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28. Januar 2015

Hawesko-Bilanz Übernahmekampf hinterlässt Spuren

Der Übernahmekampf hat Spuren in der Bilanz des Weinhändlers Hawesko hinterlassen - update: Meyer hält mehr als 74 Prozent

Zwar stieg der Umsatz im vergangenen Jahr wie geplant um 1,6 Prozent auf knapp 473 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) blieb mit 23 Millionen Euro aber unter der Prognose von 24 bis 25 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Mit der Umsatzsteigerung sei es gelungen, Marktanteile zu gewinnen.

Nach vorläufigen Berechnungen seien aber rund drei Millionen Euro für einmalige Belastungen in Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot angefallen, heißt es in der Mitteilung. Aufsichtsrat Detlev Meyer hat den Aktionären 40 Euro je Aktie angeboten, um gegen den Willen von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidenden Einfluss auf das Unternehmen zu gewinnen.

Vorstandchef Alexander Margaritoff hat nach hinhaltendem Widerstand kapituliert und seine 30 Prozent an Meyer abgegeben. Das Übernahmeangebot läuft an diesem Freitag aus. Meyer hat bislang rund 66 Prozent der Anteile einsammeln können.

Der Hawesko-Konzern ist in den drei Geschäftsfeldern Versandhandel, Groß- und Einzelhandel tätig. Zu dem Unternehmen gehört auch die Filialkette Jacques' Wein-Depot mit 284 Niederlassungen in Deutschland und zwei in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt 925 Mitarbeiter. dpa

update - Meyer hält mehr als 74 Prozent

Der Investor Detlev Meyer kontrolliert kurz vor Ablauf der Übernahmefrist 74,4 Prozent der Aktien des Weinhändlers Hawesko. Das geht aus einer Pflichtveröffentlichung hervor. Die reguläre Übernahmefrist für die Aktionäre endet am Freitag um Mitternacht. Die endgültigen Anteilsverhältnisse werden in der kommenden Woche veröffentlicht. Die Aktionäre haben dann noch einmal eine zweiwöchige Nachfrist, um ihre Anteile an Meyer abzugeben.

Der Unternehmer und Hawesko-Aufsichtsrat hatte Anfang November angeboten, alle verfügbaren Aktien zum Preis von 40 Euro zu übernehmen. Das Angebot war nicht an das Erreichen bestimmter Mehrheitsschwellen gebunden. Vorstand und Aufsichtsrat lehnten die Meyer-Offerte ab und begründeten das unter anderem mit dem vorgeblich zu niedrigen Preis. Großaktionär und Vorstandschef Alexander Margaritoff bemühte sich vergeblich, andere Investoren zur Abwehr der Meyer-Offerte zu mobilisieren. Am Ende kapitulierte er und verkaufte seinen 30-Prozent-Anteil am Unternehmen an Meyer.

Der Aufsichtsrat muss nach der Übernahme nun zunächst einen neuen Vorstandschef finden. Margaritoff scheidet Mitte des Jahres aus. Er hat das Unternehmen in den vergangenen 30 Jahren groß gemacht hat und ist vor allem als Einkäufer mit langjährigen Kontakten zu namhaften Winzern im In- und Ausland schwer zu ersetzen. Ziel der Übernahme sei es, Hawesko auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu führen, hatte Meyer erklärt. Dazu soll die bislang hohe Ausschüttungsquote für die Aktionäre abgesenkt werden. Vorstand und Aufsichtsrat bleiben in ihren Ämtern. Es sei nicht Ziel des Angebots gewesen, eine Dreiviertel-Mehrheit oder gar alle Anteile zu erwerben, sagte ein Sprecher der Meyer-Holding Tocos. dpa