeitung Daily Mail.

Bisher wollten mehr als 20 Geschäfte mitmachen. Für die Touristen vom europäischen Festland ist es ein gutes Geschäft: Nach Angaben der Daily Mail ist in den Orten ein Euro genau ein Pfund wert - der offizielle Euro-Kurs liegt derzeit bei 88 Pence. Die Organisatoren gehen auch davon aus, dass viele Briten, die wegen der Rezession und des schwachen Pfundes dieses Jahr in der Heimat Urlaub machen, ihre Rest-Euro ausgeben werden. Experten schätzen, dass die örtliche Wirtschaft durch die "Euro-Einführung" mit zehn Millionen Pfund (elf Millionen Euro) gefördert werden könnte.

Die Geschäfte, Restaurants und Hotels nehmen vorerst aber nur Banknoten an, keine Münzen. Wechselgeld gibt es in britischen Pfund und Pence. "Es ist ein kleiner Start, aber wir hoffen, dass sich bald viel mehr Hotels und Restaurants anschließen - jedes kleine bisschen hilft", sagte Graham Richardson, Tourismusdirektor in Poole, der Zeitung.

Als erster Ort in Großbritannien hat Dunster in der Grafschaft Somerset Erfahrungen mit dem Euro gemacht. Dort wurde die EU-Gemeinschaftswährung im Frühjahr parallel zum Pfund "eingeführt". dpa