13. September 2010

Kochen mit Gas und Induktion

Viele Profi- und Hobbyköche schwören auf Gas, weil die offene Flamme punktgenau reguliert werden kann. Andere wollen auf ihren Elektro-Herd nicht verzichten, da sich hier die Temperatur im niedrigen Bereich besser regulieren lässt. Auch Induktion wird immer beliebter

Moderne Herde lassen sich sowohl mit Gas als auch mit Strom beheizen. «Wenn eine Küchenplanung ansteht, stellt sich vor allem bei Neubauten mit Gasanschluss die Frage, ob es ein Gas- oder ein Elektroherd sein soll», sagt Claudia Oberascher von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) in Berlin. Ansonsten seien Wohnungsbesitzer in der Regel durch die Gegebenheiten festgelegt: Ob nämlich ein Stromanschluss für die Kochstelle und Backofen oder eine Gassteckdose vorhanden ist. Ein Nachrüsten sei zwar oft möglich, aber aufwendig und teuer.    

Gasherde haben im Vergleich zu Elektroherden den Vorteil, dass sie in Sekundenschnelle die volle Leistung erreichen. Die Brenner lassen sich stufenlos und schnell regulieren. «Gasherde sind auch in puncto Energiebilanz sehr effizient», sagt Steffen Joest von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. Der Elektroherd dagegen schneide in der Öko-Bilanz insbesondere wegen der hohen Umwandlungsverluste und Schadstoffemissionen bei der Stromerzeugung schlechter ab.    

«Die Vorteile des punktgenauen Kochens auf Gas bieten aber auch Kochstellen mit Induktionstechnik», sagt Christian Eckert vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in Frankfurt/Main. Anders als beim herkömmlichen Kochen mit Gas oder Strom werde bei der Induktionstechnik die Wärme direkt im Boden des Kochgeschirrs erzeugt. Das funktioniert über Elektrospulen, die elektromagnetische Wechselfelder erzeugen. Beim Aufsetzen eines Topfes oder einer Pfanne bilden sich im Boden des Kochgeschirrs elektromagnetische Wirbelströme. Die entstehende Hitze überträgt sich sofort. Die Töpfe müssen allerdings für Induktion geeignet sein.    

Auch Kochen mit Induktion gilt wie Kochen mit Gas als energiesparend. Die Energieersparnis fällt allerdings geringer aus als oft angenommen. Zu diesem Ergebnis kam die Stiftung Warentest bei einer Untersuchung im vergangenen Jahr, in der sie 17 Einbaukochfelder, davon sieben mit Induktion, getestet hat. Dennoch komme das Essen rund ein Drittel schneller auf den Tisch als mit den klassischen Ceranfeldern. Pures Wasser könne man damit fast so schnell erhitzen wie mit einem Wasserkocher.

«Kochfelder mit Induktionstechnik sind teurer als Ceranfelder, die mit konventionellen Strahlungsheizkörpern beheizt werden», sagt Eckert. Vorteilhaft sei jedoch, dass ein Induktionskochfeld selbst nicht heiß werde. Übergekochtes oder Fett könne deshalb nicht auf der Kochzone verbrennen. Dies erleichtert das Reinigen erheblich.    

«Noch schwieriger zu reinigen als Ceranfelder sind Gaskochfelder mit konventionellen Brennern», sagt Oberascher. Inzwische gebe es aber Gas-Ceranfelder, bei denen die Brenner unter einer Glasplatte liegen. Angeboten werden auch schon Herde, bei denen das Kochfeld mit Gas beheizt werde und der Backofen mit Strom. Durch diese Kombination lasse sich der Backofen mit niedrigen Temperaturen betreiben. (Stephanie Hoenig, dpa)   

Nur für Induktion geeignetes Kochgeschirr verwenden    

Kochen mit Induktion erzeugt eine geringe magnetische Strahlung. Um sich dieser so wenig wie möglich auszusetzen, sollten nur geeignete Töpfe verwendet werden, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter (Niedersachsen). Die Töpfe sollten passgenau auf dem Kochfeld stehen. Es sollte außerdem möglichst ein Mindestabstand von fünf bis zehn Zentimetern von der Vorderkante des Herdes eingehalten werden.

Kochen wie die Profis