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30. August 2011

Hagelschaden in den Weinbergen über 30 Millionen Euro

Das Aufräumen nach dem Unwetter an der Mosel

Nach dem heftigen Unwetter rechnet die Moselgemeinde Veldenz mit einem Schaden von mindestens 30 Millionen Euro. Viele Mosel-Winzer bangen zudem um ihre Ernte. Hagelkörner hatten am Freitag die Dächer von 300 bis 350 Häusern durchschlagen, wie Ortsbürgermeister Norbert Sproß (Freie Wählergruppe) am Montag in Veldenz (Kreis Bernkastel-Wittlich) sagte. Autos seien beschädigt worden, dazu kämen Wasserschäden in den Häusern. Es werde mindestens ein halbes Jahr dauern, bis die Schäden repariert seien. Die Hagelgeschosse hätten an kleine Pflastersteine erinnert.

In den Weinbergen rund um den Mittelmosel-Ort sei etwa die Hälfte der Ernte zerstört worden, sagte Sproß. Das Unwetter hatte auch in den Nachbargemeinden Burgen, Brauneberg, Mülheim und Kröv gewütet, Veldenz ist nach Angaben der Polizei am stärksten betroffen.

«Wir hoffen jetzt auf unbürokratische Hilfe vonseiten der Politik», sagte der Ortsbürgermeister. Es müsse einen Fonds für Einwohner geben, die nicht ausreichend versichert seien. Die Löcher in den Dächern waren zunächst notdürftig mit Planen abgesichert worden. Sproß zählt in seinem Dach allein hunderte Löcher. «Es war dramatisch. Wie nach einem Bombenangriff», sagte er. Manche Familien des knapp 1000 Einwohner zählenden Ortes seien vorübergehend zu Verwandten gezogen.

Der Weinbauverband Mosel geht davon aus, dass der Hagel Trauben auf weit über 1000 Hektar zerstört hat, genaue Angaben zur Schadenshöhe liegen noch nicht vor, wie Geschäftsführer Gerd Knebel sagte. In manchen Weinbergen sei die Ernte zu einem Drittel zerstört, in manchen zu 90 Prozent. «Die Winzer hatten sich schon auf den Herbst gefreut, denn es sah nach zwei schwächeren Jahren sehr gut aus. Und jetzt das», sagte Knebel. Insgesamt wird an der Mosel auf rund 9000 Hektar Wein angebaut.

Nun will der Verband den künftigen Einsatz sogenannter Hagelflieger erneut diskutieren. Die Flugzeuge verteilen bei Unwettern Silberjodid in den Wolken, um Hagelkörner zu verkleinern. dpa