News
14. August 2009

Homemade als Party-Geschenk

Kulinarische Geschenke aus Küche und Garten für Freunde und Gastgeber

Zum Grillabend beim Nachbarn oder zur Geburtstagsfeier der Freundin will niemand mit leeren Händen kommen. Eine Flasche Wein, ein Blumenstrauß oder eine Schachtel Pralinen: Das kann jeder. Viel persönlicher aber und nirgends zu kaufen sind selbst gemachte kulinarische Mitbringsel - für die Vorratskammer des Gastgebers oder direkt zum Verzehr.    

«Der besondere Reiz solcher Mitbringsel liegt darin, dass sie ganz individuell und auf den Geschmack des Gastgebers abgestimmt sind», sagt Susanne Moosmann von der Verbraucherinitiative in Berlin. Außerdem sind sie ohne Konservierungs- und andere Zusatzstoffe hergestellt. Und der Gastgeber weiß: Da hat sich jemand liebevoll Mühe für mich gemacht.    

Im Idealfall ist das leckere Präsent maßgeschneidert für den Gastgeber gefertigt - Marmeladen und Süßigkeiten sind bei Naschkatzen gefragt, raffinierte Öle oder Pasten bei Feinschmeckern. «Die alte Tante weiß wahrscheinlich eine Konfitüre mit Obst aus dem eigenen Garten mehr zu schätzen als einen peppig verpackten Likör», mutmaßt Regine Stroner, Kochkursleiterin und Mitinhaberin des Restaurants «Zum Hirschen» in Blaufelden (Baden-Württemberg). Natürlich dürfen die persönlichen Lieblingszutaten nicht fehlen.    

Nicht jedes Mitbringsel eignet sich für jeden Anlass. Wenn es darum geht, den Gastgeber zu entlasten und das Buffet zu ergänzen, dann sollte dies unbedingt zuvor abgesprochen werden - nicht nur, um Doppelungen zu vermeiden. «Eine wichtige Grundregel ist dann, dass die Menge angemessen sein muss für die erwartete Personenzahl», rät Regina Schneider, Fachbuchautorin aus Frankfurt/Main. «Ein volles Kuchenblech oder eine Riesenquiche sind bei größeren Partys eine gute Wahl.»    

Am Grillabend machen sich ungewöhnliche Brote und Salate besonders gut. «Sehr fruchtig und erfrischend, aber gleichzeitig nicht langweilig ist beispielsweise Tabouleh - ein Salat aus Couscous, gewürfelten Tomaten und Minze, Melisse oder Blattpetersilie», schlägt Stroner vor. Auch ein Obstsalat ist in der warmen Jahreszeit beliebt. «Die Alternative ist ein Obstkorb», ergänzt Moosmann. «Wer beispielsweise einen Apfelbaum hat, kann die Partygäste mit der frischen Ernte erfreuen.» Der Gastgeber behält später den Korb oder die Schale - als nachhaltiges Geschenk.    

Vielfältige, individuelle Soßen, Würzöle oder Kräuteressige krönen das Buffet. «Zwiebelkonfitüre, Honigsenf, Petersilienpesto oder ein leckerer Dip sind Köstlichkeiten, die man kaum zu kaufen bekommt», zählt Schneider auf. «Sie machen schon auch ein bisschen Arbeit, lassen sich jedoch gut vorbereiten.» Und was nicht bei der Party selbst nicht verzehrt wird, kommt in die Speisekammer und bereitet dem Gastgeber noch lange Freude.    

Überhaupt eignen sich haltbare Mitbringsel wie Öle, Essige, Chutneys und Marmeladen oder Gelees - am besten mit eigenen Kräutern oder Früchten - fast immer. Das gilt auch für Kekse. Sie dürfen zu jedem Anlass mitgebracht werden. Für den Schenkenden haben sie den großen Vorteil, dass sie auch auf Vorrat produziert werden können. Dann ist auch für kurzfristige Einladungen ein kulinarisches Geschenk greifbar.    

«Bei solchen Mitbringseln ist die dekorative Aufmachung die halbe Miete», sagt Schneider. In transparenten Gläsern wirken ganze Früchte und eingelegte Kräuterstängel besonders hübsch. «Beim Einkochen leidet naturgemäß die Farbe von Obst und Gemüse. Das lässt sich ein bisschen verzögern, indem ein Schuss Zitronensaft oder etwas Zitronensäure hinzugefügt wird», rät Moosmann.    

Wer einen Lagerraum hat, sammelt am besten das ganze Jahr über formschöne Gläser und Flaschen, die dann bei Bedarf zum Einmachen bereitstehen. «Sie lassen sich wunderbar aufpeppen, indem der Deckel unter einem farbenfrohen, mit einer Zackenschere geschnittenen Stoffrest versteckt wird. Ein handgeschriebenes Etikett ist dann das i-Tüpfelchen», sagt Schneider. Gebäck wird in wieder verwendbaren Dosen oder Kästchen verpackt. Und wer mag, kann natürlich das Rezept gleich mitliefern, nachkochen erlaubt. (Eva Neumann, dpa)   

Auf Allergien und Diabetes achten    

Neben geschmacklichen Vorlieben müssen auch Essgewohnheiten, Unverträglichkeiten und Allergien berücksichtigt werden. Einem Diabetiker macht zuckerhaltige Schokolade keine Freude. Wer unter Zöliakie leidet, kann mit Keksen aus Weizenmehl nichts anfangen. «Gerade wer durch solche Krankheiten in der Ernährung eingeschränkt ist, hat auch im Supermarkt oft nur eine sehr begrenzte Auswahl», sagt die Kochkursleiterin Regine Stroner. Eine ungewöhnliche Diabetiker-Konfitüre oder Kekse aus Dinkelmehl finden da mit Sicherheit viel Anklang.