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26. Oktober 2007

Jahrgang 2007: Erste Zwischenbilanz des VDP

- exklusiv von den VDP-Winzern direkt aus den Weinbergen ...

Inzwischen endet nach und nach die Weinlese in den Prädikatsweingütern. Eine Zwischenbilanz der Winzer:

MOSEL

Reichsgraf von Kesselstatt, Morscheid

Das Weingut Kesselstatt plant, wie fast allerorten an Mosel, Saar und Ruwer, den – langsamen - Lesestart für den 1.10.. Die Aussichten werden im Hinblick auf Qualität und Menge hervorragend eingeschätzt.

Heymann-Löwenstein, Winningen

Am 25.09. startete das Weingut an der Terrassenmosel die Lese, 20 Tage früher als normal. Bis dato konnten gute und aromatische Riesling-Trauben mit optimalem Säure-Süße-Verhältnis eingebracht werden.

BADEN

Schlumberger, Laufen: 14 Tage früher als normal, aber völlig entspannt und zum optimalen Zeitpunkt begann das Weingut Schlumberger am 17.09. mit der Burgunderlese. Zunächst wurde gestaffelt gelesen, um gezielt Qualitäten für Sektgrundweine und Spätlesen einzubringen. Optimales besonders „festbeeriges Traubengut erbringt in diesem Jahr hohe Qualität bei geringer Ausbeute, sprich Ertrag. Hinsichtlich der Qualität schätzt man den 2007er zu den besten 3en der letzten 10 Jahren

RHEINHESSEN:

Brüder Dr. Becker, Ludwigshöhe: Zum Zeitpunkt der Abfrage ist Lotte Pfeffer völlig zufrieden mit dem Zwischenergebnis der Lese, die seit 7. September (16 Tage früher als normal) andauert : „Klappt alles prima, bis gestern gutes Wetter, gute Laune und Atmosphäre.“ Die Burgunder sind eingebracht, nun beginnt die Rieslinglese. Die ERSTEN LAGEN, die für Grosse Gewächse vorgesehen sind, wurden bereits vorgelesen, damit das gesunde Lesgut länger reifen kann und mehr Dichte und Komplexität erhält. Spätlesequalitäten mit fruchtiger Säure sind an der „Tagesordnung“. Auch hier wird, besonders beim Silvaner, auf die markige Beerenhaut verwiesen, die lange Presszeiten erfordern und eine geringe Ausbeute bringen, zumindest niedriger als erwartet. Daher gönnt man den Trauben zusätzliche Maischestandzeiten, auch wegen der Minaralstoffe zum Säure puffern. Summa summarum urteilt sie: „Eine super Aromatik, so aromatisch haben unsere Trauben selten geschmeckt, reif, schöne Säurewerte und gute Mostgewichte, ideal, wenn der Regen uns jetzt nicht den Riesling verwässert. Noch hängen die Premiumweine alle noch draußen. Doch die Gutsweine werden, wenn die Gärung mitspielt, wohl sehr schön. Vielleicht wie 1990, eine Kombination aus 2003 und 2004, mal sehen“

K.F. Groebe, Westhofen

Bereits in der ersten Septemberwoche haben wir begonnen, unsere über Monate hinweg gehegten und gepflegten Trauben zu ernten. Den ersten Most einiger Silvaner und Burgundersorten durften wir schon probieren. Fleischige, saftig, gesunde Trauben hängen an den Weinstöcken. Am 16. September haben wir bereits in unseren Spitzenlagen AULERDE und KIRCHSPIEL Mostgewichte von 90 Grad Oechsle gemessen, was eine vortreffliche Qualität verspricht. Die langen Sonnenzeiten in den vergangenen Tagen gaben unseren Trauben nochmals Kraft und Fülle und wir achten darauf, dass alles schonend verarbeitet wird. Wir lesen alle Trauben in unseren Weinbergen noch immer per Hand, anschließend entlockt eine moderne pneumatische Presse den Trauben schonend ihren Saft. Den Rotweintrauben geben wir ausreichend Maischestandzeiten um Farbe und Aroma zu entwickeln. Einige Rebsorten werden wir in diesem Jahr in einer Ganztraubenpressung verarbeiten und wir dürfen schon heute gespannt auf das Ergebnis sein.

RHEINGAU

Langwerth von Simmern, Eltville: Seit dem 17.09 (+14 Tage)ist man in Eltville in der Lese. Aktuell stehen die Rieslinge für die Sektgrund---weine im Fokus. Außerdem werden die meisten Lagen vorgelesen. Noch verhindert die knackige Säure den Beginn der Hauptlese. Die Trauben schmecken aromatisch, erzielen bei der kühlen Witterung nur langsame Reifefortschritte und hängen in guter Menge am Stock. Ein überdurchschnittlicher Jahrgang wird erwartet.

 P.J.Kühn, Oestrich: Wann haben Sie mit der Weinlese begonnen? Wir haben vor zwei Wochen mit der Lese begonnen. Zunächst haben wir ca. eine Woche lediglich selektioniert – also keinen Weinberg komplett gelesen. In unserem ökologisch wirtschaftenden Weingut liegt der Reifezeitpunkt der Trauben im Schnitt etwas 10 Tage vor dem Termin des konventionellen Weinbaus. Wie viele Tage waren Sie in 2007 früher dran, als in 'normalen' Jahren? Wir waren etwa 8-10 Tage früher als im letzten Jahr und etwa 14 Tage früher als im Jahr 2005. Wie ist der Beginn der Lese verlaufen? Der Beginn der Lese verlief sehr gut. Das Wetter ist gut. Die kühlen Nächte optimal. Die Ausbreitung der Botrytis verläuft langsam. Die Selektionierung konnte ohne zu großen Zeitdruck sehr sorgfältig durchgeführt werden. Die Spätburgunder sind in optimalem Zustand geerntet worden. Welche Sorten werden aktuell gelesen? Zurzeit sind wir in der Lese der Riesling Trauben. Die Spätburgunderlese ist bereits abgeschlossen. Thema gestaffelte Lese: Wann und wie oft durchgeführt? Abhängig vom weiteren Witterungsverlauf werden die Weinberge 2 -3 Mal selektiv vorgelesen. Für die Basisweine wird nach der erfolgten Vorselektion der Rest in einem weiteren Durchgang geholt. Bei den höheren Qualitäten erfolgen meistens noch eine Selektion und dann die Lese. Für die edelsüßen Weine werden dann evtl. noch mal ein bis zwei Lesedurchgänge notwendig sein. Welche Ziele verfolgen Sie mit der gestaffelten Lese? Zunächst werden die von Sonnenbrand geschädigten Trauben und früh befallene Botrytis-Trauben entfernt. Damit ist der Gesundheitszustand der verbleibenden Trauben am Stock homogen gesund und eine weitere längere Reifezeit kann (voraussichtlich) ohne Probleme noch ausgenutzt werden. Außerdem erreichen wir dadurch noch eine zusätzlich verbesserte Belüftung in der Traubenzone und damit einen besseren Schutz vor auftretender Fäulnis. Später dient die gestaffelte Lese der Steigerung der Qualität durch Sektionieruen und Ausschneiden von Botritys-Trauben für die edelsüßen Weine - gestaffelt nach dem Grad der "Eintrocknung". Wie stellt sich das Säure/Süße-Verhältnis in diesem Jahr dar? Das Verhältnis ist gut. Die Säure war zwar zu Beginn der Lese noch etwas höher, aber durch Maischestandzeiten konnten wir sie schon vor der Pressung reduzieren. Die Öchslegrade sind sehr zufriedenstellend. Schon zu Beginn der Lese waren im Bereich von ca. 73-75° Oechsle. Für die Basisrieslinge ein guter Wert. In den Spitzenweinbergen sind wir momentan schon bei über 90° Oechsle (Riesling). Wie ist der Zustand des Traubengutes? Der Zustand ist überwiegend sehr gut. Nach der erfolgten Selektion hängen die Traubenluftig und optimal im Bezug auf die Gesundheit. Die Stiele sind noch fest. So ist auch noch eine weitere Reifephase am Stock mit guten Ergebnissen zu erhoffen. Wie sind die Mengen? Der Ertrag liegt für uns über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Allerdings bleibt wie immer abzuwarten, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickelt und wie stark eine weitere Selektionierung notwendig sein wird, die die Menge ja dann auf jeden Fall reduzieren würde.

Georg Müller Stiftung, Hattenheim: Die Georg Müller Stiftung ist seit der 37 KW (-15 Tage) in der Lese. Die Frühsorten, wie Frühburgunder und Rivaner sind bereits gelesen, aktuell wird der Riesling vorgelesen. Mit den bis zu drei Lesen pro Weinberg erreicht man eine Qualitätssteigerung, denn „nur die guten Trauben sollen für die besten Weine verwandt werden und nur vollreifes Lesegut ins Barrique.“ In puncto Säure wird auf den hohen Anteil Weinsäure verwiesen. Enormen Vogelfraß wird beklagt. Im Übrigen ist das Urteil über den Jahrgang: Früh, viel, gut, mit prima Aromatik.

Prinz von Hessen Ruhiger und geplanter Lesebeginn: Frühburgunder: 27. August, Weißburgunder: 17. September, Riesling 19. September Vorlese, Riesling 25. September Hauptlese (-14 Tage) Die gestaffelte Lese erfolgte in 70% der Weinberge (30 ha) 2 bis 3 mal, um Fäulnis zu entfernen und differenzierte Profilweine zu ernten. Der Gesundheitszustand der Trauben ist optimal, einzig Sonnenbrand geschädigte Trauben trüben das Bild. Hohe Mostgewichte paaren sich mit hohen Säurewerten bei guten Erträgen. Ob des hohen Markanteils der Beeren liegt die Ausbeute bei der Traubenpressung nur zwischen 60 und 70%. Bis dato wird der Jahrgang als überdurchschnittlich gewertet

NAHE

Schlossgut Diel: Auch an der Nahe liegt der Lesebinn 14 Tage früher als in‚normalen’ Jahren, beim Schlossgut Diel war Lesestart am 17. September. Aktuell werden Grau- und Spätburgunder gelesen. 2-4 Lesedurchgänge sind an der Tagesordnung um sonnenverbrannten Trauben und Botrytis zu entfernen. Die knackige Säure bei den Rieslingen erfordert noch Geduld. Emrich-Schönleber, Monzingen Wann haben Sie mit der Weinlese begonnen? noch nicht! (25.09.)

PFALZ

A. Christmann, Gimmeldingen: Gar 3 Wochen früher als normal wurde beim jüngst gewählten Präsidenten der Prädikatsweingüter am 05.09. mit der „entspanntesten Weinlese seit Jahren“ begonnen. Generell sieht er beim Jahrgang 2007 alles ca. 4 Wochen früher, auch die Herbstverfärbung selbst der Bäume. Eine Vorlese erfolgte in allen Lagen um den 10.9. insbesondere um frühreife Trauben wegen ihrer geringeren Aromaausprägung getrennt zu halten. Nun hat die Hauptlese begonnen, bei der in guten Lagen in bis zu drei Qualitäten unterschieden wird: Normal gesund, Auslese und TBA. Das Traubengut ist exzellent. 98% kerngesund, 2 % edelfaul. Die Trauben schmecken intensiv und voll, sind sehr gesund und haben eine stabile Säure und eine, gute physiologische Reife Kein Riesling liegt unter 90 ° Oechsle, die Mostsäuren pendeln zwischen 8,5 und 10,5 %o, d.h. ca. 7,5-9 %o Säure im Wein. Längere Maischestandzeiten sind wegen der höheren Säuren opportun, weil hierdurch einiges an Weinsäure gleich ausfällt. Die Mengen sind gut und liegen ca. 10-20% über dem Durchschnitt, und - zum Glück - doppelt so hoch wie 2006. Summa summarum schätzt Christmann den Jahrgang ein, “wirklich ganz vorne dabei zusein“ ER konnte bereits im Reiterpfad eine Riesling TBA mit 215° Ö. und 18 g Säure lesen und erwartet noch vergleichbares aus anderen Lagen. Für ihn hat 2007 ein super Potential für trockene und edelsüße Weine!

FRANKEN

Bürgerspital Weingut, Würzburg Robert Haller: Wir haben 20-22 Tage früher wie gewohnt begonnen. Der Beginn der Lese richtete sich mehr nach dem frühen Fäulnisanteil, da dieser noch negativ zu bewerten war und verworfen werden musste. Anschließend haben wir pausiert und erhebliche Pflegemaßnahmen, Entblätterung, weiteres Ausdünnen der ersten Botrytistrauben etc. vorgenommen. Eine gestaffelte Vorlese ist bei den Burgundern und Silvanern gelaufen, sodass wir momentan etwa ein Drittel der Fläche gelesen haben. Die Vorlese dient der besseren Ausreifung der verbleibenden Menge. Die Säure liegt etwas höher, als im Mittelmaß. Der Riesling hat momentan bei 10g Säure und 94°Oechsle. Dies ist für die restsüßen Weine äußerst erfreulich und für die trockenen kein Problem, da die Säure schon sehr harmonisch wirkt. Der momentane Zustand des Traubengutes ist sehr reif mit beginnender frischer Botrytis. Die nächsten beiden Wochen werden über die Hauptqualitäten entscheiden. Die bisher gelesenen Trauben hatten einen max. Botrytisanteil von 15%. Der Jahrgang 2007 ist für mich momentan am ehesten mit 1998 oder 2002 zu vergleichen, dies würde stoffige, gut versorgte, kräftige Weine versprechen. Die Aromatik war zu Beginn der Lese noch nicht sehr ausgeprägt, was uns dazu bewogen hat die Lese auszusetzen. Dies hat den Reifevorsprung bis heute auf etwa 10 Tage schrumpfen lassen.

Juliusspital Weingut, Würzburg Herr Kolesch: Lesebeginn: 10. September 2007, d.h. ca. 14 Tage früher als bei einem sonstigen frühen Jahr, ca. drei Wochen früher als normal. Bisher war der Verlauf der Lese eher verhalten. Wir hatten immer die Gelegenheit, den optimalen Lesezeitpunkt abzuwarten. Dazwischen haben wir sehr viele kulturhygienische Maßnahmen, wie Entblätterung, Geiztraubenentfernen usw. vornehmen können. An Rebsorten haben wir bisher gelesen: Müller-Thurgau, Bacchus, Spätburgunder, Domina, Grauer Burgunder, etwas Weißburgunder und ein ganz klein wenig Silvaner. Jetzt geht es in die Hauptrebsorten wie Silvaner und Riesling und den Weißen Burgunder. Da für die kommende Woche gutes Wetter angesagt ist, werden wir uns da auch etwas Zeit lassen. Hoffentlich bleibt es so locker wie bisher.... Einige Anlagen haben wir bereits zweimal vorgelesen. Sollte die Entwicklung weiterhin so verhalten laufen, werden wir noch ein- bis zweimal bis zur vollständigen Lese durchgehen. Das ist nicht so schlimm, wie es sich anhört, da wir bereits sehr viel entblättert haben und die Trauben gut zu sehen sind. Das Ganze dient dazu, um unsere Lagenweine und insbesondere unsere Großen Gewächse zu optimieren also auf den Punkt zu bringen. Das Säure- und Süßeverhältnis ist im Jahrgang 2007 etwas enger als in den Vorjahrgängen. Will heißen, dass wir beim Müller-Thurgau eher mit leichten Kabinettweinen bei einer ansprechenden Säure und bei den mittelspäten und späten Sorten bei guten bis sehr guten Mostgewichten, aber einer sehr prononcierten Säure liegen werden. Das spricht für markante, herzhafte und bekannte Weine. Der Verbraucher und wir freuen uns schon sehr darauf. Der Zustand des Lesegutes ist momentan noch sehr gut, da wir mit verschiedenen Durchgängen dies immer optimieren können. Gesundheitszustand daher optimal bei hoffentlich weiterhin ansteigenden Mostgewichten. In den vergangenen Jahren haben wir sehr viel in eine schonende Trauben- und Lesegutverarbeitung investiert. Das zahlt sich auch im heurigen Jahr wieder aus. Daher sind bei der Pressung keine Besonderheiten mehr zu berücksichtigen. Viel mehr praktizieren wir die optimale Leseverarbeitung schon seit einigen Jahren mit unserer neuen Traubenannahme. Maischestandzeiten und Behandlung erfolgen je nach Rebsorte und Weinstil. Spezifische Probleme: Keine – außer einem stürmischen Vegetationsbeginn und einer rasanten Entwicklung im ersten Halbjahr und jetzt einer verzögerten Reifeentwicklung in den Weinbergen. Beim Jahrgang 2007 profitieren wir von den schönen Tagestemperaturen und kühlen Nachttemperaturen sowie einer zu erwartenden sehr guten Aromenbildung. Die ersten noch in Gärung befindlichen Jungweine und die Beerenaromen stimmen und zuversichtlich und hoffnungsvoll. In der Weinmenge liegen wir ganz geringfügig höher als im letzten Jahr. Ich denke, wir werden so knapp über 70 hl/ha insgesamt kommen.

WÜRTTEMBERG

Graf Adelmann, Kleinbottwar Im Weingut Graf Adelmann gab es einen „glatten Start“ in die Weinlese am 14.9.2007 (-14 Tage). Bis dato wruden Burgunder aller Couleur gelesen. Als nächstes kommen Lemberger und Riesling an die Reihe. Die Lesesituation wird als „fast optimal“ eingeschätzt, vor allem ob der kühlen Nächte. Die Trauben sind „Pumperl-Gesund“ und haben eine Frucht wie schon lange nicht mehr. Maischestandzeiten sind fürGrau- und Weissburgunder sowie Riesling geplant. Seine Jahrgangsvergleiche: wie 1989, 1998, 2001, 2005 (und besser). Seine Jahrgangseinschätzung: „Ein Frust für Schwimmbadbesitzer, eine Lust für die Winzer“.

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