FOOD
24. April 2009

Hochzeits-Torten selbst gemacht

Wenn das kein neuer Heirats-Trend in der Krise ist: Selbst gemachte Hochzeitstorten sind eine tolle Alternative. Doch Vorsicht, die Aufgabe müssen Freunde oder Verwandte übernehmen!

Mehrstöckig, in Herzform oder als Sahnebombe: Eine Hochzeitstorte gehört zu den meisten Hochzeitsfeiern dazu. Doch gerade im Sommer sind Konditoren oft so ausgebucht, dass das Brautpaar den Tortenwunsch für seinen großen Tag schon wochen-, wenn nicht gar monatelang vorher in Auftrag geben muss. Außerdem kann das Werk vom Profi schnell mehrere hundert Euro kosten. Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit: Eine selbst gemachte Hochzeitstorte ist nicht nur origineller als eine Standardtorte, sie ist häufig auch gar nicht so aufwendig, wie viele befürchten.    

"Selbst gemachte Hochzeitstorten sind eine tolle Alternative, da sie sehr persönlich und individuell ist", findet die Konditormeisterin und Buchautorin Barbara Sedlmayr aus Alling bei München. "Es ist auch etwas, auf das man stolz sein kann, weil man etwas macht, das sonst nur Profis hinkriegen."

Doch Vorsicht: Wie der Pâtissier Bernd Siefert aus Michelstadt (Hessen) erklärt, gibt es einen Aberglauben, nach dem nicht jeder eine Hochzeitstorte machen sollte: "Angeblich bringt es Unglück, die eigene Hochzeitstorte herzustellen", sagt Siefert. "Deswegen ist es besser, wenn Eltern, Freunde oder andere Verwandte diese Aufgabe übernehmen."    

Wer sich entschieden hat, die Torte selber zu machen, hat dabei zahlreiche Möglichkeiten. "Schön ist natürlich, die Lieblingstorte aus Kindertagen der Brautleute nachzubacken", rät Sedlmayr. Das sei zwar meist nicht der dreistöckige Tortentraum in Weiß, komme bei dem Hochzeitspaar aber meist gut an. "So eine Torte soll schließlich nicht nur gut aussehen, sondern auch schmecken - und das klappt mit dem Lieblingsrezept besonders gut."    

Doch auch andere Torten bieten sich an. «Eine Erdbeer-Limes-Torte schmeckt super und sieht wie vom Profi gemacht aus», sagt Sedlmayr. «Außerdem kann das Grundrezept je nach Anzahl der Gäste beliebig vermehrt und die Torte vergrößert werden.» Im Kern geht es bei dieser Torte darum, zuerst die selbst gemachten Biskuitböden vom Blech in die gewünschte Form zu schneiden. Sie werden mit einer pürierten Mischung aus frischen Erdbeeren, Zitronensaft, fertigem Erdbeer-Limes und einer Buttercreme aus Eiern, Zucker und Butter bestrichen und mit dünn geschnittenen Erdbeeren belegt.    

«Das kann man mit weiteren Schichten wiederholen und die Biskuitböden mit der Erdbeerfüllung aufeinanderstapeln», erklärt Sedlmayr. Bestrichen wird die komplette Torte mit der restlichen Buttercreme. «Für die Dekoration wird weiße Kuvertüre mit einem breiten Messer gehobelt und diese Späne an den Tortenrand gedrückt.» Zum Schluss noch kurz vor dem Servieren halbierte Erdbeeren auf die Torte legen - fertig ist der Tortentraum.    

Deutlich einfacher ist dagegen Sandkuchen, der mit entsprechender Dekoration aufgepeppt wird. «Wer dabei keine Kastenform mag, kann Silikonbackformen für Herzen oder Rosen nehmen», empfiehlt Konditormeister Siefert. Außerdem kann auch dieser Kuchen je nach Wunsch gestapelt oder aneinandergelegt werden. Die einfachste Möglichkeit zum Verzieren sei, Eiweiß mit Puderzucker zu verrühren und steif zu schlagen. «Damit wird der Kuchen grob eingestrichen, so dass die Oberfläche rau - fast wie bei einem Igel - aussieht.» Dazu können Biorosen ganz oder blätterweise getrocknet, mit Eiweiß bestrichen, mit Zucker bestreut und erneut getrocknet werden. «Sie sehen als Deko auf der Torte sehr schön aus und machen Eindruck.»    

Eine weitere Möglichkeit sind selbst gemachte Torten, die mit Fotos verziert werden. Bundesweit gibt es dafür mehrere Anbieter. «Die Kunden können die Fotos auf der Internetseite hochladen und auch mit einem persönlichen Spruch versehen», erklärt Bäckermeister Björn Kadatz, der in der Bäckerei seines Vaters in Neubrandenburg für den Online-Vertrieb zuständig ist. «Wir drucken das Bild mit Lebensmittelfarbe auf Zuckergussfolie.» Eine Folie ist dabei 20 mal 28 Zentimeter groß. Doch auch größere Motive sind möglich, dabei werden dann mehrere Folien nebeneinandergelegt.    

«Wer kein großer Backmeister ist, kann sich auch etwas anderes als eine Riesen-Torte ausdenken», regt Siefert an. Nicht die Größe entscheide, sondern die Geste. Je nach Partygesellschaft seien beispielsweise Muffins als Tortenersatz denkbar. In Herzform gebacken, mit roter Zuckerglasur bestrichen und einer persönlichen Widmung verziert, können selbst einfache Muffins zum Kuchen-Highlight einer Hochzeit werden. (Aliki Nassoufis/dpa)    

Die Torte vorher einmal ausprobieren    

Wer sonst nie Hochzeitstorten backt, sollte das vorher zumindest einmal ausprobieren. «Es muss ja nicht die ganze Torte in Originalgröße sein», beruhigt Pâtissier Bernd Siefert. Es helfe schon, eine Miniaturversion zu backen, damit der Ablauf und mögliche Tücken klar werden. Außerdem zeigt sich dann, ob in der eigenen Küche alle erforderlichen Gerätschaften vorhanden sind. «Vor allem bekommt man so ein Gefühl für die Torte und den Zeitaufwand», sagt Siefert. Das sei wichtig, damit vor dem Fest keine Panik entsteht, sondern das Backen zumindest halbwegs entspannt ist und Spaß macht.