Wein
13. September 2010

Günther Jauch auf seinem Weingut von Othegraven

Fotos: Weingut von Othegraven/Fotograf Andreas Durst

Othegraven/A. Durst

Sein Leben als Winzer: der Lieblingswein, die erste Lese 2010, seine Pläne mit dem Riesling - das Interview der Wein & Gourmetwelten mit Moderator Günther Jauch

Moderator Günther Jauch ist seit Juli Eigentümer des renommierten Weinguts von Othegraven in Kanzem an der Saar. Also ein Grund für die Wein & Gourmetwelten, bei Neu-Winzer Jauch nachzufragen, wie Ernst er seinen neuen Job eigentlich nimmt. Wie man schnell merkt, hat Günther Jauch viel mehr Ahnung davon, als es bis dato schien.

Fühlen Sie sich ein wenig wie im Film "Ein gutes Jahr" mit Russel Crowe, der Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Schicksal aufzeigt?

Jauch: Ja, ein bisschen schon. Aber ich warte immer noch auf die Begegnung mit Marion Cotillard!

Das verstehe ich gut! Können Sie nach dem ersten Crash-Kurs in Sachen Riesling Ihren Wein bereits in Blind-Proben mit anderen Rieslingen herausschmecken?

Jauch: Bei allen Proben und Verkostungen hängt das bei mir immer sehr von der Tagesform ab. Manchmal liege ich ganz gut - dann wieder schrecklich daneben.

Haben Sie einen Lieblingswein auf Othegraven?

Jauch: Im Moment ist es der gerade abgefüllte Max, der nach dem Bruder meiner Großmutter benannt ist. Er ist ein hervorragender Riesling und bietet ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Das Marketing beherrschen Sie also schon. Wie gefallen Ihnen ihre neuen Winzerfreunde, die sie zum VDP-Jubiläum im Brandenburger Hof und in der Weinbar Rutz kennenlernten?

Jauch: Das sind, soweit ich das bisher beurteilen kann, alles fröhliche und sehr nette Menschen, die mir alle sehr offen und freundlich begegnet sind.

Können Sie sich vorstellen, auf wichtigen Messen persönlich Ihren Wein auszuschenken?

Jauch: Das wird nicht immer, aber doch von Zeit zu Zeit so sein. Am vorletzten Wochenende habe ich zum hundertjährigen Jubiläum des VDP in Berlin schon selbst ausgeschenkt.

Wollen Sie das Weingut nachhaltig weiterführen, also biologisch oder sogar bio-dynamisch?

Jauch: Ich möchte die bisherige Qualität mit der erfahrenden Mannschaft erhalten. Die Weine sind schon weitgehend naturbelassen und dazu spontan vergoren. Und als Mitglied des Verbandes der Prädikatsweingüter unterliegen wir ohnehin sehr strengen Regeln.

Werden Sie den Stil der Weine beibehalten oder in eine andere Richtung lenken?

Jauch: Es soll bei den klassischen Prädikatsweinen bleiben, wobei künftig mengenmäßig eine leichte Verschiebung in den trockenen Bereich möglich ist.

Welches ist Ihre Lieblings Wein-Region?

Jauch: Da bin ich befangen, aber jeder Saarwinzer wird Ihnen da dieselbe Antwort geben!

Sind Sie bei der Lese 2010 schon dabei und schneiden Reben?

Jauch: Ja, da will ich in diesem Jahr erstmals dabei sein.

Wir haben gemeinsame Wein-Freunde, Stefan und Marianne Ludes in Potsdam. Die Ludes lassen Wein im Erdener Prälaten von Andreas Schmitges ausbauen und wollen demnächst Wein auf ihrem Grundstück der Villa Jacobs in Potsdam anbauen. Können Sie sich so etwas in Potsdam vorstellen?

Jauch: Potsdam hat eine jahrhundertealte Weintradition und gerade wird mitten in der Stadt der Winzerberg wieder restauriert und soll dann auch wieder bepflanzt werden. In diesem Jahr muß im benachbarten Werderaner Wachtelberg aber jetzt schon gelesen werden, weil die Botrytis den Trauben zusetzt.

Vielen Dank für das Interview!

Günther Jauch freut sich auf die Lese

Zur Verkostung des Altenberg 2009 von Othegraven

Fotos: Weingut von Othegraven/Andreas Durst. Das Foto unten zeigt Othegraven Geschäftsführer Andreas Barth, den früheren Kellermeister