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06. August 2010

Im Hotel Kempinski Palace Portoroz

Das Hotel Kempinski Palace Portoroz in Istrien feiert seinen 100. Geburtstag. Ein Besuch von André Vincze

Meine Großmutter schwärmte von einem Luxushotel namens Portorose an der Westküste der Halbinsel Istrien. Sie hatte dort eine unvergessliche Woche kurz vor dem ersten Weltkrieg verbracht und erwähnte immer wieder dieses Hotel - als sie von den "guten alten Zeiten" sprach.

Dieses Jahr feiert der alte Palast als Kempinski Palace Portoroz sein 100jähriges Jubiläum. Kürzlich konnte ich selbst erleben, wie recht sie hatte, meine Großmutter.

Das zeitlose Spitzenhotel - im Oktober 2008 nach einer umfassenden Renovierung wieder eröffnet - setzt sich aus dem denkmalgeschützten Grandhotel und einem sehr gelungenen modernen Gebäudeteil zusammen. Mein Tipp: Die Exklusivität des Hauses ist vor allem in den Zimmern des historischen Gebäudeteils zu erleben.

Der historische Teil hat 105 Zimmer und die Präsidentensuite, wo auch schon der Präsident Russlands, Dmitrij Medwedjew, übernachtet hat. Fast das ganze Erdgeschoss zum Garten hin dominiert der originalgetreu restaurierte Kristallsaal, der Ballsaal mit seinen glitzernden Lüstern und riesigen Spiegeln, die als stummen Zeugen der opulenten Welt der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie schon den Erzherzog Franz Ferdinand haben tanzen sehen.

Dort wird das Frühstücksbuffet aufgebaut. Da es ein Ballsaal ist, in dem im Sommer elegante Tangoabende stattfinden, deren Teilnehmer bestimmt nicht früh ins Bett gehen, kann das Frühstück bis zum Mittag - bei schönem Wetter auf der angrenzenden Terrasse - eingenommen werden.

Nebenan ist das Gourmetrestaurant Sophia, benannt nach der italienischen Filmdiva Sophia Loren, die mit Marcello Mastroianni auf Einladung des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Tito mehrmals Gast in diesem Hotel war.

Im Neubau befinden sich 78 Zimmer und Suiten, der 1500 Quadratmeter große Rose Spa, das mit Meerwasser gefüllte Frei- und Hallenbad und nicht zuletzt das Restaurant Fleur de Sel. Curt-Daniel Scheffler aus München ist Executive Sous Chef seit der Neueröffnung und kombiniert leichte mediterrane Küche mit Einflüssen der traditionellen slowenischen Speisen.

Um dennoch fit zu bleiben bietet das Kempinski Palace Portoroz zahlreiche Wassersportarten wie Segeln, Surfen oder Jetskifahren an. Der nächste Golfplatz liegt ein paar Kilometer weiter auf der gegenüberliegenden Landzunge, die schon zu Kroatien gehört. Pferdeliebhaber können das 35 Kilometer entfernte Lipica, die Heimat der weißen Lipizzaner, besuchen. Die besondere Vegetation der sanften Hügellandschaft mit ihren Olivenbäumen und malerischen Dörfern laden zum Wandern oder Radfahren ein.

Von Österreich oder von Italien aus kann man mit dem Auto fast bis Portoroz auf einer Autobahn fahren. Der nächste internationale Flughafen ist Triest, und das Hotel bietet einen Limousinenservice für die bequeme Anreise seiner Gäste. (Text: André Vincze)

www.kempinski.com/de/portoroz