28. Januar 2010

Hotel Palazzina Grassi in Venedig

Hotel Palazzina Grassi Fotos: Aldo und Cristiana Martinelli

Hotel Palazzina Grassi

Der ehemalige Rennfahrer Emanuele Garosci hat mit Designer Philippe Starck das Hotel Palazzina Grassi in Venedig eröffnet

Früher führte Emanuele Garosci ein Leben mit 200 km/h - und das nicht nur in Clubs und Discos. Er war Autorennfahrer. Dann, nach etlichen Totalschäden und Knochenbrüchen, ist er vom Gas gestiegen. Emanuele gründete die Firma DHD (Design Hotels Development).

Im Januar 2010 eröffnete er nun sein erstes Designhotel, das Palazzina Grassi in Venedig. Garosci gab der französischen Designikone Philippe Starck den Auftrag, ein phantasievolles Fünf-Sterne Hotel mit 16 Zimmern und sechs Apartment Suiten, einem Privatclub und einem edlen Restaurant zu formen.

Venedig versinkt, und du baust ein neues Hotel in der Lagune. Warum?

Weil ich der Stadt einen neuen Kick geben will. Ich möchte helfen, diese Kreuzschifffahrt-Mentalität zu ändern. Zwanzig Millionen Touristen kommen jedes Jahr hierher, viele davon bleiben nicht einmal eine Nacht. Mit dem Palazzina Grassi will ich die Zeit der 30er-Jahre wiederauferstehen lassen, als Venedig noch ein Ziel für Langzeiturlauber war.

Das Palazzina Grassi hat "nur" 26 Zimmer, dafür aber eine 800-Quadratmeter-Maxi-Suite. Wie passt das zusammen?

Erstens: Die 26 Zimmer sind für venezianische Verhältnisse übergroß. Mein kleines Hotel soll wie ein Wohnzimmer, wie ein Privat-Club sein. Zweitens: Venedig ist so international. Die Menschen wissen, dass man in Venedig internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Dafür braucht man außergewöhnliche Räume. So einen haben wir geschaffen.

Du hast Philippe Starck für das Design engagiert. Warum ihn, der ja in letzter Zeit inflationär viele Hotels gestaltet?

Weil Philippe Venedig kennt. Er besitzt Wohnungen hier, hat viel über die Stadt geschrieben, auch das Logo der Stadt überarbeitet. Philippe kennt den Rhythmus und die Energie der Stadt. Er versteht die Seele Venedigs. Er hat was Einzigartiges daraus gemacht: Du kommst nach Venedig und wohnst im Hotel wie ein Venezianer. Was wir vermeiden wollten, ist ein Hotel, das auch irgendwo in Skandinavien stehen könnte.

Masken und Spiegel sind die Hauptmotive von Starck?

Nicht nur. Stein, alte Ziegel, Holz und Muranoglas - daraus besteht Venedig, daraus besteht mein Hotel.

Dein Lebensmotto?

Wenn du keine Leidenschaft für etwas spürst, dann lass es.

 

Liebe Grüße aus Venedig

Ihr Connaisseur Robert Kropf

Die Kolumne Der Connaisseur