13. März 2009

ITB 2009: Emirate spüren Krise

Vereinigte Arabische Emirate: Hotel-Projekte auf dem Prüfstand

Besucher der Vereinigten Arabischen Emirate werden in den kommenden Jahren statt gigantomanischer Neubauten einige unfertige Rohbauten besichtigen können. In den Emiraten seien Bauprojekte mit einem Volumen von 260 Milliarden Dollar gestoppt worden, sagte Iskandar El-Dick, Redakteur des arabischen Programms der Deutschen Welle, bei einer Gesprächsrunde auf der Reisemesse ITB (noch bis 15. März) in Berlin. Darunter seien Prestigeprojekte wie der Nakheel Tower, der mit mehr als 1000 Metern das höchste Gebäude der Welt werden sollte.    

In erster Linie würden jedoch Bauvorhaben auf Eis gelegt, die auf internationalen Investitionen beruhen, erklärte Prof. Fred Scholz von der Freien Universität Berlin. Gebäude, die vor allem für die Einheimischen geplant und durch den Staat finanziert sind, würden vollendet, sagte auch El-Dick. So solle zum Beispiel die Kulturinsel in Abu Dhabi für 180 Milliarden Euro, auf der unter anderem ein Nachbau des Pariser Louvre und ein Guggenheim-Museum entstehen sollen, wie geplant fertiggestellt werden. Auch die sogenannte Gesundheitsstadt in Abu Dhabi werde weiter vorangetrieben, erklärte Scholz. Sie soll Patienten aus aller Welt anlocken.    

Ob die in den vergangenen Jahren entstandenen touristischen Kapazitäten je ausgelastet und rentabel sein werden, hielt Volker Böttcher, Vorstandsmitglied des Reiseveranstalters TUI, für fragwürdig. An einen Zusammenbruch des Tourismus in der Golfregion glaubt er jedoch nicht. In erster Linie fahren reiseerfahrene Gäste mit überdurchschnittlichem Einkommen in die Emirate. Diese würden sich nicht so leicht von einer Reise abhalten lassen. Außerdem würden die Emirate von vielen Reisenden als mehrtägiger Zwischenstopp auf dem Weg nach Asien angesteuert. Deshalb liege der Rückgang der Touristenzahlen in der Golfregion unter dem weltweiten Durchschnitt. dpa

Niko meint: Gabriele Maessen, GM des Leonardo Hotels am Alex, sagte mir dazu auf der ITB, das derzeit viele deutschsprachige Chefs und Servicekräfte die Emirate kündigungsbedingt verlassen müssen und in Berlin anheuern. Natürlich werden sie hier weit weniger als in Dubai verdienen. Aber dafür schnuppern sie mal wieder Heimatluft in einem boomenden Berlin-Markt.