06. September 2009

Kaffeeautomaten auf der IFA

Die neuesten und intelligentesten Kaffeemaschienen zeigen die Hersteller auf der Funkausstellung IFA in Berlin

Vom herkömmlichen Kaffee über Cappuccino bis zum Latte Macchiato: Die jüngsten Erfindungen ihrer Tüftelei zeigen die Hersteller der Genuss-Maschinen jetzt auf der Funkausstellung IFA in Berlin (noch bis 9. September). Besonders im Fokus steht dabei jedoch weniger der Kaffee selbst, sondern das, was ihn krönt.    

«Im Gegensatz zu den Südeuropäern sind die Deutschen viel eher auf guten Milchschaum aus», sagt Brigitte Kluth. Sie hat für die Stiftung Warentest in Berlin jüngst Espressomaschinen getestet - und um nichts anderes als um Espressomaschinen handelt es sich bei den hierzulande verwirrenderweise als Kaffeevollautomaten bezeichneten Apparaten. Und da die Bundesbürger nun einmal fachgerecht zubereiteten Schaum wünschen, arbeiten die Hersteller stetig an den Techniken, die ihn garantieren sollen.    

Zum Beispiel De'Longhi: Der Hersteller aus Italien präsentiert auf der Elektronikmesse die neue Reihe Intensa. Die drei kompakten Automaten verfügen über eine patentierte Technik namens Instant Front Dispenser. Über deren Wirkungsweise schweigen sich die Unternehmensvertreter zwar aus, nicht aber über den Sinn und Zweck dahinter: cremigen Milchschaum produzieren.    

Außerdem arbeitet in den Geräten ein neues «Flüster- Kegelmahlwerk». Es lässt sich nicht nur in einem guten Dutzend Stufen verstellen, sondern soll auch so leise arbeiten, dass es den Rest der Familie beim Zerkleinern der Kaffeebohnen morgens nicht aus dem Schlaf reißt. Das Intensa-Einstiegsmodell wird für knapp 650 Euro zu haben sein. Zwei weitere Geräte mit mehr Funktionen werden rund 750 beziehungsweise knapp 1000 Euro kosten.    

Ebenfalls mit Neuheiten auf der Messe in Berlin vertreten ist Saeco - hier trägt die neue Produktlinie den Namen Xelsis. Auch sie soll die Milch noch einen Tick cleverer verarbeiten und dadurch für cremigeren Schaum sorgen als ihr Vorgänger. Funktionieren soll das mit Hilfe einer zur Maschine gehörenden Milchkaraffe.    

Darüber hinaus haben die Familienmitglieder die Möglichkeit, ihren jeweiligen Lieblingskaffee zu programmieren - und müssen dann nur noch den richtigen Knopf drücken, damit er in die Tasse fließt. Von Oktober an wird die Xelsis in der Top-Ausführung für knapp 1600 Euro zu haben sein. Einen Monat später soll eine leicht abgespeckte Version für 100 Euro weniger in den Läden stehen.

Weniger nach italienischer Lebensfreude als nach Hochtechnologie hört sich der Name eines neuen Vollautomaten an, den Siemens auf der IFA zeigt: TK76K572. Auch bei ihm soll das Mahlwerk kaum Krach machen und die Milch appetitlicher geraten. Letzteres wird nach Angaben des Herstellers eine neuartige Düse mit Ansaugfunktion garantieren.    

Die TK76K572 ist außerdem mit einem «cream center cleaner» ausgestattet. Doch nicht nur Siemens verspricht damit, dass die Neuheit leicht zu reinigen ist. So haben zum Beispiel De'Longhis Intensa-Maschinen herausnehmbare Brühgruppen. «Eine herausnehmbare Brühgruppe können sie abspülen, das vereinfacht das Ganze», sagt Brigitte Kluth von Stiftung Warentest.    

Allerdings dämpft die Expertin allzu hohe Erwartungen potenzieller Nutzer, die nicht unbedingt aufs langwierige Putzen ihres Vollautomaten aus sind: Ohne jede Mühe erstrahlen sie nicht wieder in neuem Glanz. Die Maschinen zeigen laut Kluth an, wenn sie gesäubert werden wollen. «Und daran sollte man sich dann auch halten.»    

Was Kaffeeliebhaber auf der IFA im kommenden Jahr erwarten könnte, zeigt De'Longhi schon jetzt mit der Konzeptstudie «Intelligent Cup». Sobald Nutzer X morgens eine Tasse unter den Kaffeeauslauf stellt, begrüßt ihn die Maschine nicht nur mit Namen - sie weiß auch, dass Herr X seinen Kaffee gern mit weniger Schaum trinkt als seine Frau. dpa

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