Wein
25. Februar 2010

Günther Jauch kauft Weingut von Othegraven an der Saar

Günther Jauch wird Winzer: Er übernimmt das renommierte Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar

Bisher brodelten nur die Gerüchte, dass der 53-jährige Starmoderator im Top-Betrieb mit den angeblich «besten Riesling-Lagen der Welt» einsteigt. Jetzt ist es raus: Auf einer Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter VDP/Grosser Ring Mosel-Saar-Ruwer am Mittwochabend in Trier kündigte Noch-Eigentümerin Heidi Kegel (71) den Besitzerwechsel für das 12,5 Hektar große Gut noch für dieses Jahr an. Und stellte einen Antrag auf Mitgliedschaft Jauchs im Reigen der Spitzenwinzer.

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Das Votum für Jauch fiel einstimmig aus. «Wir finden das toll. Er ist eine Bereicherung», hieß es. Die begehrte Mitgliedschaft im Verband sei immer eine persönliche und nicht ans Weingut gebunden. Laut Satzung muss daher über einen Übergang - auch innerhalb der Familie - immer abgestimmt werden.

Noch Anfang Februar hatte Jauch zu Gerüchten über einen Einstieg ins Weingeschäft der dpa gesagt: «Ich gebe dazu keinen Kommentar ab.» Doch in dem 620-Einwohner-Dorf war er bereits öfter zu sehen gewesen, sagte Ortsbürgermeister Günter Frentzen. Auch Heidi Kegel hielt sich bedeckt: «Ich bin Eigentümerin und bleibe es noch eine Zeit», hatte sie kürzlich betont. Mit Jauch sei sie über die Familie von Othegraven verwandt: «Mein Patenonkel ist der Bruder seiner Oma», sagte sie. Und Jauchs Großmutter hieß Elsa von Othegraven.

Das Anwesen von Othegraven, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht, liegt nicht nur idyllisch zu Füßen des Kanzemer Bergs an atemberaubend steilen Hängen der Saar. Mit den Lagen «Kanzemer Altenberg», «Wiltinger Kupp» und «Ockfener Bockstein» produziert es Spitzenweine, die von Dänemark bis in die USA Fans haben. «Es ist ein Top-Weingut mit besten Bewertungen in renommierten Weinführern», sagte der Geschäftsführer des Moselweins e.V., Ansgar Schmitz.

Ob Jauch sich in den Weinbergen oft sehen lassen wird, ist offen. «Bei der Ernte wird er sicher mithelfen. Das lässt er sich nicht nehmen», sagte Mosel-Weinbaupräsident Rolf Haxel. Dass ein nicht gelernter Winzer das Saar-Gut führt, ist nichts Ungewöhnliches. Kegel ist von Beruf Anästhesistin und hatte das Erbe nach dem Tod ihrer Tante Maria von Othegraven im Jahr 1995 übernommen.

Jubel auch bei Präsident Haxel: «Der Einstieg von Jauch ist nur zu begrüßen», sagte er. Jetzt sei das Anbaugebiet Mosel mit Saar und Ruwer «endlich soweit wie die Winzer in Oberitalien schon lange sind». Schon Päpste hätten dort Weingüter besessen und noch heute kauften sich dort wohlhabende Weinliebhaber ein.

Filmschauspieler Gérard Depardieu könnte vielleicht der nächste «Promi» an der Mosel sein, sagte Haxel. Er liebe mineralisch- fruchtige, leichte Rieslingweine. «Und die machen wir hier gut und gerne.»  (Birgit Reichert, dpa)

www.von-othegraven.de