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03. Juni 2009

Guide Michelin Österreich eingestellt

Mit Sammlerwert

Harter Schlag für Österreichs Spitzen-Köche: AUS für den Gourmetführer Guide Michelin Österreich nach nur vier Jahren, die aktuelle Ausgabe 2009 ist die letzte

Michelin-Sprecher Thomas Hermann bestätigte gegenüber den Wein & Gourmetwelten das Aus für die Österreich-Ausgabe. Derzeit werde der Ausbau des Michelins vor allem in Amerika und Asien vorangetrieben. Lediglich in Wien und Salzburg sollen auch künftig Restaurants für den Michelinführer "Main Cities of Europe" von den Guide Michelin Testern bewertet werden. Mit der Entscheidung verlieren 49 Restaurants in Österreich außerhalb von Wien und Salzburg ihre Sterne-Bewertung.

Wie aus der für Österreich zuständigen Michelin-Zentrale in Karlsruhe zu erfahren war, wurde die Redaktion selbst über die einsame Entscheidung aus Frankreich überrascht. Jean-Luc Naret, Direktor der Guides Michelin, hatte dem Magazin Rolling Pin zur Begründung erklärt, dass sich die Absatzzahlen nicht in die Richtung entwickelt hätten wie man erwartet hätte.

update: Naret hört auf!

Zu den Sternen 2010 in Wien und Salzburg

Niko meint: Die Verärgerung der österreichischen Spitzenköche von Walter Eselböck bis Silvio Nickol ist voll berechtigt. Die Einstellung ist ein herber Schlag ins Gesicht der österreichischen Top-Gastronomie. Restaurants wie das Hanner und der Taubenkobel, wie das Steirereck und einige andere hatten den internationalen Anschluss geschafft, ihr Potential für drei Sterne bewiesen.

Das es bisher noch kein 3-Sterne-Restaurant in Österreich gab, wird vom Michelin mit der Unbeständigkeit österreichischer Restaurants im Vergleich zu New York oder Tokio begründet. Es reiche nicht aus, dass sie die besten Restaurants eines Landes seien, sondern das sie im internationalen Vergleich bestehen müssen.

 Dazu mag man stehen wie man will, die Begründung ist teilweise auch nachzuvollziehen. Sicher ist aber, dass der Absatz der Guides wohl auch so schleppend verlief, weil die österreichische Gastronomie-Szene sich ungerecht behandelt fühlte. Wenn ein Land neu in den Michelin-Kreis aufgenommen wird, dann müssen dort auch eine Handvoll Restaurants den Ritterschlag erhalten. Ist abzusehen, dass es keine 3 Sterne gibt, sollte der Michelin dorthin nicht expandieren.

Hätte sich nicht eine Zusammenlegung gelohnt, eine Art Michelin-Ausgabe "Alpenländer" zusammen mit der Schweiz und Südtirol? Das hätte sicherlich neue Käufer gebracht und Kosten reduziert. So freut sich nur einer, der Gault Millau Österreich, der ab sofort mächtiger ist denn je.

Hier geht es zu den Michelin-Österreich-Bewertungen, inzwischen mit Sammlerwert