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03. September 2009

Klimawandel bedroht Apfelernte

Die schwarze Sommerfäule, die bisher ausschließlich bei Weinstöcken in der Pfalz vorkam, bedroht nun auch die Apfelernte im Alten Land bei Hamburg

Durch die Erderwärmung gebe es neue Tier- und Pilzschädlinge, sagte Roland Weber, Biologe beim Obstbau Versuchs- und Beratungszentrum (OVB) in Jork, der dpa. «Die Temperatur ist in den vergangenen zehn Jahren um 1,5 Grad Celsius gestiegen. In jedem Jahr beginnt die Apfelblüte einen Tag früher.» Obwohl die Prognosen für die Erträge bislang gut sind, seien die Erzeuger beunruhigt. Die Haupternte hat nach Angaben des Biologen in dieser Woche angefangen.

Als Beispiel für einen neuen Pilz nannte Weber die schwarze Sommerfäule. Sie habe im August 2007 erstmals bundesweit Apfelbäume in der Unterelberegion befallen. «In Deutschland ist die Fäule ausschließlich bei Weinstöcken in der Pfalz vorgekommen», sagte er.    

Die extremen Witterungsverhältnisse, die vom Klimawandel ausgelöst würden, seien Grund für die Fäule. «Die Infektion der Äpfel geschieht bei hohen Temperaturen und heftigen Gewittern.» Die Folgen sind erschreckend: «Die Äpfel verfaulen an den Bäumen und können nicht in der Mosterei verwendet werden.» Bislang haben die betroffenen Obstbauern Ernteeinbußen von etwa zehn Prozent.    

Ziel sei es, wirksame Spritzmittel gegen die schwarze Sommerfäule zu entwickeln. Auffällig sei, dass die Fäule vor allem auf Bio-Höfen vorkomme. «Die Spritzmittel der konventionellen Erzeuger schwächen die Fäule automatisch. Eine Ausbreitung wird aber nicht verhindert», berichtete Weber. Welche Behandlung genau helfen kann, ist noch offen.

Der Biologe geht davon aus, dass sogenannte Mumien für die Übertragung verantwortlich sind. «Mumien sind kleine, schwarze, verschrumpelte Äpfel, die sich nicht weiterentwickelt haben. Sie übertragen den Pilz.»