Kloster Eberbach220 Jahre Weinversteigerung

Am 7. März findet im historischen Laiendormitorium von Kloster Eberbach die VDP.AUKTION.RÉSERVE 2026 statt. In Kooperation mit dem VDP.Rheingau lädt das Weingut Kloster Eberbach zu einer der traditionsreichsten Weinversteigerungen Deutschlands ein – und feiert zugleich ein außergewöhnliches Doppeljubiläum: 220 Jahre Eberbacher Weinversteigerung und 80 Jahre Hessen.

Die Weinversteigerung blickt auf eine Geschichte zurück, die 1806 begann. Seit mehr als zwei Jahrhunderten werden hier besondere Weine im Wettbewerb um Qualität und Seltenheit versteigert. Was einst im Mönchsrefektorium stattfand, wird heute im Laiendormitorium fortgeführt – mit internationaler Beteiligung und Live-Übertragung.

„Kloster Eberbach ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil unserer Identität. Dass hier bereits seit 220 Jahren Weine versteigert werden, zeigt, wie tief verwurzelt Qualität und die Tradition des Weinanbaus in Hessen sind. Zum 80. Geburtstag Hessens einen Wein aus dem Jahr 1946 zur Auktion zu bringen, ist ein starkes Zeichen für Kontinuität und Neubeginn“, so Ingmar Jung, Hessischer Weinbauminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach.

Ein Zeitzeuge aus dem Jahr 1946

Im Mittelpunkt der Auktion steht eine Rarität von besonderer historischer Tragweite: eine 1946er Erbacher Marcobrunn Riesling Beerenauslese.

1946 war das Jahr, in dem das Land Hessen entstand – in einer Phase des Wiederaufbaus, geprägt von Mut, politischer Neuordnung und dem Willen zu einem Neubeginn. Aus eben diesem Jahr stammt der Wein, der nun zur Versteigerung kommt. Er ist damit nicht nur ein außergewöhnliches Sammlerstück, sondern auch ein stiller Begleiter der hessischen Geschichte.

Seine Entstehung fällt in eine Zeit tiefgreifender Einschnitte: Mit Anordnung der amerikanischen Militärregierung vom 31. Oktober 1945 sollten sämtliche Wein- und Schaumweinbestände in Hessen beschlagnahmt werden. Zudem war verfügt worden, 30 Prozent der Rebflächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln zu nutzen. Erst mit der Währungsreform wurden diese Bestimmungen wieder aufgehoben. Dass ein Wein aus diesem Jahr erhalten blieb, unterstreicht seine außerordentliche Seltenheit und historische Bedeutung.

Der Jahrgang 1946 war gekennzeichnet von einem sehr warmen Frühling, einem günstigen Sommer und einem zunächst freundlichen, später neblig-kalten Herbst. Im Marcobrunn konnten bei geringen Erträgen hochreife Trauben mit 183° Oechsle und 10,5 g/l Säure gelesen werden – Werte, die für diesen historischen Moment eine bemerkenswerte Konzentration dokumentieren.

Mit der Gründung des Landes Hessen ging auch das Weingut Kloster Eberbach in den Besitz des Landes über – eine Verbindung, die bis heute besteht. Dass ausgerechnet ein Wein aus Erbach versteigert wird, ist dabei eine besondere Pointe: Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Ingmar Jung stammt aus diesem Ort.

42 Lose – 11 aus Kloster Eberbach

Insgesamt umfasst die VDP.AUKTION.RÉSERVE 42 Lose, davon stammen 11 aus dem Weingut Kloster Eberbach. Das Spektrum reicht von limitierten VDP.AUKTION.RÉSERVE-Weinen über ausgewählte Goldkapselweine bis hin zur historischen Rarität aus dem Jahr 1946. Mit Taxpreisen ab 16 Euro bis in den Bereich großer Sammlerweine eröffnet die Auktion sowohl erfahrenen Bietern als auch neuen Interessenten die Möglichkeit, Teil dieser traditionsreichen Versteigerung zu werden.

„Unsere Auktion zeigt die ganze Bandbreite dessen, wofür Kloster Eberbach steht. Sie beginnt mit VDP.AUKTION.RÉSERVE-Weinen, die preislich erreichbar sind und dennoch beste Herkunft und handwerkliche Präzision verkörpern. Und sie reicht bis zu einzigartigen Zeitzeugen wie unserem 1926er Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder – einem hundertjährigen Unikat, dessen Erlös vollständig einem guten Zweck zugutekommt. Zwischen diesen Polen bewegt sich die Versteigerung: als Markt für große Weine, als Bühne für Geschichte und als Ausdruck unserer Verantwortung.“ erklärt Christine Müller, Geschäftsführerin des Weinguts Kloster Eberbach.

Ablauf der Auktion

  • Ort: Laiendormitorium, Kloster Eberbach
  • Vorprobe: ab 9:30 Uhr (nahezu alle Weine, ausgenommen Unikate und Benefizwein)
  • Auktionsbeginn: 13:00 Uhr
  • Live-Übertragung: ab 13:00 Uhr
  • Teilnahme: Präsenz und online möglich
  • Tickets sind online erhältlich.
    Für Online- oder schriftliche Vorgebote ist eine vorherige Registrierung bei einem Kommissionär erforderlich.