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17. August 2010

Hotel für Krimifans

Krimifans können ein Zimmer bei Sherlock Holmes, Miss Marple oder Derrick reservieren: In der Eifelstadt Hillesheim öffnet am 13. September ein Krimihotel

«Nach unseren Recherchen sind wir das erste Krimihotel in Deutschland», sagte Direktor Christoph Böhnke. Jedes der zehn Zimmer sei thematisch einem Agenten oder einem Autor gewidmet. «Dieses Hotel ist das letzte Standbein, das in der Krimilandschaft Eifel noch gefehlt hat», ergänzte Böhnke.    

Im «Miss Marple»-Zimmer etwa hängen englische Blümchengardinen an den Fenstern. Am Stuhl steht ihr Regenschirm - Hut und Handschuhe sind auf einem Tisch abgelegt. Und bei «Derrick» ist alles im 70er- Jahre-Stil eingerichtet - von der Tapete bis zum Telefon. Originell: In allen Zimmern gibt es elektronische Überraschungs-Knöpfe an der Wand. Drückt man diese bei «James Bond», ertönt die passende Musik und eine Stimme: «Mein Name ist Bond. James Bond.» Oder bei «Derrick»: «Harry, hol schon mal den Wagen.»    

Böhnke plant für das Krimihotel in dem historischen Gebäude von 1910 bereits vier weitere Zimmer. Der gebürtige Aachener, der in Hillesheim auch das Hotel Augustiner-Kloster mit 57 Zimmer betreibt, hat das Krimihotel-Haus im Mai 2009 gepachtet - und dann gemeinsam mit Krimiautor Ralf Kramp ein Konzept entwickelt. «Kramp hat mir bei der passenden Einrichtung geholfen», sagte Böhnke. In dem Krimihotel soll es ab 2011 «Krimi-Wochenenden», Krimi-Dinner und «Mitmach- Krimi»-Veranstaltungen geben, sagte der 35-Jährige.    

In der «Krimi-Metropole» Hillesheim gibt es zudem das Kriminalhaus von Kramp, das mit dem deutschen Krimi-Archiv (26 000 Bände) die größte deutschsprachige Krimibibliothek beherbergt. Zu dem Krimihaus gehört auch das wohl erste Krimicafé in Deutschland. Dort können Krimifans bei einer Tasse Kaffee-Spezialröstung «Schwarzer Tod» und einem «Mafiatoast» in die Welt der Krimis abtauchen.

Die Eifel ist laut Kramp «Deutschlands Regionalkrimi-Landschaft Nummer eins». In der Eifel lassen - neben Star-Autor Jacques Berndorf - rund 50 Autoren morden und rauben. dpa