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16. Januar 2016

Höfesterben in Rheinland-Pfalz geht weiter Bauern unter Preisdruck

Die Bauern in Rheinland-Pfalz leiden unter Preisen, die sie für ihre Erzeugnisse bekommen. Das führt dazu, dass landwirtschaftliche Betriebe schließen müssen.

Von Oliver von Riegen

Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz geben auf. «Ohne den Weinbau ist die Situation der Landwirtschaft im Moment mies», sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Frieder Zimmermann. «Das hat insbesondere mit den anhaltend schlechten Erzeugerpreisen zu tun.»

Niedrige Preise für Milch und Fleisch machten den Betrieben zu schaffen. Als Gründe dafür nannte er einen weitergehenden Preisdruck des Handels, das schwächere Wirtschaftswachstum in China und das russische Importverbot.

Die Zahl der Agrarbetriebe in Rheinland-Pfalz sank seit 1999 um rund die Hälfte, berichtet das Statistische Landesamt in Bad Ems. Damals zählten die Statistiker noch 35 475 Betriebe, während es im vergangenen Jahr 18 100 waren. Seit 2010 ging die Zahl der Höfe um rund 12 Prozent zurück. Ein Ende des Höfesterbens ist nicht in Sicht: «Das wird noch weiter zurückgehen», sagte Zimmermann.

Ein Hof machte im Wirtschaftsjahr 2014/2015 einen Gewinn von knapp 40 000 Euro, ein Jahr zuvor waren es noch fast 74 000 Euro, zwei Jahre vorher fast 64 000 Euro Gewinn, geht aus dem Jahresbericht der Landwirtschaftskammer hervor. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd sprach von einer dramatischen Lage angesichts der niedrigen Preise für Milchbauern und Schweinehalter.

Mit einer durchschnittlichen Größe von 39 Hektar Agrarfläche pro Betrieb liegt Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich auf dem fünftletzten Platz, ganz vorn ist Mecklenburg-Vorpommern (286), Schlusslicht ist Berlin (20). Fast ein Viertel der Betriebe in Rheinland-Pfalz hatte 2015 eine landwirtschaftliche Nutzfläche von unter fünf Hektar - das sind vor allem Weinbaubetriebe.

Vier von zehn Betrieben haben den Schwerpunkt im Weinbau. Die weltgrößte Agrarmesse Grüne Woche lädt in Berlin noch bis zum 24. Januar zum Besuch ein. Rheinland-Pfalz präsentiert sich dort als Weinland Nummer 1. dpa