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13. Mai 2009

Käse-Imitate in Tiefkühlprodukten schwer zu erkennen

Verbraucher können oft nur schwer erkennen, ob Restaurants oder Hersteller von Tiefkühlprodukten Käse-Imitate verwenden. Bisher müssen Gemische aus Pflanzenfett, Wasser und Eiweißpulver, die auch als Analog-Käse bezeichnet werden, nicht gekennzeichnet werden

Das erklärte Armin Valet, Ernährungsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Der Kunde könne aus der ellenlangen Zutatenliste von Tiefkühlpizzen oder -Baguettes kaum erkennen, ob Zutaten wie pflanzliche Fette oder Milcheiweiß zum Gericht gehören oder als Käse-Ersatz dienen.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat beim Deutschen Verbrauchertag in Berlin angekündigt, gegen die zunehmende Nutzung von Käse-Imitaten auf europäischer Ebene vorgehen zu wollen: «Wo Käse drauf steht, muss auch Käse drin sein.» Ansonsten werde der Verbraucher in die Irre geführt.

Genau das geschieht laut Valet bisher. Manche Fertiggerichte enthielten zwei Prozent echten Käse, um das Wort auf die Packung schreiben zu dürfen. Außerdem werde der «Analog-Käse» auch im Einzelhandel als «Pizza-Mix» verkauft. Der Inhalt solcher Packungen sei von geriebenem Käse kaum zu unterscheiden.

Auch in der Gastronomie werde das Imitat, das rund 40 Prozent billiger als Käse ist, verwendet. Hellhörig sollten Verbraucher werden, wenn ein Gericht auf der Speisekarte als «überbacken» beschrieben ist und von Käse keine Rede ist, rät Valet. Aber auch als Feta-Ersatz in griechischen Salaten sei «Analog-Käse» schon gefunden worden. dpa