31. Januar 2018

Hotel Bayerischer Hof Das neueste Bauprojekt

Hotel Bayerischer Hof | Das neueste Bauprojekt

Das neueste Bauprojekt im Hotel Bayerischer Hof ist der Umbau des Süd- und Nordflügels nach einem Projekt von Inneneinrichter, Kunstsammler und Antiquitätenhändler Axel Vervoordt.

Vor dreieinhalb Jahren, im Herbst 2014, dachte Hotelinhaberin Innegrit Volkhardt erstmals über den Umbau des Gebäudeteils oberhalb der Komödie im Hotel Bayerischer Hof nach. Die Umstrukturierung des heutigen Süd- und Nordflügels erfolgte zwischen April 2016 und Januar 2018, das Investitionsvolumen betrug 12 Millionen Euro.

Foto © Benjamin Monn

Nach den Restaurants Garden und Atelier, der Cinema Lounge und der Palaishalle ist dies das vierte Bauprojekt, welches vom international renommierten Inneneinrichter, Kunstsammler und Antiquitätenhändler Axel Vervoordt aus Belgien für das Hotel Bayerischer Hof realisiert wurde. Es entstanden insgesamt 29 neue Räumlichkeiten, welche sich in 23 Deluxe Doppelzimmer, 5 Deluxe Junior Suiten sowie der Penthouse Garden Suite aufteilen.

Diese Zimmer sind entweder nach Norden oder Süden ausgerichtet. Dabei wurden die herkömmlichen Stockwerke 4 bis 7 komplett abgetragen und ein neuer Gebäudeteil mit fünf Stockwerken oberhalb des Theatersaals errichtet. Die 8. Etage kam neu hinzu. Diese wird zur Gänze von der Penthouse Garden Suite eingenommen. Auf drei Seiten erstreckt sich hier eine aufwendig begrünte Terrasse. Von hier aus genießt man einen atemberaubenden Blick über München.

Foto © Benjamin Monn

Die hellen, nach Süden ausgerichteten Räume sind mit hellen Farben, Stoffen und Tönen gestaltet, während die dunkleren Räume, welche gegen Norden schauen, mit dunkleren Elementen eingerichtet sind. Bei letzteren sei noch zu erwähnen, dass die Zimmer nach oben hin immer heller werden, da sie sich durch mehr Lichteinfluss auszeichnen. "Anfänglich war ich bezüglich dieser Herangehensweise etwas skeptisch", so Innegrit Volkhardt, "aber durch die Erklärung Axel Vervoordts und bei Betrachtung des Ergebnisses, bin ich von der Wirkung der Zimmer begeistert. Vervoordts Handschrift strahlt eine immense Ruhe aus. Dieses Gefühl der Ruhe hat mich bereits nach der Fertigstellung des Atelier und Garden Restaurants sowie der Cinema Lounge und Palaishalle begeistert. Er arbeitet nicht gegen sondern mit den Umständen, bei diesem Projekt den Lichtverhältnissen. Herausragend sind sein besonderer Umgang mit Tradition und der Respekt vor Gewachsenem sowie das Können, gerade in solcher Umgebung, durch seine Handschrift ganz Besonderes zu schaffen. Axel verstand es auf Anhieb, die warmherzige und diskrete Tradition der Gastlichkeit im Bayerischen Hof mit spannenden, zeitgenössischen Akzenten zu versehen. Die Räume strahlen eine unglaubliche Ruhe und Behaglichkeit aus und laden zu einem längeren Verweilen ein."

Foto © Benjamin Monn

Die Zimmer und Junior Suiten in den Stockwerken 4 bis 7

Das Design und die Innenausstattung stammen zur Gänze von Axel Vervoordt. Die Räumlichkeiten in Axel Vervoordts Stil unterscheiden sich deutlich von den bisherigen stilistischen Ausrichtungen der Zimmer und Suiten im Hotel Bayerischer Hof. Sie zeichnen sich durch ein dezentes und zurückgenommenes Design aus. Besonderes Augenmerk wurde unter anderem auf die Materialien gelegt. Die Leibung der Zimmertüren ist aus Stein und die Türen aus Pappelholz. Die Zimmernummern sind in kleine quadratische Steintafeln eingraviert. Die Türgriffe wurden aus gebeiztem Stahl gefertigt, sie weisen eine unübliche, organisch anmutende Form auf. Jeder Türgriff ist zudem in seiner Form ein Unikat.

Foto © Benjamin Monn

Die Leinenstoffe, welche für Betten, Sofas, Sessel, Stühle sowie Kissen zum Einsatz kommen, sind in hellen oder dunklen Natur- und Erdtönen von beige bis taupeblau gehalten. Bei dem aus altem Holz gefertigten Mobiliar, ob Tisch, aus einem abgeschnittenen Baumstamm und einer Steinplatte gefertigt, in heller oder dunkler Ausführung, Kommode, Nachtkästchen, Schreibtisch oder Regal, handelt es sich stets um Einzelstücke.

Die Künstler aus Axel Vervoordts Werkstatt haben jedem Möbelstück neues Leben eingehaucht. Das Bett bildet in jedem Zimmer den visuellen Mittelpunkt und dominiert in gewisser Weise den Raum. Das Kopfteil weist eine abgerundete Form auf, da Vervoordt auch hier eckige Kanten vermeiden wollte. Das Bettgestell wie die Matratze wurde von den bekannten Schrammwerkstätten gefertigt und zeichnet sich besonders durch die Höhe aus. Die unterschiedlichen Lampen, welche vom japanischen Keramikkünstler Kosi Hidama gestaltet wurden, sind ebenfalls Einzelstücke und wurden ebenso in Vervoordts Werkstatt in Gravenwezel bei Antwerpen gefertigt.

Die Bäder zeichnen sich durch den Einsatz von Valverde-Naturstein und klare Formen aus. Sowohl der Boden, als auch das Waschbecken, die Ablagefläche, Badewanne und Regendusche sind in demselben Stein gefertigt. Der Lichtgestalter Roy Sachs hat das Lichtsystem in den Zimmern bewusst minimalistisch gehalten. Wenige Beleuchtungskörper an der Decke, welche flächendeckend verlaufen und durch einen Dimmer in unterschiedliche Lichtintensitäten verändert werden können, vermitteln das Gefühl, als handele es sich um natürliches Licht, welches von außen in den Raum dringt.

Jedes Zimmer besticht durch seine Individualität in Gestaltung und Farbgebung. Die Schlichtheit und Ruhe, welche den Räumen innewohnt, wird durch Kunstwerke von Sadaharu HORIO (°Kobe, 1939) und Mitsuko KÜBLI (°Kofu, 1945) sowie einige wenige kleine Keramik-Vasen und -Gefäße aus Vervoordts Werkstatt unterstrichen. Die Doppelzimmer haben im Schnitt über 45 Quadratmeter. Die Junior Suites unterscheiden sich in ihrer Quadratmetergröße von den Doppelzimmern und weisen einen getrennten Wohn- und Schlafbereich auf.

The Penthouse Garden Suite

Das absolute Highlight des neuen Gebäudeteils stellt die über 350 qm2 große Penthouse Suite im achten Stockwerk dar. Dorthin gelangt man über einen separaten Zugang vom 7. Stock, entweder via Aufzug oder Treppenaufgang. Die Suite umfasst großzügig auf über 350 Quadratmetern das gesamte achte Stockwerk, umgeben von einer weitläufigen Dachterrasse mit spektakulärem Blick über München. Die Suite verfügt über einen großzügigen Wohn- und Essbereich mit Kamin und einem lauschigen Sofa, zwei luxuriösen Schlafzimmern mit direkten Zugängen zu den eigenen Badezimmern, einen eigenen Spa Bereich mit Sauna, Dampfbad, Massage- und Loungebereich sowie Kardiocrosstrainer.

Foto © Benjamin Monn

Die Terrasse, welche die Suite auf drei Seiten umschließt, weist in Höhe des angrenzenden Spa Bereichs einen Hot Tub auf und bietet dank der großflächigen Begrünung mit Kletterpflanzen und Sitzlandschaften viele Rückzugsmöglichkeiten. Der Hot Tub erinnert an eine typische Wanne wie sie in Japan üblich ist und das Wasser bis auf 42°C erwärmt, kann auf Wunsch des Gastes auch kalt temperiert und als Tauchbecken nach einem Saunagang genutzt werden. Eine voll ausgestattete Küche mit angrenzender Bar vervollständigt das Penthouse.

In der Auswahl der Farben und Materialien lehnt sich die Einrichtung der Suite stark an die Räume im Südflügel des Gebäudes an. Lediglich die Bodengestaltung unterscheidet sich maßgeblich, da die Suite im Flur- und Wohnbereich 8 Meter lange Holzlatten aus Eichenholz aufzuweisen hat. In der gesamten Suite reichen alle Fenster bis zum Boden. Die Metallfensterrahmungen sind in Bronze gehalten. Jalousien ermöglichen mittels eines elektrischen Mechanismus die Abdunkelung der Räume. Ein heller Vorhang aus Leinenstoff sorgt für eine weitere Abdeckung der bodentiefen Glasfenster.

Foto © Benjamin Monn

Während die öffentlichen Bereiche der Suite mit den dunklen Holzböden bedeckt sind, findet sich in den Schlafzimmern der hellere Teppichboden aus den anderen Stockwerken wieder. Die Wände sind hell gestrichen, der Wohnbereich wird unter anderem von einem großen, offenen Kamin dominiert. Ein großes TV-Gerät von Bang & Olufsen sorgt für entsprechende Unterhaltung. Somit kann dieser Bereich für unterschiedliche Screening-Situationen eingesetzt werden.

Der große Esstisch, welcher aus einer einzigen Holzplatte gefertigt, von Axel Vervoordt designed und in seiner Werkstatt gefertigt wurde, bietet Platz für 18 Personen. Er wurde mit dem Gedanke Vervoordts geschaffen, die Gäste der Suite an diesem Ort zu vereinen und die vollausgestattete Küche mit angrenzender Bar bietet viele Möglichkeiten für einen genussreichen Aufenthalt.

Foto © Benjamin Monn

Die Schlichtheit und Ruhe welche den Räumen innewohnt, wird durch ein Kunstwerk von Dominique Stroobant (°Antwerpen, 1947) im Eingangsbereich der Penthouse Garden Suite, einem Natur Stalaktit im langen Flur, entstanden in der Provinz Gansu in China, sowie einige wenige kleine Keramik-Vasen und -Gefäße aus Vervoordts Werkstatt unterstrichen.

Der Terrassenbereich gliedert sich in drei Bereiche, wobei die Himmelsrichtungen für die Pflanzenwahl maßgeblich ist. Da der Platz insgesamt begrenzt ist, basiert das Gestaltungskonzept auf wenigen Elementen: gerade Linien, viele Grünpflanzen und -flächen, dezente Farben, Tröge und Sitzflächen sowie die schattenspendende Pergola, welche ebenfalls auf Axel Vervoordts Skizzen basieren. Die Pflanztröge aus Beton sind schlicht gehalten und weisen eine Natursteinoptik auf.

Foto © Benjamin Monn

Auf der Süd- und Westseite befinden sich Pergolen. Es handelt sich um eine Stahl-Holzkonstruktion in warmen Brauntönen. An der Nordseite befindet sich der Hot Tub. Um die Badegäste vor Blicken zu schützen, sind Holzlamellen zwischen den Stützen der Pergola angebracht. Alle Elemente zeichnen sich durch ihre Schlichtheit aus, das Holz sorgt in Kombination mit Stahl für die notwendige Wärme.

In den Trögen sind hauptsächlich Rankpflanzen. Die Wisteria, der sogenannte Blauregen, versprüht einen leichten Duft, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Des Weiteren finden sich in den Trögen weiße Bodendeckerrosen, die zusammen mit anderen weißen und blauen Blütepflanzen wie z.B. Salbei, für farbliche Akzente sorgen.

Foto © Benjamin Monn

Die Blumen und zarten Gräser sollen sich luftig im Wind bewegen können und sind vornehmlich auf der Süd- und West-Seite eingepflanzt. Die Blüten, unter anderem der Zierapfel, die weiße Clematis, die Felsenbirne und andere Blätterpflanzen charakterisieren das Gesamtbild. Anders verhält es sich auf der Nordseite. Kletterhortensien, Lonicera, Clemati-Rankpflanzen, sowie ein kleiner Ginkgo und Buchskugeln sorgen für den nötigen Sichtschutz und Schatten.