Honza Klein unterwegs
05. März 2011

Hilton Hotels mit Beach House und Conrad auf den Malediven

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Mit dem Beach House und dem Conrad Rangali Island bietet Hilton zwei der exklusivsten Resorts auf den Malediven

Beim Abflug von Male - ein letzter Blick auf die idyllischen Atolle unten im Indischen Ozean - so etwa müssen sich Adam und Eva gefühlt haben als sie von der verbotenen Frucht genascht hatten und aus dem Paradies vertrieben wurden. Noch ein anderes Bild kommt mir in den Sinn, wenn ich mich an die Tage im Beach House und Conrad erinnere: Cast Away, der Film mit Tom Hanks.

Auf so einer Insel würde man gern stranden. Nun zählen jedoch die beiden genannten Resorts sicherlich zum Besten was die mit etwa 100 Urlaubsparadiesen gespickten 1200 Malediveninseln zu bieten haben. Diamant und Brillant in der Weite des Meeres. Oder für diese Gegend passender gesagt: Eine weiße und eine schwarze Perle. Je nach Geschmack. Die eine Insel wie ein Diamant noch etwas mehr im Naturzustand, die andere edel geschliffen.

Flughafen Male: Nach einem 11 Stunden Flug aus London öffnen sich die Türen des Flugzeuges. Schon hinter der Passkontrolle und dem Durchleuchten des Gepäcks - Jim, Jack und Johnny und wie sie alle heißen, also die Einfuhr von Alkohol ist streng verboten - wartet die Limousine des Waldorf Astoria und bringt uns hinüber zum Hafen mit den Wasserflugzeugen, die die Ankommenden ins Labyrinth der Inselwelt verteilen. Schon hier wird einem klar - man ist nicht irgendwo.

Vorbei an den Wartenden geht es in die gerade eröffnete Lounge der drei zur Hilton-Gruppe gehörenden Domizile: Beach House, Conrad, Hilton. Wer mag kann erst einmal eine Dusche nehmen, eine entspannende Massage genießen, sich ersten kulinarischen Genüssen hingeben oder einfach nur bei einem Cocktail den Flugbetrieb beobachten. Ein weißes Flugzeug auf dem Rollfeld, pardon auf den Wasser, sticht heraus. Jedoch nicht nur äußerlich wie ich später bei einem Flug mit einem normalen Maldivian Air Taxi bemerke. iPad, Bose Kopfhörer und ein paar Erfrischungen werden gereicht und in einem der acht gemütlichen Ledersitze des Beach House Flugzeuges gleitet man durch das Hafenbecken, hebt ab zu einem gut 90minütigen Flug in den hohen Norden der Inselwelt.

Vielleicht einer der schönsten Flüge den man erleben kann. Kleine Atolle, die meisten unbewohnt, hier und da ziehen Boote vorbei, Lagunen und Riffe lassen sich erkennen und schon kommt Manafaru Island in Sicht. Es ist die nördlichste Bastion auf der sich ein Hotel befindet. Gut 500 Kilometer weiter beginnt der indische Subkontinent.

Kleiner Einwurf: Vielleicht hat der eine oder andere Im Januar in der ARD »Traumhotel Malediven« gesehen. Genau hier auf Manufaru wurde gedreht und das Hotel bietet nun ein "Dreamhotel Offer" mit Besichtigung der Drehorte.

Bereits aus der Luft lässt sich erkennen - die Insel ist klein, sehr klein. In zwanzig Minuten ist man gemütlich einmal herum spaziert. Wobei wir bei diesem Spaziergang gerade mal ein zwei weitere Gäste treffen. Und das obwohl 83 Villen zur Verfügung stehen und eigentlich nur die typischen Water Villas zu entdecken sind.

Die Beach Villas liegen gut versteckt hinter tropischen Pflanzen. Irgendwie erscheinen die Villen, und alles was zum erst im März 2010 eröffneten Resort gehört, als wäre es genau so von der Natur vorgesehen. Die Villen bieten jedweden Luxus, ohne jedoch luxuriös Überfrachtet zu erscheinen. Der Baustil ist typisch, die bei den Beach Villas dazugehörenden Patios und Gärten bieten größtmögliche Ungestörtheit und Ruhe und selbst die Water Villas geben einem das Gefühl der einziger Bewohner der Insel zu sein.

Vier Restaurants und drei Bars gehören zur Insel. Sicherlich am überraschendsten ist dabei The Cellar - der Weinkeller. Genau der richtige Ort, um bei tropischen Temperaturen einen guten Tropfen zu genießen. "Wir haben hier etwa 420 verschiedene Weine und 40 Champagner", erzählt Sommelier Kamal, der seinen Beruf by drinking und auf der WSET (Wine & Spirit Education Trust) School in London gelernt hat. Selbst deutscher Riesling aber natürlich auch Petrus und Chateau Latour finden sich auf der Karte. Ein 2000er des letztgenannten schlägt allerdings mit 5000 Dollar zu Buche.

Doch zur Weinkarte später mehr wenn ich im Conrad angekommen bin. Besonders romantisch indes ist ein Dinner im Medium Rare. Aus einem der Pools in mitten des Restaurant kann man sich eine Languste auswählen, die dann frisch an einem der Tische direkt am Strand serviert wird. Doch wie der Name des Restaurants erahnen lässt - Fleisch ob nun Kobe oder amerikanische Steaks - sind eine der Spezialitäten von Chefkoch Adrian Mellor.

Einst kam er aus Manchester nach Asien, stand zuletzt für Oberoi in Indien am Herd und ist nun Chef von 50 Köchen. "Natürlich ist auch der einheimische Fisch für uns ein wichtiges Thema", erzählt Mellor. Den kann man sich übrigens tagsüber bei einer Angeltour auch selbst fangen und dann zubereiten lassen. Womit ich bei den Vergnügungen des Tages bin.

Ich gebe es zu. Ein wenig skeptisch war ich schon vor der Reise. Eine Insel bei der man in 20 Minuten herumspaziert ist, macht einen doch besorgt ob man da nicht in einen Inselkoller verfällt. Doch schon wenige Minuten nach der Ankunft ist man der Gleichmütigkeit des Inseldaseins verfallen und genießt die Ruhe und Abgeschiedenheit. Ein gutes Buch am Strand, der Blick aufs Meer.

Wer Abwechslung sucht, kann die üblichen Wassersportaktivitäten nutzen, tauchen, sich in der Spa verwöhnen lassen oder eben den Fisch fürs Abendmahl angeln und vorher noch mit einem traditionellen Dhoni eine Tour in den Sonnenuntergang machen und dabei vielleicht mit ein paar Delphinen um die Wette fahren.

So vergehen perfekte Tage auf diesem Diamanten der Malediven. Ein wenig mehr geschliffen ist das zweite ebenfalls zu Hilton gehörenden Resort. Das nur etwa 30 Flugminuten östlich von Male gelegene Resort Conrad Rangali Island. Wie PR-Chefin Katherine Anthony meint, im Unterschied zum Beach House eher eine Alternative für die jüngere Klientel.

Vor allem wohl auch eher etwas für Reisende mit Kindern. Wiewohl die aus zwei Inseln bestehende Anlage eine Insel für Gäste ab 16 Jahren reserviert hat. Doch keine Angst. Auch die Hauptinsel bietet Ruhe im Übermaß. Trotz insgesamt 150 Villen die sich wiederum in Beach- und Water Villas teilen. Auf Rangali ist es indes alles ein wenig größer als im Beach House.

Sieben Restaurants, drei Bars und ein Weinkeller stehen zur Wahl. Da man sich mitten im Indischen Ozean befindet, ist die Auswahl unter 35.000 Flaschen Wein und Champagner schon beeindruckend. Allein die Lektüre der per iPad gereichten Weinkarte ist ein Erlebnis.

Einige Beispiele: Roederer Christal Rosé 2002, 10.000 Dollar; Petrus 1982, 11.400 Dollar; Chateau Mouton Rotschild 1947 Magnum, 19.000 Dollar; Roederer Christal 1990 6 Liter, 52.000 Dollar. Der WineSpectator verlieh der Weinkarte in den vergangenen drei Jahren jeweils den Titel Best of Award of Excellence. In der mit neuseeländischen Vulkansand als Boden gefüllten Weinbar kann manch Tropfen zu probiert werden oder man geht in den Weinkeller und kann an seinem persönlichen Videoscreen gleich noch ein wenig Weinkunde erleben.

Sterne jedoch gibt es auf den Malediven nur am klaren Himmel. Die Kreationen in einem der sieben Restaurants, in denen der Franzose Nicolas Boutin das Zepter schwingt, hätten zweifellos ebenso mindestens einige Sterne verdient. 105 Köche sorgen für alle nur erdenklichen Köstlichkeiten. Wobei man sich manchmal schon fragt, wie das alles hier mitten ins Meer gelangt. "FedEx", ist die kurze Antwort des Küchenchefs. Aber ist es wirklich notwendig auf dem Frühstücksbüffet deutschen Jogurt zu finden und Wasser aus Italien oder auch Frankreich?

Immerhin gibt es in den Villen ein auf der Insel entsalzenes Wasser, was doch kaum von einem Evian zu unterscheiden ist. Ein unbedingtes Plus auf den Malediven ist übrigens, das man so gut wie überall rauchen kann. Schon weil man ja fast immer draußen ist. Zigarren werden zwar auch angeboten, für den Aficionado empfiehlt sich indes seine eignes Rauchwerk mitzubringen. Die vor Ort vorhandenen Humidore machen nicht den besten Eindruck und auch die Preise sind nicht eben genussfreundlich. An einem Ort ist Rauchen jedoch 100prozentig untersagt.

Die Rede ist von der Mutter der Perlen - Ithaa. So der Name des einzigartigen Restaurant fünf Meter unter der Meeresoberfläche. 105 Millimeter dickes Glas umhüllt die Plätze für 14 Gäste. Ringsherum Korallen und Fischschwärme. Aquarium einmal anders herum. Gleiches kann man auch im für die Gäste bereitstehenden U-Boot erleben. Ein in der Welt einzigartiges Erlebnis. Mit etwas Glückt trifft man sie dann - die Mutter der Perlen.

Bin dann mal wieder unterwegs

Euer Honza

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